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Weihnachten und die Sehnsucht
Dekan Engelhardt über das was unter dem Christbaum entschieden wird
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Freiburg (gh). Um das Weihnachtsfest brauchen sich die Kirchen keine Sorgen machen, auch angesichts von all dem "Weihnachtszinnober", den es in den Tagen vor dem Fest gäbe. Dies sagte Dekan Markus Engelhardt bei seiner Predigt im
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| Dekan Engelhardt als eine der Hirtenfiguren in der Krippe des Freiburger Münsters, Foto: gh |
Christvespergottesdienst an Heilig Abend in der Christuskirche. Der Dekan dankte den Marketingstrategen einer Elektro-Markt-Kette, die sich speziell zum Fest einen markanten Werbeslogan ausgedacht hatten. ("Weihnachten wird unterm Baum entschieden"). Der in vielen kirchlichen Kreisen kritisierte Kommerzspruch, sei geradezu eine "Steilvorlage für jeden Prediger". "Dieser Spruch ist theologisch einfach nur wahr!", meinte Engelhardt. Es komme aber auf die Blickrichtung an und was sich unterm Christbaum finden lasse.
Dass die Größe des neuen Fachbildschirms oder die Prozessorgeschwindigkeit des neuen Notebooks "natürlich nicht über Weihnachten entscheiden" sei so banal klar, dass sich die Aufregung darüber nicht lohne. Unter dem Christbaum werde aber sehr wohl entschieden ob "wir zu Gottes großem Ja wirklich Amen sagen, und menschlich miteinander umgehen".
Als Fest der Familie vereine an Weihnachten viele weit verstreut lebende Familien, aber einigen tue es sie oft kaum noch. Denken wir an die "vielen kleinen, aber in ihrer Langzeitwirkung manchmal auch schrecklichen Konflikte, in die wir uns eingegraben haben wie Soldaten in ihre Schützengräben". Der Dekan rief dazu auf, bei sich selbst anzufangen. Wer sich von Gott bejaht wisse, könne auch seine Erwartungen auf ein menschliches Maß runterschrauben und den "weihnachtlichen Ball" flach halten.
Es sei gut, dass "uns wenigstens einmal im Jahr die Sehnsucht nach der heilen, gelungenen Welt richtig packt." Dabei sei das was schnell als Weihnachtskitsch gebrandmarkt werde, Ausdruck der Sehnsucht nach Harmonie, Zusammengehören und Friede. Das Weihnachtsfest sei damit ein Vorschein der "neuen gelungenen Welt, die nicht dem Dunkel und dem Leid ausgeliefert" bleibe. In dem Kind in der Krippe fange Gott ganz neu mit den Menschen an, "das unscheinbare Kind ist Gottes Liebeserklärung an diese Welt".
Die komplette Predigt finden Sie hier
24.12.2011
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