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Aktuelles




Männer reden offen über Tabus
Beim 9. Freiburger Männertag kam vieles ehrlich auf den Tisch
Freiburg (gh). „Männer müssen in unserer Gesellschaft noch viel mehr über ihre Gefühle reden und miteinander das Gespräch darüber suchen“. Dies sagte Professor Uli Pfeifer-Schaupp zum Abschluss des 9. Freiburger Männertags am Wochenende (Samstag, 28. März 09) in Freiburg. Der Experte für Soziale Arbeit, der auch in der Männerbildung an der Evangelischen Hochschule aktiv ist erklärte, dass bei Jungen auch heutzutage zu beobachten sei, dass sie Gefühle wie „Trauer, Scham und Angst“ nicht kennen. Dies sei das Ergebnis einer Untersuchung (Diplomarbeit) an der Hochschule.

Männer auf dem Weg zum Workshop. Dort konnte eine offene Atmosphäre hergestellt werden. Foto: g. hammer
Gefühle wahrzunehmen und darüber in einer Gruppe zu reden müssten Männer im geschützten Raum teilweise neu lernen. Dazu sollten die Kirchen und andere Institutionen vermehrt den geeigneten Rahmen schaffen. Der Sozialwissenschaftler hielt vor mehr als 100 Männern zwischen 25 und 75 Jahren das Hauptreferat des Männertags im Margarete-Ruckmich-Haus. „Tabu – worüber man(n) nicht spricht“ lautete der Titel der Veranstaltung, die von einer Gruppe Männern aus den Feldern Kirche, Bildung und Therapie seit fast einem Jahrzehnt mit mehr und mehr Zuspruch veranstaltet wird.

Pfeifer-Schaupp ging auch auf die Rolle von Vätern in der Erziehung ein. „Der Vater ist für viele Männer ein weißer Fleck auf ihrer inneren Landkarte, vor allem auf ihrer Gefühlslandkarte“, sagte er. „Ältere, reife Männer haben die Aufgabe den jüngeren Mentoren zu sein“, erklärte er (gegenüber dieser Redaktion). Erwachsene Männer müssen etwas von sich zeigen, denn die jungen schauen danach“.

Auch wenn es um sexuelle Tabus geht, die „selten so gelockert sind wie heute“, würde es Männern dennoch schwer fallen über ihr sexuelles Begehren zu reden. Denn sie hätten von klein auf das Gefühl, dass „männliche Sexualität ist nicht okay“ sei, vielmehr primitiv: „Männer wollen immer nur das eine“. Der Professor ermutigte dazu, dass Männer über ihre „persönlichen Tabus respektvoll miteinander sprechen“.

Wenn dies Gespräch gelinge sei es ein „Segen“ für die Männer erklärte beim Peter Wulf vom Freiburger Männerbüro. Der Gestalt- und Theaterpädagoge leitete einen Workshop mit dem Titel „Sex uns Segen – Annäherung an männliche Sexualität“. Dabei sei für die Teilnehmer erlebbar geworden, dass „Intimität für jeden unterschiedlich ist“. Diese Intimität zu beschreiben war in dem Workshop auch ohne Worte möglich, mit Malen und Tanzen konnten die Männer ihre Fragen, Ängste und Hoffnungen ausdrücken.

In anderen sieben Workshops ging es um Fragen der positiven oder negativen Aggression, um Brüche in der eigenen Lebensgeschichte oder um die stillen Tabus bei dem Themen „Geld“, „Religion und Spiritualität“ und um die „Unsicherheit“ der Männer.

„Wir müssen viel mehr junge Männer dazu ermutigen am Männertag teilzunehmen“, zog am Ende ein Teilnehmer sein Fazit. Ein anderer, der wie ein Drittel der Teilnehmer erstmals bei Männertag war, fragte sich warum es bei der Veranstaltung gelänge, „dass sich Männer so öffnen können“, während das „zu Hause aber nicht geht“. Darauf gab es eine Antwort von einem weiteren Teilnehmer: „Hier ist fällt mir vieles leichter, denn hier muss ich nicht mehr so gockeln“.


