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Ganz viele Taufen... und zwei Feste für die ganze Gemeinde
Tauffeste waren "schön und offen" - Umfrage
Freiburg (ks/gh).Das Jahr der Taufe, ausgerufen von der Badischen Landeskirche für 2011, traf besonders in der Westpfarrei auf große Resonanz. Viele Familien nahmen die Einladung der Pfarrgemeinde West zu einem der beiden gemeinsamen Feste an, so dass dieses Sakrament letztlich 26 Kindern im Alter von einem Monat bis zehn Jahren gespendet werden konnte. Am Sonntag, dem 2. Juni, im Rosengarten im Eschholzpark im Stühlinger wurden erst zehn Kinder zur Taufe gebracht, am Taufsonntag der Badischen Landeskirche, dem 10. Juli 2011, waren es dann auf dem Platz der Markusgemeinde im Stadtteil Mooswald 16 Kinder. Zuvor hatte die Westpfarrei in einem Brief an alle Familien mit Kindern, die noch nicht getauft waren, einen Einladungsbrief versandt. In der badischen Kirche wurden in rund 300 Gemeinden am landesweiten Tauf-Sonntag, (10. Juli 2011) über 1000 Taufen.

Wir* fragten bei vier Familien gefragt, wie sie die Taufen erlebt haben. (Die Namen wurde hier abgekürzt)

Wie haben Sie reagiert, als Sie wegen der Teilnahme an der Taufaktion der Pfarrgemeinde West angeschrieben wurden?

Frau O: Ich war freudig überrascht. Vorher gab es viele Überlegungen, wann und wo Victoria, die inzwischen sieben Jahre alt ist, wohl getauft werden könnte, aber konkret wurden die Pläne nie. Als das Anschreiben von der Gemeinde kam, war mir gleich klar: "Das ist die Gelegenheit!"

Was hat Ihnen an der Idee einer gemeinsamen Tauffeier gefallen?

Familie M-K.: Das Gefühl der Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit. Schon das Treffen, bei dem wir gemeinsam die Taufkerzen gestaltet haben, war ein schönes Erlebnis. Und dass die Taufe draußen gefeiert wurde, sorgte noch zusätzlich für das Besondere an diesem Tag. Eine solch entspannte Atmosphäre haben wir bisher selten innerhalb einer Kirche erlebt.

Frau E.: Es war etwas Schönes und Neues und ich hab das Fest als freundlich und offen empfungen.

Hätten Sie Ihr Kind ohne die Möglichkeit der gemeinsamen Taufaktion möglicherweise nicht taufen lassen?

Frau N.: Für mich war die Taufe für Jonathan immer ein Thema, welches aber wegen unserer familiären Situation und wegen der Umzüge immer wieder aufgeschoben wurde. Mein Interesse wurde bei der Einschulung wieder geweckt. Dann kam die Idee mit der gemeinsamen Tauffeier und für mich schloss sich der Kreis.

Welche Diskussionen gab es in Ihrer Familie?

Familie M-K.: Der Vater Naturwissenschaftler, die Mutter aus einem christlich geprägten Elternhaus - da gab es in der Tat Diskussionsbedarf, ob wir Marielle überhaupt taufen lassen. Geeinigt haben wir uns so: Vom Papa gibt’s Spannendes vom Urknall zu hören, die Mama erzählt von Jesus und seinen Jüngern.

Wie haben Sie sich auf das Ereignis vorbereitet, wie über das Ereignis informiert?

Frau E.: Wir hatten schon mal einen Tauftermin, das aber wegen eines Todesfalles in der Familie kurzfristig ausfallen musste. Jetzt ist uns der gemeinsame Taufsonntag gerade richtig gekommen.

Familie M-K.: Eine der wichtigsten Fragen war für uns die Wahl der Paten. Wir haben uns bewusst für eine Patentante und einen Patenonkel entschieden, die nicht nur eine besondere Beziehung zu Marielle, sondern auch eine Beziehung zu Gott haben. Auch das gemeinsame Gestalten der Taufkerze und die Wahl des Taufspruchs waren eine Vorbereitung auf das Fest.

Was bedeutet die Taufe für Sie?

Frau O.: In Dresden, damals in der DDR, war ich selbst von Kind an in unserer Gemeinde mit dabei. Es war eine schöne, erfüllte Zeit dort mit all den anderen jungen Leuten. Deshalb wollte ich unbedingt, dass auch unsere jüngste Tochter zur Gemeinde gehört, dass sie von Gott erfährt, und dass unser christlicher Glaube die Grundlage ihres Lebens wird.

Wie haben Sie die Tauffeiern erlebt, was hat Ihnen zugesagt, was hat Ihnen weniger zugesagt?

Frau E.: Vor allem für die Kinder war es interessant zu sehen was überall geschieht. Dass es so viele Taufen gleichzeitig waren, hat überhaupt nicht gestört, weil wir im Freien waren und alles wie ein offener Raum wirkte. Auch das anschließende gemeinsame Feiern war sehr nett – und gut organisiert.

Frau N.: Die Stimmung bei der Tauffeier im Rosengarten fand ich sehr berührend, festlich, dabei auch heiter. Für mich, unseren Sohn und unsere Gäste war es ein rundum gelungenes, beeindruckendes Erlebnis. Nur einen kurzen Moment musste ich innerlich schlucken, das war, als die Eltern aufstehen sollten, um sich zur Taufe zu bekennen. Da wurde mir wieder schmerzlich unsere 2-er Konstellation bewusst.

Victoria O.: Als es bei unserem Fest regnete, sind wir in die Kirche und haben dort Verstecken gespielt. Ein alter Mann kam und sagte, wir dürften hier nicht so herumrennen, das ist eine Kirche. Da haben wir etwas langsamer gemacht - bis er weg war. - Wir haben auch am Tisch gebastelt und zum Schluss Luftballons fliegen lassen. Das hat mir gefallen.

Haben Sie Gäste zur Tauffeier mitbringen können oder haben Sie an der Tauffeier im engeren Familienkreis teilgenommen?

Frau N.: Es waren außer mir dabei natürlich der Täufling, mein Bruder mit Frau und Tochter, die beiden Paten, eine enge Freundin und ein Freund mit ihrem Sohn.

Frau E.: Wir hatte insgesamt zwölf Gäste eingeladen. Allen hat es gefallen, vor allem die Musik war schön.

Würden Sie wieder bei einer gemeinsamen Tauffeier mitmachen?

Alle einhellig: "Auf jeden Fall!“.

Frau E.: Man könnte solch ein Fest ab und zu anbieten und dazu einladen, vor allem im Sommer, wenn es warm ist. Aber auch in der kalten Jahreszeit kann ich mir ein Fest dieser Art vorstellen, dann natürlich in einer Kirche.


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Entnommen aus "gemeinsam" Beilage für die Gemeindebriefe der Westpfarrei

17. 7. 2011



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Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenbezirks Freiburg