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Evangelisches Gemeindehaus eine Keimzelle der Ökobewegung
Wie und wo der Widerstand gegen die Atomkraft vor 40 Jahren begann
Freiburg / Weisweil (gh). Man könnte das Haus als eine Keimzelle der Anti-Atomkraft- und Ökobewegung in Deutschland bezeichnen. Denn im Evangelischen Gemeindehaus in dem Kaiserstuhldorf Weisweil tat sich vor vier Jahrzehnten Entscheidendes. Der
"Nai hämmer gsait" so steht es eingemeiselt auf einem Findling an der ehemaligen Baustelle des geplanten AKW Wyhl. Ein ähnlicher Stein wird jetzt in Weisweil aufgestellt.
Foto: Archiv Hammer
damalige Ortspfarrer des 2000-Seelen-Dorfs, Günter Richter, der heute in Freiburg im Ruhestand lebt, hatte zu einem Vortragsabend eingeladen. Denn „es kursierten ernstzunehmende Gerüchte, dass im benachbarten Wyhler Wald Atomreaktoren gebaut würden“, erinnert sich der Theologe. Kurzerhand lud er den Physiker Professor Gerhard Klumb, ein Schüler des Atomphysikers Otto Hahn, zu einem Vortragsabend ein. Das Thema an jenem Dienstagabend, 8. Februar 1972 lautete: „Die Zukunft Weisweils im Schatten der Atomkraftwerke“.

An diesem Abend erhielt der Pfarrer seinen ersten Impuls zu seinem und der Gemeinde Widerstand gegen die atomare Energieerzeugung. So wurde schon über ein Jahr bevor der neu geplante Standort für ein Atomkraftwerk im Nachbardorf Wyhl im Juni 1973 bekannt gegeben wurde, die Grundlagen für die zahlreichen Aktionen, Seminare, Vorträge gelegt die folgen sollten und sich kritisch mit der Atomenergie auseinander setzten. Walter Moosmann, bekannter Liedermacher schrieb damals, als es auch zu Platzbesetzungen kam, in seinem Song von der „Wacht am Rhein“: „In Weisweil im Gemeindehaus, da fing der Kampf mal an, da wird nicht nur gebetet, das wird auch was getan“.

Jetzt 40 Jahre später, da der Atomausstieg offizielle Politik ist, wird am 8. Februar 2012 an das historische Datum erinnert. Im Mittelpunkt stehen dabei ein Gottesdienst und die Enthüllung eines Erinnerungsteins. Der sehr harte Kaiserstühler Porphyrstein trägt die Inschrift "Widerstand der Schöpfung zuliebe, 1. Mose 2,15", er wurde geschaffen von dem Bildhauer Frank Lennig (Vogtsburg). Zu dem Gedenk- und Mahngottesdienst mit Zeugenberichten wird der badische Landesbischof Ulrich Fischer in der Evangelischen Kirche Weisweils erwartet.


Hier der geplante Ablauf der Erinnungsfeier laut einer Mitteilung der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen

16.30 Uhr: Pressegespräch

Im Evangelischen Gemeindehaus von 79367 Weisweil am Rhein, Hinterdorfstraße 2 Eröffnung der Gedenkveranstaltung "Widerstand der Schöpfung zuliebe" durch die Weisweiler Gemeindepfarrerin Theodora Pitzke.

Beitrag von Pfarrer i.R. Günter Richter, Freiburg über "Erfahrungen in der Kirchengemeinde und in der Badischen Landeskirche in einem konkreten Fall der Umweltproblematik".

Anschließend Grußworte der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen sowie des Fördervereins Zukunftsenergien SolarRegio Kaiserstuhl

und Eröffnung einer Ausstellung von Dokumenten zu 40 Jahren erfolgreicher Widerstand gegen die Atomenergie.

18.00 Uhr: Enthüllung des Erinnerungsmals

" 8. Februar 1972/2012 Widerstand der Schöpfung zu liebe, 1.Mose 2,15" durch die Evangelische Kirchengemeinde und Bürgermeister Oliver Grumber.

18.30 Uhr: Dank- und Mahngottesdienst in der Evangelischen Kirche mit Landesbischof Dr. Ulrich Fischer, Karlsruhe unter Mitwirkung des Herbolzheimer Posaunenchors und mit Zeitzeugenberichten.

Anschließend Möglichkeit zum Beisammensein und Gedankenaustausch in der Weisweiler Kirche.

11.1.12



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Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenbezirks Freiburg