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Pfingsten: Geistesgegenwärtige ökumenische Wende
Predigt von Dekan Markus Engelhardt im ökumenischen Gottesdienst
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Freiburg (gh). Eine "Art kopernikanische Wende" in der Ökumene forderte Dekan Markus Engelhardt in seiner Predigt zum Pfingstfest am Pfingstmontag (13. 6. 2011) in der Christuskirche. Bei dem ökumenischen Gottesdienst der evangelischen und katholischen Gemeinden aus den Stadtteilen Wiehre und Günterstal sagte Engelhardt: "Ich denke wir haben die jeweils anderen christlichen Gemeinschaften nicht mehr so anzusehen, als ob sie sich um die eigene Kirche als Mitte bewegen, so wie vor Kopernikus die Planeten als sich um die Erde drehend verstanden worden waren." Vielmehr müsste erkannt werden dass "wir mit den anderen Gemeinschaften zusammen"“ gleichsam wie Planeten um Christus als die Sonne kreisen und von ihm her Licht empfangen. Die Kirchen müssten dabei lernen sich "ein Stück weit" von außen zu sehen.
Selbstkritisch meinte der Dekan, der über die Geschichte von Turmbau zu Babel (1. Mose 11) predigte, die "Zerstreuung und Zersplitterung" der Kirche sei, trotz vieler Annäherungen in den letzten 50 Jahren, immer noch "beschämend". Damit gäben die Christen der Welt ein "miserables Zeugnis" ab, denn es werde erwartet, dass die Christen mit "einer, und eigener Stimme" sprechen. Diese Selbstkritik gelte, so der evangelischen Theologe, besonders seiner eigenen Konfession. Freilich schaue es zurzeit innerhalb der "rechtlich einheitlichen Katholische Kirche" auch nicht viel besser aus, meinte Engelhardt.
Das Pfingstwunder, bei dem in Jerusalem sich die Menschen unterschiedlerer Sprachen und Nationen verstehen konnten, sei eine hoffnungsvolle Gegengeschichte zum babylonischen Turmbau. Denn sie halte die Sehnsucht wach, dass doch noch der Zustand erreicht werde, den ökumenisch Engagierte als ""versöhnte Verschiedenheit" kennzeichnen. Engelhardt würdigte die Fortschritte, die es in den vergangenen Jahrzehnten in der Ökumene gegeben habe. So sei die wieder entdeckte Bedeutung der feierlichen Gestaltung der Liturgie in evangelischen Gottesdiensten "ohne das Vorbild der Katholischen Kirche" nicht denkbar gewesen. Umgekehrt verdanke sich die Entdeckung von Gemeindechorälen, "auch von zeitgenössischen", in katholischen Messen, sowie das Lesen und Auslegen der Bibel in den katholischen Häusern "auch der Nachbarschaft der Evangelischen Kirche".
Pfingsten sei das Fest der "Einkehr der göttlichen Geistesgegenwart" in der von vielen guten Geistern verlassenen Welt. Gottes Geist bringe die stummgewordenen Christen und Gemeinden in Bewegung, ins Miteinanderreden und zum gegenseitigen Verstehen.
Die komplette Predigt von Dekan Engelhardt können Sie hier nachlesen
13. 6. 2011 |
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