| Predigt zu Trinitatis (Fest der Heiligen Dreifaltigkeit)
von Hans Ulrich Nübel anläßlich einer ökumenischen Andacht zum diesjährigen Annaplatzfest (Freiburg-Weihre) am 15. Juni 2033 |
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Röm 11,36 (Einheitsübersetzung) Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen Liebe Annaplatz- Gemeinde, als Christen feiern wir heute miteinander das Fest der göttlichen Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit. Jemand hat behauptet, wenn muslimische Mitbürger fragten, wieso wir an den dreieinigen Gott glauben, gerieten manche Christen ins Stottern. Das sei schwierig zu erklären. Unser Bibeltext gibt die Antwort im Blick auf die Welt, in der alle Dinge von Gott, der sie geschaffen hat, kommen, in der sie durch Jesus Christus noch bestehen und auf den hin als das Ziel sie vom Heiligen Geist geführt werden.
Dann kommt der zweite Glaubensartikel, der an die Geschichte von Jesus Christus erinnert: hier finden wir zwölf Hinweise auf ihn. Er ist sein eingeborener Sohn (1) unser Herr (2), empfangen durch den heiligen Geist (3), geboren von er Jungfrau Maria (4), gelitten unter Pontius Pilatus (5), gekreuzigt (6), gestorben (7) und begraben (8), aufgefahren in den Himmel (9); er sitzt zur rechten Gottes, des allmächtigen Vaters (10), von dort wird er kommen (11) zu richten die Lebenden und die Toten (12). Der Mittelteil des Münsterturms wurde - wie ich von berufener Seite erfuhr- deshalb so genial konstruiert, weil er die vier Flächen des Sockels im Mittelteil überführt in 3 mal 4, also zwölf, dadurch dass auf jeder Fläche zwei Pfeiler eingebaut werden, die sie auf diese Weise in drei teilt. Diese Pfeiler, vier mal 2, also 8, werden dann im obersten Drittel zu den 8 Kanten, auf die der Turmhelm aufgebaut ist. Wir finden von unten nach oben eine Entwicklung. Ihr Ziel ist der höchste Punkt. Zu ihm führt die Acht, das ist die Zahl der Vollendung, das doppelte Quadrat - sie entspricht im Glaubensbekenntnis den Glaubens- Aussagen zum Heiligen Geist (1), die heilige (2), katholische / bzw, allgemeine (3) Kirche (4) die Gemeinschaft der Heiligen (5), Vergebung der Sünden (6), Auferstehung der Toten (7) und das ewige Leben (8). Wie die drei Glaubensartikel haben die Abschnitte des Münsterrums vier, zwölf und acht Flächen und entsprechend viele Kanten oder Aussagen. Sie nehmen das Bekenntnis auf. Wenn Sie selber mal dort hinaufschauen, erinnern Sie sich bitte daran, um das Glaubensbekenntnis zu bedenken. Es steckt noch mehr drin: Dass wir zur Erde gehören und selber zwei Beine und zwei Arme haben, verbindet uns mit dem Fuß des Turmes. Dass es zwölf Jünger waren, die als erste die Gemeinde Jesu bildeten, verbindet uns heute noch allem zusammen als Glieder der Gemeinde oder, wie Paulus sagt, als Leib Christi mit diesem und untereinander - zwischen Empfängnis und Geburt, Leben und Leiden, dem Sterben und der Auferstehen. Deshalb sehen wir auch, wenngleich von unten sehr entfernt, an den Ecken dieses Teils im Stern menschliche Gestalten aus der Geschichte der Kirche. Die zwölf erinnern uns an die Stationen Christi, die eigenen Stationen, in denen er sich mit uns verbindet, die zwölf Apostel der Gemeinde - die den Glauben nach allen Seiten und zu allen Zeiten weitergetragen haben und an unser Leben in beiden Herrschaftsbereichen, dem irdischen noch verhaftet und dem himmlischen schon verbunden. Noch etwas fällt auf: Der Mittelteil des Turmkörpers hat zwei Stockwerke, im einen Stock ist der Körper geschlossen, im andern durchbrochen und wir blicken durch ihn hindurch schon in den Himmel. Als Christen leben wir in beiden Welten, als Bürger zweier Reiche. Weiter nach oben erhebt sich der Turmhelm aus acht durchbrochenen Flächen und 8 auf einen höchsten Punkt zulaufenden Kanten: die Vollendung - wie das Bibelwort sagt: auf ihn hin sind alle Dinge. Wer auf der Plattform unter dem Turmhelm steht, blickt in den Himmel durch das Maßwerk - so offen wie nur möglich.
Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen Abendstimmung: Blick vom Fotos: Günter Hammer |