30. 3. 09




Siebter Freiburger Männertag


Hier finden Sie den
Vortrag von Christoph Bösch und Wolfgang Schmidt

und hier ein paar Schnappschüsse vom "Tanz der Männer"






Sechster Freiburger Männertag
Mit der männlichen Kraft verantwortlich umgehen
Freiburg (gh). "Raum haben, mich zeigen können, zuhören und miteinander in Kontakt treten, ist mir am wichtigsten gewesen". So fasste einer der Teilnehmer des Freiburger Männertags am vergangen Samstag (1. April) seine Eindrücke zusammen. Und so ähnlich äußersten sich fast alle der rund 100 Männer, die aus dem Großraum Freiburg an die Evangelische Fachhochschule gekommen waren. Das Bedürfnis sich als Mann ohne männliches Konkurrenzgehabe zeigen zu können und gegenseitigen respektvollen Umgang zu erleben steht an diesem Tag im Mittelpunkt.

So war das Thema des diesjährigen Männertages naheliegend: "Kraft und Zärtlichkeit". Der Offenburger Diplompsychologe Andreas Schäfer forderte in seinem Hauptreferat die Männerrunde dazu auf die "Qualität von Kraft und Zärtlichkeit zu spüren". Denn die Kraft "mit der unsere Großväter den Krieg geführt haben", sei die gleiche gewesen wie die "mit der unsere Väter das Land wieder aufgebaut haben - sie ist nur anders gelenkt", so der Leiter der Psychologischen Beratungsstelle in Offenburg. In Kollektiven, "wo einer sagt wo's lang geht" sei kein verantwortlicher Umgang mit männlicher Kraft möglich.

Den eigenen inneren Kräften im Spannungsfeld mit der Zärtlichkeit konnten die Teilnehmer in verschieden Workshops auf die Spur zu kommen. Dabei ging es beispielsweise um gewaltfreie Kommunikation als einer erlernbaren Methode der Konfliktbewältigung im Alltag. Oder es ging um die "spirituelle Kraft des Kriegers". Geprägt sind diese Workshops meist durch verschiedene Selbsterfahrungselemente, und Methoden der klassischen "Körperarbeit".

Auch im kommenden Jahr soll der Männertag, der von verschiedenen Organisationen den Kirchen und freien Therapeuten und Beratern organisiert wird, wieder angeboten werden. Dass dazu dringender Bedarf ist, davon waren alle 100 Männer des Männertag überzeugt. "Wenn wir nicht imstande sind unsere Kraft positiv einzusetzen, wird sie sich zur Gewalt gegen uns wenden", meinte Stefan Maise, einer der Organisatoren des Männertags. Und Professor Ulrich Pfeifer-Schaupp, der an der EFH auch in Jungen- und Männerarbeit Vorlesungen und Seminare hält meinte, es bedürfe einer inneren individuellen und gesellschaftlichen Aufbauarbeit, die es Männern erlaube Gefühle auszudrücken, die schließlich auch dazu führe, dass sich Männer mehr Zeit zu nehmen für die Erziehung der Kinder.

Angesichts der Gewaltdrohungen und Gewaltexzesse in manchen Schulen müsse die moderne Männerarbeit weiter entwickelt werden, erklärte einer der Organisatoren. "Wir müssen deutlich mehr für Jungen- und Männerarbeit tun", meinte Pfarrer Wolfgang Schmidt von der Evangelischen Erwachsenenbildung. Und Norbert Wölfle vom Katholischen Männerreferat berichtete es gäbe in Deutschland zwar rund 250 Lehrstühle in der Frauenforschung, was begrüßenswert sein, im Gegensatz dazu gäbe es keinen einzigen Lehrstuhl in der Männerforschung.

