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Uraufführung in Freiburg:
Meister Eckehart-Oratorium
Komposition von Gregorianik bis Jazz in der Thomaskirche
FREIBURG (gh/jb). Ein eigens entwickeltes Oratorium, anlässlich des 750-jährigen Geburtstags des großen Mystikers Meister Eckehart, wird am kommenden Samstag, 18. September 2010, um 19 Uhr, in der Freiburger Thomaskirche, Tullastraße 15, uraufgeführt. Komponiert hat das zirka einstündige Werk, das aus fünf Hauptteilen besteht, der Emmendinger Bezirkskantor Jörn Bartels. Der evangelische Pfarrer und Kontemplations- und Zenlehrer Matthias Uhlich (Freiburg) hat die Textauswahl und -Zusammenstellung vorgenommen.

Der Mystiker Meister Eckehart wurde um 1260 bei Gotha geboren und ist am 30. April 1328 in Avignon gestorben. Eckehart gilt als einer der ersten Theologen der es, lange vor Martin Luther, gewagt hat, Predigten in deutscher Sprache zu halten. Mit seinem Denken und mit seiner Sprachgewaltigkeit hat er das Geistesleben bis heute beeinflusst, wie kaum eine andere Person des Mittelalters. Sein damals revolutionärer Grundgedanke war, dass die Menschen nicht durch ihre Werke, sondern durch ihr Sein ein gottgefälliges Leben führen sollen. In diesen Aspekten zeigen sich deutliche Parallelen zu Martin Luther. Eckehart war der Erste, der vom Sein als philosophischer Kategorie gesprochen hat, er wird auch heute viel von Tiefenpsychologen (wie z.B. Erich Fromm), die seine Bilder vom Seelengrund aufnehmen, zitiert und er hat viele Liebhaber in den Lehrern der östlichen Weisheit, die eine Verwandtschaft zu mystischen Strömungen anderer Religionen sehen.

Das Stück von Jörg Bartels ist für sechs Solostimmen (Sibylle Schaible -Sopran, Frauke Hofmann - Mezzo, Susanne Otto - Alt, Christoph Waltle - Tenor, Hugo Pieri - Bariton und Georg Gädker - Bass) und sechs Streicher (Violine, Viola, drei Celli und Kontrabass) komponiert. Das Instrumentalensemble Stringendo spielen in alter Stimmung auf historischen Instrumenten, damit eine gute Verschmelzung mit den Singstimmen gewährleistet ist. Das Werk besteht aus den Teilen: Geburt, Berufung, Lehrer, Verurteilung und Tod. Am Ende dieser Teile steht jeweils ein Schlusschoral des Chores.

Die Bezeichnung Oratorium trifft nicht in allen Facetten das vorliegende Werk. Es finden sich keine Arien und nur andeutungsweise Rezitative. Der Einsatz des Chores beschränkt sich auf die Schlusschoräle der fünf Teile (so wie bei manchen Kantaten Bachs). Das meiste ist Ensemblemusik im motettischen Stil. Die Musik ist stilistisch vielfältig und scheut sich nicht, den Text in seinen Einzelheiten in den Vordergrund zu stellen. Die als gemäßigt modern zu bezeichnende Musik greift auf gregorianische, barocke, impressionistische und jazzige Stilmittel zurück. Damit bei der stilistischen Vielfalt das Werk als Ganzes nicht auseinander bricht, durchziehen das Oratorium wiederkehrende Motive. Wichtige Texte Eckeharts werden vertont. Daneben finden Bibeltexte (z.B. die Berufung des Elias), andere Mystiker (wie Angelus Silesius und Gerhard Tersteegen) und Choraltexte ihren Platz.

Der Eintritt kostet jeweils 15 Euro ermäßigt 12 Euro. Die Abendkasse ist ab 18.20 Uhr geöffnet. Die zweite Aufführung mit großer Kantoreibeteiligung findet bereits tagsdrauf am Sonntag, 19.September, um 19 Uhr, in der evangelischen Stadtkirche in Emmendingen statt. Eine weitere Aufführung ist am 2.Oktober, um 18.15 Uhr, in der Heilig-Geist-Kirche in der Heidelberger Altstadt geplant.


12. 9. 2010



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Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenbezirks Freiburg