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Pfarrer Schechter, früher evangelische jetzt katholisch
"Mal wieder ganze 20 Minuten gepredigt"
Kultusminister Helmut Rau in Marcher Gottesdienstreihe
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March /Breisgau-Hochschwarzwald (gh). Es war ein kleines geschichtsträchtiges Treffen als am vergangenen Sonntag der neue baden-württembergische Kultusminister Helmut Rau den Gottesdienst in der evangelischen Kirchengemeinde in March bei Freiburg besuchte. Die unerwarteten vielen Gottesdienstbesucher im voll besetzten Gemeindezentrum Buchheim waren jedoch nicht wegen des Ministers gekommen, sondern waren gespannt auf den Prediger, der einst in den 70er Jahren Gemeindepfarrer war. Denn Albert Schechter, der ehemalige evangelische Gemeindepfarrer, war nach seiner Marcher Zeit römisch-katholischer Priester geworden. Und das obwohl er verheiratet ist und Kinder hat. Von 1973 bis 1982 war er Gemeindepfarrer der evangelischen Kirchengemeinde zu der neben Hugstetten, Buchheim, Neuershausen und Holzhausen auch Freiburg-Hochdorf zählt. In jener Zeit hatte er den Marcher Jugendclub initiiert, der dann lange Zeit im Zentrum der Kirchengemeinde untergebracht war. Heute ist Schechter Pfarradministrator und damit als Gemeindepfarrer tätig und außerdem Krankenhausseelsorger in Ranstadt bei Bad Nauheim am Vogelsberg (Hessen). Der neue Kultusminister aber gehörte vor rund 30 Jahren dem evangelischen Kirchengemeinderat an, war sogar kurze Zeit dessen Vorsitzender (1981/82) und war im Team der Aufsichtspersonen für den Jugendclub. Eine persönliche Beziehung verbindet den Minister und der Pfarrer heute wie damals.
Der Gottesdienst wurde im Rahmen der Marcher Kulturtage gefeiert, die während des ganzen Oktobers unter dem Motto stehen: „Erlebter Wandel - Die letzten 50 Jahre“. In dieser Reihe werden an den kommenden Sonntag noch alle anderen ehemaligen Pfarrer der Gemeinde in der Martin-Luther-Kirche in Hugstetten den Gottesdienst feiern.
In seiner Predigt zu Sintflutgeschichte aus dem 1. Buch Mose sagte Schechter im Blick auf die Gegenwart: „Wir müssen ernst nehmen was die Klimaforscher sagen.“ Bis 2050 müssten die Treibhausgase auf der Erde um 60 bis 80 Prozent reduziert werden, um eine Klimakatastrophe zu verhindern, so der Theologe. „Es ist nicht alles machbar, Gott ist der Eigentümer der Schöpfung und des Lebens“, sagte Pfarrer Schechter und rief dazu auf die alte benediktinische Regel von „Ora et Labora“ (Bete und Arbeite) wieder zu beherzigen. Er erinnerte auch an den ermordeten Gründer der ökumensichen Gemeinschaft von Taizé Roger Schutz und dessen Lebensmaxime: „Kampf und Kontemplation“
In der anschließenden Talkrunde unter Leitung des Vorsitzenden des Marcher Ältestenkreises, Rainer Janke, berichteten ehemalige Mitarbeiter und Besucher des Jugendclubs von ihren Erinnerungen. „Der Jugendclub ist im Laufe der Jahre zu einer Institution geworden, die viele Leute auch noch heute positiv beschäftigt“, meinte Werner Winter. Und Frieder Stöcklin erklärte, die March habe vom Jugendclub profitiert, „vor allem als die ersten Drogenwellen über das Land schwappten“. Denn viele negative Entwicklungen konnte durch das Konzept, das von Pfarrer Schechter mit entwickelt worden war, verhindert werden.
Bürgermeister Josef Hügele berichtet von der allgemeinen Aufbruchstimmung, die vor über 30 Jahren in den Marchdörfern herrschte. Nicht nur der Jugendclub, auch andere heute noch existierende Einrichtungen seien gegründet worden, beispielsweise der ökumenische Seniorenkreis, den Frau Schechter mit ins Leben gerufen hatte. Er dankte dem ehemaligen Ortspfarrer und überreichte ein Präsent.
Pfarrer Schechter aber scheint seine Grundhaltung mit dem Konfessionswechsel aber nicht aufgegeben zu haben. „Wir sind Kirche wenn wir uns in den Brennpunkten des gesellschaftlichen Lebens engagieren“, betonte er. In die römisch-katholischen Kirche sei er vor allem wegen der Feier es Gottesdienstes eingetreten. „Da fühle ich mich am Wohlsten“, sagte er. Dennoch schien er froh zu sein wieder in einem evangelischen Gottesdienst predigen zu können. „ Heute konnte ich mal wieder über ganze 20 Minuten predigen, zu Hause werden die Leute schon nach 12 Minuten unruhig“, sagte er lachend.