2. 4. 06




Männertag in Freiburg
Männer in offener und vertraute Atmosphäre

Freiburg (gh 11. 04. 05). "Werdet konkret. Redet nicht nur über ein Thema, sondern von euch und eurem Leben". Diese Aufforderung rief der Arzt und Psychotherapeut Karl Geck den Teilnehmern beim fünften Freiburger Männertag zu. Es ging am vergangen Wochenende um "Grenzen und Extreme" in der Evangelischen Fachhochschule in Weingarten, in der der Männertag erstmals zu Gast war. Geck spannte in seinem Hauptreferat das Spannungfeld dieses Männertages auf: vom männlichen Leben in Sicherheit mit festen Grenzen und Regeln und der Lust, durch Ekstase und Extreme diese Grenzen zu überschreiten. "Vielleicht müssen wir ja Abschied nehmen von einen inneren Bild, dass wir etwas ganz Besonderes sein müssen, um etwas Besonderes zu sein", erklärte der Mediziner seine Grundthese. Häufig würden Männer aber "faule Kompromisse" eingehen, um die Sehnsucht nach dem Jenseits des Alltags" erleben zu können. Kleine Fluchten, wie beispielsweise der jährliche Urlaub, könnten jedoch nur einen "keinen Keim in unserer Seele hinterlassen". Und auch durchs Ausweichen in Extreme, wie wahlloser sexueller Kontakt, körperliche Grenzerfahrungen in Extremsportarten oder die Jagd nach Erfolg oder Erleuchtung seien letztlich unbefriedigend. Geck, der in Murg /Hotzenwald seit Jahren aktiv mit Männergruppen arbeitet, sieht denn auch nur in der gemeinsamen Auseinandersetzung der Männer mit ihren Themen ein Lösung.

Eine Ermutigung die nicht ungehört verhallte. Denn die rund 80 Männer aus dem Breisgau und ganz Südbaden trafen sich in Kleingruppen und Workshops, um miteinander ins Gespräch und in Kontakt zu kommen. Gleich ob im Workshop "Grenzen und Erfüllung in Liebe und Sexualität" oder bei den "Übungen und Erfahrungen mit dem Schwert" überall herrschte rasch eine große Vertrautheit. Auch zu ihren Erlebnissen und Hoffnungen auf dem Weg "von einem einengenden zu einen befreienden Gottesbild" tauschten sich etliche Männer aus.

"Ich bin dankbar für diese offene Atmosphäre", sagte ein Mann ein Ende der Tagung. Und ein anderer pflichtete ihm bei: "Für mich war's der erste Männertag und es war interessant und bewegend".

Die Organisatoren dieses fünften Freiburger Männertages, kirchliche Bildungsträger und Freiburger Therapeuten, zeigten sich denn auch zufrieden. Die Zahl der teilnehmenden Männer war im Vergleich zum Vorjahr konstant gewesen. Indes war die Zahl jüngerer Männer leicht gestiegen.

Im kommenden Jahr wird es den nächsten Männertag in Freiburg geben. Die Teilnehmer nahmen diese Zusage am Samstag mit Applaus auf.



Vorführungen mit Schwertarbeit am Beginn des 5. Freiburger Männertags.



Karl Geck, Arzt und Psychotherapeut rief die Männer in seinem Hauptvortrag zur Auseinandersetzung mit sich und ihren eigenen Themen auf.



In Workshops konnte im geschützten Rahmen experimentiert und neue Erfahrungen gemacht werden.


Miteinander den Männertag gestalten und sich unter Männern auch mit den Gefühlen aufeinander einlassen, das ist die Qualität des Männertags.





Am 9. April 2005:

Fünfter Freiburger Männertag
Grenzen und Extreme

Freiburg (gh) "Männer - Grenzen und Extreme" lautet der Titel des fünften Freiburger Männertags, der am Samstag, 9. April 05 in der Evangelischen Fachhochschule (Buggingerstraße 38) in Freiburg stattfindet. Von 9.15 Uhr bis 17.30 Uhr wird in Vorträgen, Kleingruppen und Workshops dem "Mannsein zwischen Selbstverwirklichung und Überforderung" (Untertitel) nachgegangen. Die Veranstalter des Männertags, Bildungsträger der beiden Kirchen, Therapeuten und Einzelpersonen wollen Männern jeden Alters Anregungen und Raum für Erfahrungsaustausch, Diskussion und die eigene Standortbestimmung geben.

