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Das Böse mit Gutem überwinden
Neujahrspredigt von Dekan Engelhardt nach dem Terroranschlag von Ägypten - Ehrlicher Dialog mit "dem" Islam notwendig |
Freiburg (gh). "Lasst euch nicht vom Bösen überwinden, sondern überwindet das Böse mit Gutem" so lautet die Jahreslosung in der Evangelischen Kirche für das neue Jahr 2011. Der markante Vers, der aus dem Brief des Apostel Paulus an die Gemeinde in Rom (Römerbrief 12,21) entstammt bringe auf den Punkt was die "absolute Essenz dessen bildet, was wir 'christliches Leben' nennen", sagte Dekan Markus Engelhardt in seiner predigt zum Neujahrstag am Sonntag (2. 1. 2011) in der Freiburger Friedenskirche. Denn christliches Leben heiße über seien Schatten springen, vergeben können und den "anderen nicht auf ewig festlegen".
Wer aber die Feindesliebe praktiziere, wer dem Bösen mit Gutem begegne, mache sich jedoch angreifbar, so Engelhardt. Diese Liebe heiße freilich nicht "Großmut und Sanfheit als Besonders raffinierte Form der Gegenoffensive" einzusetzen, sondern, dem "der mein Verderben will, ohne Rüstung und ohne Waffen entgegen gehen". Selbstkritisch fragte der Dekan, ob "wir Theologen" nicht zu glatt und "harmlos nur vom liebenden, und vom (mit)leidenden Gott reden und predigen". Zum Ernst der Liebe gehöre auch, dass sie immer wieder gefährdet sei durch das Böse, das "noch mehr und anderes ist als Mangel an Liebe oder das erklärbare Resultat selbst erfahrener Lieblosigkeit".
Diese Frage stelle sich auch "im Blick auf unser Verhältnis zu den islamischen Milieus", meinte Engelhardt. Nach dem Terroranschlag gegen koptische Christen in der Silvesternacht in Ägypten müsse man Vertreter "des" Islams klarer befragen, ob eine Tendenz, religiöse Ideale mit weltlicher, notfalls gewalttätigen Mitteln durchsetzen, dem Islam nicht doch innewohne". Zudem müsse gefragt werden, wie der Islam es mir der "uns Christen unabdingbaren Unterscheidung zwischen Gottesreich und weltlicher Herrschaft" halte. In manchen islamischen Ländern gäbe es zunehmend Zustände, "die einer Christenverfolgung zumindest nahe" kämen. Es bleibe dabei richtig, dass es bei einer differenzierten Sicht "den" Islam noch weniger gäbe als "das" Christentum. Zu einem "Dialog" mit den Vertretern dieser Weltreligionen gäbe es keine Alternative. Dieser Dialog müsse von christlicher Seite ohne "eine bestimmte Art von political correctness geführt werden".
Gott selbst gehe uns dabei in seiner Vollkommenheit mit "ermutigendem Beispiel voran". Er gewähre der ganzen Welt, und "nicht nur seinen Freunden", die nötigen Mittel zum Leben. Und Gott habe selbst vorexerziert was es heiße dem Bösen ohne Waffen und Widerstand entgegenzutreten und ein Freund-Feind-Verhältnis einseitig für beendet zu erklären. Für Christen ging es darum "dem Bösen einfach mit offenen, also leeren Händen entgegenzutreten", aufhören selber etwas darzustellen und stattdessen anfangen Gott selbst darzustellen, um Gottes Kinder zu werden.
Die komplette Predigt des Dekans finden Sie hier.
2. 1. 2011 |
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