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Reformationstag der Evangelischen
Von katholischer Kirche lernen
Freiburg (gh). Protestanten könnten viel von den katholischen Mitchristen lernen wenn es um ihr Verhältnis zur eigenen Kirche geht. Dies sagte Dekan Markus Engelhardt in seiner Predigt zum Reformationstag am Mittwoch, 31. Oktober, im zentralen Gottesdienst für die evangelischen Gemeinden Freiburgs. Zu viele Evangelische verstünden die "protestantische Freiheit auch als Freiheit ihrer Kirche den Rücken zu kehren", beklagte Engelhardt in der Freiburger Ludwigskirche. Gleichzeitig müsse sich die Katholische Kirche aber sagen lassen, dass ihre Position zu Geburtenkontrolle, Aids-Prävention und Schwangerenkonfliktberatung, sehr problematisch sei. Und, dass Frauen der Zugang zum Priesteramt verehrt ist, sei nur unter "skurrilen exegetischen Verrenkungen biblisch begründbar".

Engelhardt stellte das Verhältnis der "Katholiken" zu ihrer Kirche heraus, denn trotz allen Leidens an ihr würde katholische Mitchristen ihre Kirche "lieben". Katholiken "haben mit der Muttermilch eingesogen, was uns so abgeht: Körpergefühl für den Leib Christi", so der evangelische Dekan. Kirche sei mehr als Gemeinde vor Ort, mehr als ein einzelner Bischof oder Kardinal.

Zugleich verwies der Theologe auf den Kern der Rechtfertigungslehre als dem "größten Geschenk der Reformation": "Gott erkennt den Menschen als Person unbedingt an". Engelhardt, der im vergangenen März von der Stadtsynode gewählt worden war und seit Juli im Dienst ist, erläuterte dieses "Urprotestantische". Evangelisch sein hieße immer hochsensibel und wach sein für "die uns umgebende Welt und die jeweiligen Zeitläufe". Er benannte beispielhaft die Evangelischen Kirchentage, die zur Sprache brächten, was "nicht offen zu Tage liege zwischen Himmel und Erde".

Die Freiburger Protestanten erlebe er als neuer Dekan auch "ein wenig wie die Kinder Israel auf ihrem Zug durch die Sinai-Wünste". Es sei verständlich, dass manche Evangelische angesichts der neuen innerkirchlichen Freiburger Struktur zwischen Begeisterung, Erschöpfung und Verdrossenheit wankten. Vielen aus den "Kerngemeinden" sei zurzeit weniger nach "Kirche der Freiheit", sondern mehr nach "Kirche der Geborgenheit", Sicherheit und vertrauten Räumen. Dies dürfe aber nicht "zur Grundbefindlichkeit werden, wenn wir selbstbewusst evangelisch bleiben wollen."

Hier finden Sie die komplette Predigt von Dekan Engelhardt (pdf-Datei)

31. 10. 2007



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Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenbezirks Freiburg

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