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Freiburg-Mooswald - Am vergangenen Wochenende feierte die Markusgemeinde im Stadtteil Mooswald ihren 50. Geburtstag als selbständige Pfarrei. Höhepunkt war der Festgottesdienst gestaltet von Pfarrer Ulrich Bayer, bei dem der badische Landesbischof, Ulrich Fischer, die Predigt hielt. Es folgten im Anschluss an den Jubiläumsgottesdienst und tagsdrauf weitere festliche Programmpunkte, unter anderem ein musikalischer Gottesdienst am Sonntag sowie ein buntes Gemeindefest. Am Sonntagnachmittag sang auch der neue Kinderchor unter der Leitung von Otto Heizmann.
Im Juli 1953 hatte der Ältestenkreis, beim Oberkirchenrat den Antrag gestellt, der damals neuen Pfarrstelle den Namen Markusgemeinde zu geben, was alsbald genehmigt wurde.
Freilich hatte die Gemeinde eine lange Vorgeschichte. Schon 1924 gab es erste evangelische Gottesdienste im damaligen Dorf Betzenhausen. In Privathäusern und bald in der Volksschule (heute Gerhart-Hauptmannschule) traf man sich. Vikare kamen von der Luthergemeinde und betreuten die zuächst noch wenigen Evangelischen. Doch deren Zahl wuchs als die Mooswaldsiedlung gebaut wurde. Eine ehemalige Baubaracke in der Hofackerstraße wurde gekauft und als Kirche ausgebaut. Ein erstes bescheidenes Zentrum in dem sich Gemeinde sammelte war geschaffen. Doch beim verheerenden Bombenangriff auf Freiburg im November 1944, bei dem auch im Freiburger Westen viele Häuser in Schutt und Asche fielen, wurde auch das Kirchlein völlig zerstört.
Nach dem Krieg trafen sich die Protestanten in der Krypta der katholischen Kirche Heilige Familie. Die Gemeinde wuchs weiter denn viele Menschen, die aus ihrer Heimat hatten fliehen müssen oder vertrieben waren kamen in den Freiburger Westen. Auch die Dörfer vor der Stadt gehörten mittlerweile zum Gemeindegebiet: Umkirch, Hugstetten, Buchheim, Neuerhausen, Hochdorf und Lehen wurde vom hiesigen Geistlichen versorgt. Auch die Stadtteile Landwasser und Bischofslinde waren einst Teil der Markusgemeinde.
Einige Jahre später, zeitgleich mit dem Selbständigwerden, wurde eine zweite Kirchenbaracke in der Gemeinde errichtet. Die ehemalige Notkirche der Luthergemeinde, einst gestiftet vom Lutherischen Weltbund, stand zur Verfügung als die neue Lutherkirche am Friedrich-Ebert-Platz errichtet war.
Zu dem Kirchlein, das nahe der jetzigen Markuskirche, Am Anger, stand, gehörte auch der erste Kindergarten der Gemeinde, der mithin auch fünfzig wird. Erster Pfarrer der neuen Markusgemeinde war Rudolf Kühnrich. Der Pfarrdienst sei schwierig gewesen, ist in den alten Schriften nachzulesen. Pfarrhaus (in der Sicksteinstraße), Kirche (Am Anger) und Gemeindehelferin (an der Ecke Elsässerstraße/Roßbaumweg) waren doch recht weit voneinander entfernt. "So ist es verständlich, dass man sich in der Pfarrei schon früh einen geschlossenen Pfarrhof mit festem Gotteshaus und allen für ein gedeihliches Gemeindeleben erforderlichen Baulichkeiten wünschte", heißt es wörtlich. Doch Pfarrer Kühnrichs Hoffnung, dass im ehemaligen Gemüsegarten (Elsässer/Falkenbergst-Straße) des Regierungspräsidenten Dichtel, den die Kirche gekauft hatte, eine neue Kirche gebaut werden könne zerschlugen sich. Schließlich gab"s ja die Barackenkirche und andere Gemeinden in Freiburg hatten gar kein Zuhause. So kam es, dass die Markusgemeinde am längsten auf eine eigenes Gemeindezentrum warten musste.
Erst 1968, Pfarrer Gerhard Hopfer war als zweiter Geistlicher der Gemeinde schon sechs Jahr im Dienst, also vor 35 Jahren, konnte die neue Markuskirche nach einer langen Planungsphase, samt Gemeindehaus, Wohnungen und neuem Kindergarten eingeweiht werden. Pfarrer Hopfer war es dann auch, der gemeinsam mit dem Ältestenkreis den weiteren Aufbau von Gemeinde und Kirche organisierte. Die Kirche bekam eine Orgel und in der Gemeinde entfaltete sich ein reiches Leben. Kirchenmusik, Seminare, Freizeiten und Ausflüge, Landesgartenschau 1986, Ökumene, Friedensgebete, Abendmahlsliturgie, Kunst an der Kirche und schließlich die neuen Glocken sind nur einige der Themen, die die Gemeindeglieder der Markusgemeinde vielfältig bewegt haben und bearbeitet wurden. In den 90er Jahren kamen bei Pfarrer Wolfram Klein, kamen weitere Arbeitsfelder wie Asylhelferarbeit und Kirchentag, Jugendband und viel beachtete Konzerte mit moderner sakraler Musik hinzu.
Seit eineinhalb Jahren ist nun Pfarrer Ulrich Bayer der vierte Pfarrer der Markusgemeinde. Er beobachtet den Wandel im Stadtteil Mooswald sorgfältig. Die neue Wohnbebauung in der Spittelackerstraße und dem Hüttingergelände werden wieder neue Herausforderungen für die Verantwortlichen der Gemeinde bringen, so Bayer. Er ist überzeugt: "Die Markuskirche ist beliebt", viel kämen weil die Kirche ein eigenständiger Sakralbau sei, so der Pfarrer. Viele Schulgottesdienst fänden hier statt und nicht wenige Paare aus anderen Gemeinden, wo es keinen Kirchbau gäbe, liesen sich hier trauen.
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Die 50-seitige Festschrift mit vielen weiteren interessanten Berichten zur Geschichte der Gemeinde kann für vier Euro im Pfarramt erworben werden.
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Die Markuskirche wurde 1968 am heutigen Seeparkgelände errichtet.

Landesbischof Fischer (li.) mit dem jetztigen Pfarrer Dr. Bayer (mi.) und Pfarrrer Klein, der bis 2000 Seelsorger der Markusgemeinde war.
Foto: Günter Hammer und privat
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