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Aus der Kritik wurde Zustimmung
Am Sonntag wird Pfarrer Förschler in der Matthäuskirche eingeführt.
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| Pfarrer Förschler beginnt seinen Dienst in der Matthäuskirche. Foto: G. Hammer |
Freiburg (gh). "Ich war selbst verblüfft, dass ich mich beworben habe", sagt Ewald Förschler schmunzelnd. Der neue Pfarrer der Matthäuskirche kennt Freiburg und die evangelische Kirche hier gut. Denn bis 2002 war er Pfarrer der Melanchthongemeinde in Haslach, dann wechselte er, auch aus einer Kritik über die innerkirchliche Strukturreform (dem sogenannten "Freiburger Weg") nach Freiamt. "Jetzt komme ich als einer, der sich entwickelt und verändert hat in eine entwickelte und veränderte Struktur der evangelischen Kirche Freiburgs zurück". Am Sonntag 26. September, um 11 Uhr, wurde Pfarrer Förschler in einem gemeinsamen Gottesdienst aller Westgemeinden in der voll besetzten Matthäuskirche in Betztenhausen/Bischofslinde von Dekan Markus Engelhardt in seine neue Aufgabe eingeführt.
Er habe sich bewusst für das Gruppenpfarramt im Freiburger Westen beworben. Denn hier könne er im Team mit den anderen drei Pfarrern (demnächst wird noch in Landwasser ein Pfarrer oder eine Pfarrerin gewählt) und dem Diakon arbeiten, sagte der 54-jährige Theologe im Gespräch. Während seiner Zeit in Freiamt habe er die Vorteile der Teamarbeit schätzen gelernt. "Ich habe auch viel an mir persönlich gearbeitet", erklärt Förschler. Weiterbildungen unter anderem in Moderationsmethoden und begleitet von Supervision hätten ihn weiter gebracht.
An seiner neuen Stelle schätzt er nun die seit einiger Zeit eingeführte neue Struktur. Sie brächte durch das gemeinsame zentrale Pfarramt in der Fehrenbachallee viel Entlastung an Verwaltungsaufgaben. "Das ist genial", meint der Geistliche, der weiß, dass Pfarrer auch häufig Einzelkämpfer in ihrem Beruf sind. Auch die Kommunikation mit den ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern sei "ganz toll". Es lasse sich in dieser neuen Phase des Gemeindeaufbaus viel gestalten. Seine Erfahrungen will Förschler vor allem in der Arbeit mit Kleingruppen und eben im Gemeindeaufbau einbringen. Es stehe jetzt ein Prozess an "Richtung spirituelle Mitte", sagt er.
Im Predigtbezirk Matthäuskirche sei er sehr freundlich aufgenommen worden. Schon am ersten Umzugstag seien zwei Frauen aus der Gemeinde mit selbstgebackenem Brot, Wein aus Israel und Salz gekommen, um das Ehepaar Förschler willkommen zu heißen. Ein erstes großes Mitarbeitertreffen hat inzwischen stattgefunden, ein weiteres ist demnächst für den Lehener Teil des Predigtbezirks geplant. Jetzt gälte es auch das gemeinsame Bewusstsein für die gesamte Westpfarrei zu stärken, ohne das Profil einer einzelnen Pfarrstelle aufgeben zu müssen. Verblüfft war der neue Pfarrer schließlich auch noch über etwas anderes: die kurzen Wege im Westen. "Ich fahr kaum noch mit dem Auto", meint er lachend.
Lesen Sie hier die Rede von Dekan Engelhardt zur Einführung von Pfarrer Förschler in der Matthäuskirche
Beitrag in der Badischen Zeitung
Aus Kritik wurde Zustimmung (veröffentlicht am 24. September 2010 auf badische-zeitung.de)
22.9.2010
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Kindergartenkinder lernen jetzt sägen und hämmern
Neues Werkhaus wurde im Matthäuskindergarten eingeweiht
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Freiburg (gh). Kevin ist fünf. Demnächst wird er einen Führerschein machen. Nein, keinen Fahrzeugführerschein, sondern den für eine Säge. Eine Fuchsschwanzsäge. Künftig lernt Kevin, wenn er mit seiner Kindergartengruppe ins neu gebaute Werkhaus geht, Holz einzuspannen und die Säge alleine zu benützen. Auch mit einer Feile und mit einem Hammer wird er dann hantieren lernen. Am Wochenende, (9. Mai 09) hat er - zusammen mit vielen kleinen "Kindergartenkolleginnen und -kollegen" - "sein2 neues Werkhaus bei einem Fest in Besitz genommen. Die neue Holzwerkstatt steht im Freigelände des Matthäuskindergartens (Freytagstraße 4) in Betzenhausen.
