Freiburg (gh). Es gab vieles was das Sammler-Herz begehrt: Möbel und Geschirr, Schmuck und Kunst, Praktisches und Kitschiges. Am vergangenen Samstag (12. 12. 09) nahmen mehr als 100 Interessierte an der zweiten Kunst- und Antiquitätenauktion
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| Professor Schächtele erwies sich als witziger Auktionator, der die Interessierten auch gut unterhielt. |
des Second-Hand-Centers "Spinnwebe" teil, das vom Diakonischen Werk Freiburgs (DW) betrieben wird. Genau 120 Produkte kamen unter den Hammer. Den schwang Professor Traugott Schächtele, von der Evangelischen Hochschule Freiburgs. Der ehemalige Dekan des Kirchenbezirks und Vorsitzende des Badischen Pfarrvereins absolvierte mit lockeren Sprüchen und witzigen Kommentaren das Mammutprogramm und hielt so die Käufer bei Laune. Am Ende freute sich DW-Geschäftsführer Jochen Pfisterer und die Spinnwebemitarbeiterinnen und -mitarbeiter über einen Erlös von 4.950 Euro. Mit einem Teil dieser Summe wird ein Regenwasserprojekt der badischen Diakonie in Ghana unterstützt. Mit der diesjährigen Auktion wurde auch die Erweiterungsfläche des Betriebs im zweiten Obergeschoss eröffnet.
Von der "Spinnwebe" werden jährlich rund 100 Haushaltsauflösungen durchgeführt, aus denen sich ein vielfältiges Angebot von Gebrauchtwaren ergibt. Die schönsten Teile, häufig Antiquarisches oder Sammlerware, werden der Auktion zugeführt.
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| Auktionator und Spinnwebeleiter Bernhard Neyer mussten konzentriert bei der Sache sein. |
So kam beispielsweise ein Perserteppich unter den Hammer, der einst 8.800 D-Mark gekostet hatte, er ging jetzt für 350 Euro über den Auktionstisch. Ein anderes Beispiel, für 135 Euro gingen zwei kleine Ledersessel weg, die sich ein junges Paar aus einer Umland-gemeinde ersteigert hatte. Der Einstiegspreis für die beiden gut erhaltenen Sitzgelegenheiten lag bei 10 Euro. "So was haben wir schon lange gesucht, der Preis ist okay, außerdem unterstützt man eine gute Sache", freute sich der Käufer, zahlte an der Kasse und machte einen Liefertermin aus. Denn die Anlieferung der ersteigerten Waren gehört zum Service des Sozialbetriebs. Renner der Auktion war diesmal Geschirr aus Porzellan und Stilmöbel. Aber auch ein Hohner-Akkordeon und ein englischer Stutzflügel gab es günstig zu erwerben.
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| Die zu versteigende Ware konnte zuvor natürlich besichtigt werden. alle Fotos g hammer |
Die "Spinnwebe" ist aber nicht nur ein Secondhand-Kaufhaus. Der diakonische Betreib am Rande eines Einkaufszentrums im Stadtteil Weingarten, ist auch Beschäftigungsprojekt für arbeitslose Menschen. Alle Maßnahmeteilneh-mende leben von Hartz IV. Sie werden intensiv für ihre Arbeit im Transport, Wareneingang, Lagerhaltung und Verkauf geschult. Rund 400 Frauen und Männer haben so das Gebrauchtwaren-Center in den letzen vier Jahren durchlaufen. Die Diakonie-Hauptamtlichen achten sehr darauf, dass jeder Einzelne genügend Zeit und Raum erhält seine eigenen Kompetenzen zu entdecken. Das unterscheidet die Sozial-Firma von einem rein kommerziellen Gewerbebetrieb.
Seit neustem bildet die Spinnwebe auch beruflich aus. Zwei Frauen und ein Mann werden derzeit zu Verkäufern ausgebildet. Die Spinnwebe gibt es mittlerweile seit 20 Jahren. Der Laden ist an Werktagen täglich zu den üblichen Zeiten geöffnet.
13. 12. 09
Lesen Sie hier einen Beitrag zu den neuen Ausbildungszweig der Spinnwebe
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