Freiburg (gh). Die ersten Umzugskisten stehen schon gepackt im Flur und im ganzen Pfarrhaus ist der kommende Aufbruch deutlich. Pfarrer Karlheinz Rinklin geht in Ruhestand. Der Seelsorger von Opfingen (1.400 Gemeindeglieder) und Waltershofen (500 Gemeindeglieder) wird am Sonntag, (4. Oktober 09), nach 26 Jahren am Tuniberg, von Dekan Markus Engelhardt verabschiedet. Um 18 Uhr beginnt der Abschiedsgottesdienst in der Evangelischen Bergkirche (erbaut 1778) und im Anschluss wird zu einem Empfang in die Tuniberghalle (bei der Tunibergschule) geladen.
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In Freiburg-Opfingen geht der 46. Gemeindepfarrer seit der Reformation, Pfarrer Karlheinz Rinklin, in Ruhestand. Foto: G. Hammer
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Mit Rinklin geht der 46. Pfarrer in der 453-jährigen Geschichte der Gemeinde, die einst (1556) durch den Markgrafen Karl II. zur Reformation kam. „Ich war am drittlängsten hier“, sagt der Ortspfarrer schmunzelnd. Und so zählt er im Rückblick denn auch das Reformationsjubiläum vor drei Jahren zu einem der Höhepunkte seiner Amtszeit. Auch die 1000-Jahr-Feier von Opfingen mit dem Festgottesdienst sei ein herausragendes Ereignis der jüngsten Jahre gewesen, sagt Rinklin mit etwas Wehmut in der Stimme.
Als Schwerpunkt seiner Arbeit über zweieinhalb Jahrzehnte bezeichnet der 63-Jährige sein sozial-diakonisches Engagement. So war Rinklin über all die Jahre Vorstand der Kirchlichen Sozialstation Tuniberg, er förderte Dritte-Welt-Projekte in Uganda und Kenia, unterstützte den ökumenisch organisierten Kindersachenmarkt, den es auch schon 25 Jahre gibt und er sammelte für evangelische Minderheitskirchen im GAW. In eben diesem GAW (Gustav-Adolf-Werk) ist er seit vielen Jahren im badischen Landesvorstand. Zur Beständigkeit des Pfarrers gehört auch, dass er von Anfang an im Kirchenchor mitgesungen hat. „Heute bin ich mit allen befreundet“, sagt der singende Seelsorger. Wurde in der schönen Bergkirche Hochzeit gefeiert war der Pfarrer Rinklin bei den Brautleuten stets beliebt und bei Beerdigungen seelsorgliche und tröstende Worte zu finden sei ihm ein tiefes Anliegen.
Auch die Kinder- und Jugendarbeit hat dem Geistlichen immer am Herzen gelegen. Die evangelistisch-missionarische Ausrichtung dieses Arbeitszweigs der Gemeinde ermögliche eine große Offenheit, auch für Christen aus anderen Kirchen, erklärt der Pfarrer. In früheren Jahren sei er im Dorf auch „der Apostel der Grünen“ genannt worden und habe sich für die Friedensinitiative und die Ökologiebewegung eingesetzt. „Erreicht hat ich da nicht viel“, meint er selbstkritisch, doch „bei einem Fußballtunier war ich mal bei denen im Tor gestanden“, erinnert sich Rinklin an die 80er Jahre.
Wenn alles im Pfarrhaus (erbaut 1764) gepackt ist, wird der Theologe nach Eichstetten ziehen wo er einst aufgewachsen ist. Dann stehe zunächst eine große Pause auf dem Programm und nach einer gewissen Erholungszeit „werde ich ausgiebig Rad fahren und wandern“, lacht Rinklin. Die Opfinger Pfarrstelle die zur Pfarrgemeinde Tuniberg gehört ist bereits ausgeschrieben. Demnächst wird ein Bewerber einen „Vorstellungsgottesdienst“ halten.
1. 10. 09
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