Der 5. Männertag wird mit einem eindrucksvollen "Schwertritual" beginnen. Dabei werden mit einer Schwertübung die Einhaltung von Grenzen und der respektvolle Umgang mit eigenen, männlichen Energien demonstriert . Den anschließenden Hauptvortrag ("Männer - Grenzen und Extreme") hält der Arzt und Psychotherapeut Karl Geck. Anschließend werden die Männer in Kleingruppen sich dem Tagesthema nähern.

Am Nachmittag sind insgesamt acht Workshops vorgesehen. Die Themen lauten beispielsweise Vom behutsamen Umgang mit Grenzen" oder "Grenzen und Erfüllung in Liebe und Sexualität" aber auch "Sex, Pornographie, Sucht und Mystik" und schließlich "Grenzgänge". Die eingeladenen Referenten, die alle über viel Erfahrung mit Männerthemen verfügen setzen dabei sowohl Elemente aus der Körperarbeit, Meditation, Beratungsarbeit und anderem ein.

Der Abschluss des Tages wird gemeinsam gestaltet und in der Auswertung können Anregungen für den Männertag 2006 aufgenommen werden.

Der Freiburger Männertag war in vergangenen Jahren auf eine breite öffentliche Resonanz gestoßen. Waren es zu Beginn erst rund 40 Männer, die sich getroffen haben, so kamen im vergangen Jahr etwa 80 Männer aus Freiburg und dem ganzen südbadischen Raum zusammen.

Ein Teilnehmer des letzten Männertags berichtete, dass es für ihn "eine eindrucksvolle Erfahrung war, andere Männer mit ihrer Kraft und ihren Empfindungen zu erleben". Die Männer begegnen sich auf neue Weise und erleben diesen Tag als einen Ort des Austausches und eigenen Standortbestimmung.

Erstmals wird nun der Männertag an der Evangelischen Fachhochschule sein, die auch Mitveranstalterin ist. Mit dem Wechsel von der Katholischen Akademie zur Fachhochschule wollen die Veranstalter vor allem auch jüngere Männer einladen und ansprechen.

Interessierte Männer können sich noch bis 4. April 05 anmelden bei Evang. Erwachsenenbildung Freiburg

Tel: 0761 - 73041; Fax: 0761 - 706571; eMail: eeb.freiburg@t-online.de

Dort kann auch ein Sonderprospekt bestellt werden.

Die Kosten belaufen sich (inkl. Mittagessen) von 30.- bis 50.- Euro nach Selbsteinschätzung (erm. für Studierende und Erwerbslose: Euro 20.-)


Kontakt für die Medien Günter Hammer, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit
im Evang. Kirchenbezirk Freiburg

Goethestraße 2 79100 Freiburg
Tel: 0761 - 70863-28 oder 0170 5507461
Fax: 0761 - 70863-93 oder 07665 - 40494
eMail: oeffentlichkeitsarbeit@kirchenbezirk-freiburg.de






Programm

5. Freiburger Männertag 2005

Männer - Grenzen und Extreme

Mannsein zwischen Selbstverwirklichung und Überforderung

9. April 2005, von 9.15 Uhr bis 17.30 Uhr

Anmeldeschluss 4. April 05, Tel. 0761 73041 (Evang. Erwachsenenbildung Freiburg)

Ort: Evangelische Fachhochschule Freiburg, Buggingerstraße 38, Freiburg-Weingarten

Im Beruf, in Familie und Freizeit erfahren Männer Grenzen und leben Extreme. Oft ist das ein Leben auf schmalem Grat zwischen Selbstverwirklichung und Überforderung.