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Pfarrer Albert Schechter

Der ehemalige Pfarrer (2. v. l.) und die ehemligen Jugendclub'ler. zusammen mit dem Ältestenkreisvorsitzenden Rainer Jahnke (3. v. l.)

Der neue Kultusminister Helmut Rau im Gespräch mit Marchs Bürgermeister Josef Hügle.
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Evangelische Kirchengemeinde March und Hochdorf
Badischer "Dankeschön-Abend" für Ehrenamtliche
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MARCH/FREIBURG-HOCHDORF (gh). "Mit ihrer Mitarbeit trägt jeder von ihnen dazu bei, dass die Kirche vor Ort ein Gesicht bekommt", sagte Pfarrer Dietrich Becker-Hinrichs und bedankte sich für das vielfältige Engagement bei den ehrenamtlichen Mitarbeitenden der evangelischen Kirchengemeinde. Rund 90 Ehrenamtliche, vom Gemeindebriefausträger bis zum Sitzungleiter, waren am Wochenende zu einen bunten "Dankeschön-Abend" ins Gemeindezentrum in Buchheim gekommen und genossen ein mehrstündiges originelles Unterhaltungsprogramm. Viele Ehrenamtliche seien in den unterschiedlichsten Arbeitsfelder zum Teil schon über lange Jahre aktiv, so der Pfarrer. Erfreulich sei besonders, dass sich "immer wieder neue Menschen für die Mitarbeit gewinnen lasen".
Der Danke-Abend stand ganz im Zeichen des badisch-alemannischen Dialekts und von Johann-Peter Hebel, des badischen Mundartdichters und Pfarrers, der vor rund 180 Jahren die heutige evangelische Landeskirche in Baden mit gegründet hatte. An der Wand es Gemeindesaals hing denn auch die badische Fahne, es wurden badische Lieder gesungen und das Team um Wibke Schmidt hatte für badisch-kulinarische Spezialitätenvielfalt gesorgt
Lothar Fleck, der in seiner Marcher Tracht erschienen war, führte mit einem besinnlich-heiteren Vortrag in das Leben und Werk von Hebel ein. Die neue Pfarrämtsekretärin Brigitte Oberrieder, sie stammt aus Ihringen, trugt Kaiserstühler Tracht und gestaltete ein witziges Sprachquiz zum Alemannischen. Auch die beiden neuen Organisten Christine Kom und Viktor Trippel (beide Hochdorf) erhielten für ihre musikalischen Leckerbissen viel Applaus.
Zu vorgerückter Stunde galt es zwei Ehrenamtliche besonders zu würdigen, die zum festen Mitarbeiterstamm gehören und wie beide versicherten weiterhin gehören wollen. Doris Thiel (Hugstetten) leitete in den vergangenen Jahren den Ältestenkreis in March und Ulrich Reimann (Buchheim) war zehn Jahre lang Vorsitzender des Kirchengemeinderats. Beide gaben jetzt, in der Mitte der aktuellen Sitzungsperiode, verabredungsgemäß ihre Leitungsämter ab. Pfarrer Becker-Hinrichs unterstrich die besondere Verantwortung, die mit diesen Ämtern verbunden war, dankte herzlich namens der Gemeinde und überreichte Blumen und Wein. Neu im Vorsitz des Marcher Ältestenkreises ist jetzt Reiner Janke (Neuershausen), den Kirchengemeinderat, der auch mit Hochdorfer Ältesten besetzt ist, leitet künftig Helga Lambrecht (Hugstetten).
Eine Überraschung gab es dann noch eine Stunde vor Mitternacht. Pfarrer Becker-Hinrichs stand plötzlich mit einer Geige im Raum und begann, am Akkordeon begleitet von Volker Trippel, schmissige Weisen (Klezmer-Musik) zu spielen. Viele wussten gar nicht um dieses musikalische Talent ihres Pfarrers und so dankten die 90 Ehrenamtlichen mit lang anhaltendem Applaus für's Geigenspiel und (unausgesprochen) für den gelungenen Dankeschön-Abend.
29. 01. 05
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'Beim alemannischen Mundart-Quiz moderierte die neue Pfarramtssekretärin mit Charme und Heiterkeit.

Pfarrer Becker-Hinrichs dankte den zahlenreichen Mitarbeitern der evangelischen Gemeinde auf seine Art:: Er griff zur Geige und spielte zusammen mit Volker Trippel (Akkordeon).
Fotos: Christian Bock
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Nicht nur Geld, auch Talente sind gefragt
Spendenaktion soll Gemeindezentrum retten.
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MARCH (gh). Das 1973 erbaute Gemeindezentrum und das Pfarrhaus der evangelischen Kirchengemeinde muss dringend saniert werden. Der Beton bröckelt an zahlreichen Stellen, so dass sich die Wände bei jedem Regenguss mit Wasser vollsaugen, erklärte Pfarrerin Karen Becker-Hinrichs. Es sei "fünf vor zwölf", um die beiden Gebäude in ihrer Substanz zu erhalten. Die Betonsanierung werde rund 43.000 Euro kosten, wovon die Gemeinde die Hälfte selbst aufbringen müsse. Jedoch fehlten noch 11.000 Euro, weshalb man jetzt die Gemeindeglieder zu Spenden aufruft.
