Freiburg (gh). „Lass mich nicht allein“ so lautet das Motto der diesjährigen Aktion Opferwoche der Diakonie, die in ganz Baden vom kommenden Sonntag an, (26. Juni 2011) bis Sonntag, 3. Juli dauert und mit einer Haus- und Straßensammlung verbunden ist. In Freiburg geht des dabei besonders um Menschen in Wohnungsnot, die nicht allein gelassen werden sollen. Mit einem Gottesdienst in der Kreuzkirche, Fehrenbachallee 50, wird die Aktion am Sonntag, um 10 Uhr, für den Stadtbereich eröffnet. Dabei wird ein Freiburger Projekt, das von der Opferwoche bezuschusst wird, besonders vorgestellt: Gesundheitsförderung für Menschen in Wohnungsnot im Ferdinand-Weiß-Haus (FWH).
Durch das FWH-Projekt der badischen Diakonie soll der Gesundheitsfond für die von Wohnungsnot bedrohten Menschen aufgestockt werden. Zudem will man durch entsprechende Beratung und Unterstützung die Leute in Sachen Gesundheit zu mehr Selbstverantwortung befähigen „Für Männer und Frauen, deren existentielle Situation schwierig ist beispielsweise durch Wohnungsverlust und durch das Leben auf der Straße hat die Gesundheitsfürsorge und vorsorge in der Regel nicht die höchste Priorität,“ sagt Klaus Fournell. Der erfahrene Sozialarbeiter im FWH weiß, dass das komplizierte Gesundheitssystem mit Praxen, Kassen und Ämtern häufig für wohnungslose Menschen oft eine nicht zu überwindende Hürde darstellt. Deshalb kommt zweimal wöchentlich ein engagierter praktischer Arzt direkt ins Ferdinand-Weiß-Haus und bietet vor Ort regelmäßig Sprechstunden an.
Allerdings müsse der Arzt sich dabei auf die medizinischen Aspekte konzentrieren. Ihm fehle die Zeit, mit dem wohnungslosen Kranken Anträge auszufüllen, Befreiungen zu beantragen oder ihn gar in die Klinik zu begleiten. Hier sollen künftig auch engagierte Ehrenamtliche helfen, die von den hauptberuflichen Mitarbeitenden unterstützt werden. Ziel sei es, dass die Wohnungslosen die „Selbstbestimmte Teilhabe an medizinischer Versorgung“ erfahren und bald mit immer weniger direkten Hilfen auskommen können. Ins Ferdinand-Weiß-Haus kommen täglich etwa 60 bis 80 Männer und Frauen, die von Wohnungsnot bedroht oder aktuell Obdachlos sind.
Auch der Badische Landesbischof Ulrich Fischer hat dazu aufgerufen die Gesundheitsarbeit im FWH durch die Aktion Opferwoche zu unterstützen. „Das Ferdinand-Weiß-Haus in Freiburg ist für diese Menschen da. Hier finden sie jemanden, der ihnen bei der Krankenkasse hilft. Der sie begleitet, wenn sie in ein Krankenhaus müssen. Der da ist, wenn es schnell gehen muss und Sprechstunden hält für die, die sich in kein Wartezimmer trauen.“, erklärt Fischer in seinem Aufruf.
21.6.11
Mehr Infos auch bei www.diakonie-baden.de
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