Das kann lebendig machen und gesund erhalten oder einengen, verunsichern und zur Überforderung führen. Es gilt unterscheiden zu können: Es gibt natürliche Grenzen, die anzuerkennen sind, und Grenzen, die neu bestimmt werden müssen. Der Umgang mit Grenzen fordert heraus, mobilisiert Kräfte und erweitert Horizonte.

Der 5. Freiburger Männertag bietet interessierten Männern jeden Alters im Rahmen von Vortrag, Kleingruppenarbeit und Workshops Anregungen und Raum für Erfahrungsaustausch, Diskussion und Standortbestimmung.




Der Tag:

9.15 Ankommen, sich einfinden
9.45 Begrüßung und Intro:
"Ritual mit dem Schwert" (Andreas Schäfer)
10.10 Vortrag zum Tagesthema
Referent: Karl Geck

10.40 Kleingruppen und Plenum
11.45 Vorstellung der Workshops
12.00 Mittagessen und Pause
13.30 Wieder in Bewegung kommen
14.00 Workshops
16.45 Plenum und Abschluss



Die Workshops

A. Vom behutsamen Umgang mit Grenzen
Eine Wiederentdeckung der Langsamkeit (Michael Blumberg)
B. Grenzen und Erfüllung in Liebe und Sexualität
(Christoph Bösch)
C. Sex, Pornographie, Sucht und Mystik
Möglichkeiten und Grenzen unserer grenzenlosen Freiheit (Karl Geck)
D. Grenzen im Alltag
Gesprächskreis zum bewussten Umgang mit Selbstabgrenzung und Fremdbegrenzung (Stefan Maise)
E. Grenzen entschieden, mutig und klar setzen
Übungen und Erfahrungen mit dem Schwert (Andreas Schäfer)
F. "Du stellst meine Füße auf weiten Raum"
Von einem einengenden zu einem befreienden Gottesbild
(Wolfgang Schmidt und Matthias Berg)
G. "Verletzt bin ich und gehalten"
Vom Umgang mit der Vaterwunde in mir (Norbert Wölfle)
H. Grenzgänge
Annäherungen an eigene Grenzerfahrungen über Körper- und Bewegungsübungen (Peter Wulf)

Veranstalter:
Bildungswerk der Erzdiözese - Bildungszentrum Freiburg; Evangelische Erwachsenenbildung Freiburg; Evangelische Fachhochschule Freiburg; Landeszentrale für Politische Bildung - Außenstelle Freiburg; Männerbüro Freiburg; Männerreferat im Erzbischöflichen Seelsorgeamt Freiburg; Psychotherapeutische Praxis Christoph Bösch; Stefan Maise, Praxis für Core-Energetic; Peter Wulf.























Männertag 2004 Bilder und Eindrücke
Fotos von G. Hammer
Rund achtzig Männer aus ganz Südbaden waren auch in diesem Jahr zum Männertag in die Katholische Akademie gekommen. Der Panotmime Michael Huet gab zu Beginn einen Impuls zum Thema der diesjährigen Tagesveranstaltung; "Macht und Ohnmacht" und sorgte gleich für Heiterkeit.

Nach einem einführenden Vortrag des Freiburger Psychotherapeuten Christoph Bösch folgten am Nachmittag etlich Workshops.

Wie schon bei den voran gegangenen Männertagen so war auch diesmal für viele Teilnehmer eine Erfahrung verblüffend: Am Ende herrschte Beziehung untereinander und Vertrauen füreinander, selbst in der Großgruppe. Einhellig gab es positive Rückmeldungen mit der häufig geäußerten Bitte im kommenden Jahr zum fünften Männertag einzuladen.




4. Freiburger Männertag
Macht und Ohnmacht der Männer
Freiburg - Männer-Macht und Männer-Ohnmacht stehen thematisch im Mittelpunkt des vierten Freiburger Männertags, der am 24. April 2004 in der Katholischen Akademie, (9.15 Uhr bis 17.30 Uhr, Wintererstr. 1) stattfindet. Es geht darum wie "Männer powern, im Beruf, auf dem Fußballplatz, in der Politik und im Bett" - und wie sie häufig auch ausgepowert sind. "Wie geht Mann mit seiner Lebenskraft um?", lautet die zentrale Frage dieses Tages. Und es geht darum wie viele Aspekte des Mann-Seins im Zusammenhang von Macht und Ohnmacht in Partnerschaft und Familie sowie in Beruf und Gesellschaft aufeinander wirken.

