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"Eine echte 68erin"
BZ-Ferien-Aktion in der Markuskirche
Freiburg (gh). Mehr als 70 Interessierte trafen sich am Dienstag (5. 8 08) auf dem Freiburger Markusplatz, um einen weiteren Höhepunkt der diesjährigen BZ-Ferienaktion zu erfahren. Eine Visite der vierzig Jahre jungen evangelische Markuskirche stand auf dem Programm. "Sie ist eine echte 68erin", sagte Pfarrer Ulrich Bayer den Besucherinnen und Besuchern schmunzelnd. Denn der Sakralbau, der auf dem Grundriss eines unregelmäßigen Achtecks steht, wurde am 1. Advent 1968 eingeweiht. Und, völlig im Stil der Zeit war die Kirche in Beton gebaut worden.
Auf dem Markusplatz vor der Kirche hatte der Pfarrer gemeinsam mit BZ-Redakteur Gerhard M. Kirk die Besucher empfangen. Pfarrer Beyer erläuterte die Baugeschichte der Kirche und die Entwicklung der Gemeinde. An Hand der im Botonpflaster eingelassenen Kieselsteinwappen, von den zur Gemeinde gehörenden Ortteilen, wurde das Gebiet der Markusgemeinde deutlich.

In der Kirche empfing Organist Otto Heinzmann die aufmerksame Besucher-Schar mit Orgelstücken - und sofort kehrte in den dunklen Raum andächtige Stille ein. Pfarrer Bayer berichtet dann von der Geschichte der Altarfensterwand, die den visuellen Mittelpunkt der Kirche bildet. Das biblische Motiv, das hier aufgegriffen wurde, ist die Berufungsgeschichte aus dem sechsten Kapitel des Jesaja-Buches. "Diese Fensterwand, hat aber auch eine deutsch-deutsche Geschichte", erklärte Bayer. Denn der Künstler, Christof Grüger, der in der damaligen DDR bei Magdeburg lebte, durfte damals, sechs Jahre nach dem Mauerbau, nicht ausreisen. So stellte er seinen Entwurf auf Skizzen und Plänen zusammen und schickte diese teilweise auf abenteurlichen Wegen über das Außenministerium und das DDR-Handelsministerium in den deutschen Südwesten. Hier setzte eine Freiburger Firma die Fenster in der Altarwand nach den schriftlichen Vorgaben zusammen. Erst viele Jahre später, kurz vor dem Fall der Mauer, konnte Grüger sein Werk erstmals im ausgeführten Orginal sehen.

Viele weitere ernste und heitere Episoden aus der Geschichte der Markuskirche konnte Pfarrer Bayer noch berichten. Weiters Informationsmaterial, das in der Kirche ausliegt wurde vorgestellt. Demnächst wir die evangelische Kirche auch einmal wöchentlich tagsüber offen sein. Ein Kerzenleuchter und ein Gebetsbuch laden in einer ruhigen Ecke der Kirche zu Gebet und Meditation ein.



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Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenbezirks Freiburg