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| Staunend sitzen die Kleinen für ihrem neuen Werkhaus. Alle haben beim Bau mitgeholfen. |
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| Florian kann's. Die Mutter kann derweil beruhigt aus dem Fenster schauen. Florian haut sich nicht auf die Finger. |
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| Hallo, hallo das Werkhaus ist eröffnet: Kindergartenleiterin Regina Bosler-Hertrampf (re) gibt Informationen zum Fest. Fotos: G. Hammer |
Mit den Vorbereitungen zur Einführung des neuen Bildungs- und Orientierungsplans in Baden-Württemberg, der ab September in allen Kindergärten verbindlich wird, sei vieles in Bewegung gekommen, sagte Kindergartenleiterin Regina Bosler-Hertrampf. "Der Wandel ist auf verschiedenen Ebenen spürbar", stellt die erfahrene Erzieherin fest. Denn jetzt würde auch bei den Drei- bis Sechsjährigen deutlicher nach den Stärken der Kleinen geschaut. Dazu habe man verschiedene "Bildungsinseln" eingerichtet: Ein Malatelier, eine Bibliothek, ein Musikzimmer und eine Zahlenecke. Um die Kinder in ihren handwerklichen Fähigkeiten zu fördern, wurde nun - als neue Bildungsinsel - ein Werkhaus erstellt.
In dem nach baubiologischen Gesichtspunkten errichteten Holzhaus warten mehrere kindgerechte Werkbänke und entsprechendes Werkzeug auf kleine, fleißige Handwerker. Den Bau des Hauses finanzierte der Evangelische Gemeindeverein der Matthäuskirche mit eigenen Mitteln. Werkbänke und Werkzeug wurden mit Spendengeldern beschafft, berichtet Vorstandsmitglied Eberhardt Weiblen. Insgesamt seine 65.000 Euro investiert worden. Weiblen, ehemaliger Schulpädagoge, betonte auch, dass alle verwendeten Hölzer für das 20 Quadratmetergebäude aus heimischen Wäldern kämen. Während der gesamten 40 tägigen Bauzeit durften immer wieder die Schulanfangskinder selbst mithelfen.
Nach den Plänen der Architektin Uta Schwörer-Seyl wurde für die Errichtung des Werkhauses eigens ein Baupädagoge beauftragt. "Mädchen und Jungs waren gleichermaßen begeistert und haben die Bauarbeiten mit riesigem Interesse verfolgt und begeistert mitgeholfen2, sagt schmunzelnd Thomas Lang. Als gelernter Erzieher und Werkzeugmechaniker betreibt er ein Unternehmen, das im Bereich Bau- und Werkpädagogik tätig ist. Lang: "Wenn die persönliche Schutzausstattung (Atemschutz, Schutzbrille, Staubmaske, Gehörschutz) stimmt und die Kinder entsprechend ihres Alters und der Gruppendynamik angeleitet werden, kann man die Kids in viele Tätigkeiten einbeziehen." So haben die Matthäuskinder beispielsweise viele Nägel der Bretterverschalung am Werkhaus selbst eingeschlagen.
Natürlich müsse man in seinem Verhalten bei der Arbeit auch selbst Vorbild sein, so Lang. Denn die Kinder haben ihn und seine handwerklichen Partner sehr genau beobachtet. Völlig überrascht stellte der sechsjährige David dabei fest: "Die Männer schimpfen ja gar nicht miteinander!" Er und alle andern freuen sich jetzt auf das Fest und auf ihren neuen "Führerschein".
siehe auch Kinder als Handwerker (veröffentlicht am 08. Mai 2009 auf badische-zeitung.de)
9. 5. 09
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