In der letzten Woche wurde ein Faltblatt an alle evangelischen Haushalte verteilt, so Pfarrer Becker-Hinrichs, man wolle unter dem Titel "Ein Haus voller Leben braucht Ihre Hilfe", in den kommenden Monaten einen Großteil des benötigten Geldes zusammen bekommen. Dabei sei nicht nur die Überweisung auf das Gemeindekonto gefragt, auch die Beteiligung an der "Aktion Talente" ist möglich. Das Ungewöhnliche daran: Jeder der bei "Talente" mitmacht erhält zunächst 10 Euro aus der Gemeindekasse. Mit diesem Geld soll dann gewirtschaftet werden, so dass es sich vermehrt und der Erlös zur Gemeindehaussanierung beiträgt. Erste Ergebnisse waren am vergangen Sonntag bereits bei Gemeindefest in der Konrad-Stürtzel-Straße zu sehen: Marmelade und selbstgebackene Kekse, Fotokarten und Aquarellbilder, sowie vieles mehr wurde auf der Finanzgrundlage eines 10 Euroscheins produziert.
In dieser Woche bereits wird mit den Baumaßnahmen am Gemeindezentrum begonnen. Zunächst werden die beiden Gebäude eingerüstet und ab 5. Juli beginnen die Betonsanierungsarbeiten an der 600 Quartratmeter umfassenden Fassade begonnen, für die insgesamt sechs Wochen eingeplant sind. Am Ende werden das Zentrum um das Pfarrhaus mit einem Schutzanstrich versehen. Dessen Farbgebung muss indes noch geklärt werden. Beim Gemeindefest am Sonntag wurden insgesamt fünf verschiedene Planskizzen mit unterschiedlichen Farbgestaltungen vorgestellt. Die Gemeindeglieder konnten auf Umfragebögen ihre Meinung äußern.
Überweisungen auf das Konto 52547504 bei der Volksbank Freiburg (BLZ 680 900 00). Mehr Informationen zur Aktion Talente im Evang. Pfarramt Tel: 07665 1721. Infos zur Kirchengemeinde March auch im Internet: http://home.t-online.de/home/ev-kirche-march/
Frühjahr 2004
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Der Bauleiter der Betonsanierung, Diplomingenieur Christoph Blattert-Blum (2. v. li.) erläutert Besucherinnen des Gemeindefestes Überlegungen zu den verschiedenen Farbentwürfen. (Bild: Günter Hammer)
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22 Jahre Pfarramtssekretärin in March
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MARCH-BUCHHEIM (gh). Auf den Tag genau 22 Jahre war sie Pfarramtssekretärin der evangelischen Kirchengemeinde March. Am Sonntag wurde Ilse Richert im Rahmen des Freiluft-Gottesdienstes von Pfarrerin Karen Hinrichs und Pfarrer Dietrich Becker-Hinrichs verabschiedet. Zum Übergang in den Ruhestand überreichte der Ältestenkreis der Gemeinde ein Ruhekissen und einen Gutschein und Pfarrer Becker-Hinrichs würdigte Frau Richert, als " die Nahtstelle in der Gemeinde" an der vieles zusammen gelaufen sei.
Im Sommer 1982 hatte Frau Richert nach einer zufälligen Begegnung von der Pfarrsekretärinenenstelle im Buchheimer Pfarrhaus erfahren. Sie arbeitete dann zunächst mit Pfarrer Qunicke und später mit dem Pfarrersehepaar Lallatin zusammen. Vielen Menschen habe sie Türen zur Gemeinde geöffnet, mit vielen Kontakt gehalten und auch manch seelsorgliches Gespräch geführt, so der Pfarrer. "Sie haben uns, als wir vor vier Jahren hier ankamen, sehr geholfen mit den Traditionen dieser Gemeinde vertraut zu werden" sagte Becker-Hinrichs. Der Ortspfarrer erklärte seine "Bewunderung" für Ilse Richert, die ursprünglich mit einer einfachen Schreibmaschine den Sekretariatsdienst begonnen hatte, jetzt zwischen verschiedenen älteren und neueren EDV-Programmen "hin und her pendelt".
Ihren Ruhestand wird Ilse Richert in Ostfriesland bei ihren Kindern und Enkeln verbringen. Noch in diesen Monat sei der Umzug geplant. Doch die Verbindung zur March ist sichergestellt, denn Wibke Schmidt vom Diakonieverein / Nachbarschafthilfte überreichte zum Abschied ein "March-Blatt" das künftig jeden Freitag neuestes aus den March-Dörfern nach Ostfreisland bringt.
Foto: Die Pfarrersleut' nehmen abschied von ihrer Pfarramtssekretärin Ilse Richert, die 22 Jahre lang für die Kirchengemeinde March tätig war. (Bild: Günter Hammer)
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Pfarrerin Hinrichs, Frau Richert und Pfarrer Becker-Hinrichs nach dem Gottesdienst |
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