Der Freiburger Psychotherapeut Christoph Bösch, wird in einem Vortrag dieses Thema beleuchten. In Kleingruppen und im Plenum am Vormittag sowie in acht verschiedenen Workshops am Nachmittag hat jeder Mann dann die Gelegenheit seine eigene Macht und seine Ohnmachtserfahrungen zur reflektieren. Denn diese Erfahrungen sind vielfältig: rücksichtslos, kreativ, hilflos, zerrissen .... Was sich dabei in den Gesprächen und Begegnungen "entwickeln und gewinnen lässt, ist ein klarer Blick für Strukturen und Bedingungen von Macht und Ohnmacht im persönlichen und gesellschaftlichen Umfeld", sagen die Veranstalter.

Erneut hat sich ein Organisationskreis mit Männern unterschiedlicher Organisationen und Gruppen gebildet und den Männertag vorbereitet. Beteiligt sind das Männerbüro Freiburg, das Männerreferat der Erzdiözese, die Evangelische Erwachsenenbildung, das Bildungszentrum Freiburg im Bildungwerk der Erzdiözese, die Landeszentrale für politische Bildung, sowie Schauspieler und "männerbewegte" Männer.

Im vergangen Jahr hatten rund 80 Männer aus ganz Südbaden am Männertag teilgenommen. In diesen Jahr wird mit einer etwas größeren Teilnehmerzahl gerechnet, so ein Sprecher des Männertags. Zur Teilnahme wird um eine Anmeldung gebeten unter 0761-31918-0 (Fax –111) oder mail@katholische-akademie-freiburg.de . Es wird ein Beitrag von 30,- Euro erhoben in dem auch ein Mittagessen enthalten ist.

gh 14. 4. 04

Zeitstruktur des 4. Männertags und die Workshops am Nachmittag

Der Tag:

9.15 Ankommen , sich einfinden

9.45 Begrüßung,

Szenische Eröffnung mit ????

10.10 Vortrag zum Tagesthema, Referent Christoph Bösch, Freiburg

10.40 Kleingruppen und Plenum zum Tagesthema

11.45 Vorstellung der Workshops

12.00 Mittagessen und Pause

13.30 Wieder in Bewegung kommen

14.00 Workshops

16.45 Plenum und Abschluss



Die Workshops (von 14 Uhr bis ca. 16.45 Uhr)

A. Das innere Feuer weitergeben.
Rituale zur Initiation in das Mannsein entwickeln (Norbert Wölfle)

B. Männergesundheit
Macht und Ohnmacht im Körperlichen (Wolfgang Karner)

C. Ist der Macher immer mächtig?
Pantomime, Körper- und Atemarbeit, Stimme (Michael Huet)

D. Männer an der Macht - macht Politik mächtig? (Heinrich Berger)

E. Macht und Ohnmacht - Annäherungen an eigene Betroffenheiten über Theater- und Körperübungen (Peter Wulf)

F. Macht und Ohnmacht in Liebe und Sexualität
Gespräch und Körperübungen (Christoph Bösch)

G. Männer sind, was sie tun !? - Zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Kräftespiel der Partnerschaft (Stephan Vögele)

H. Beziehung und Familie - Ort männlicher Macht und Ohnmacht
Erfahrungen, Gespräche und Körperübungen (Stefan Maise)



Flyer des diesjährigen Männertags




Beim Männertag 2003 in der Katholischen Akademie




Impulsreferat von Christoph Bösch

Masken der Männlichkeit - ein Blick dahinter
Männertag 2003


- Masken haben eine wichtige Funktion. Sie sind nicht an sich negativ. Sie bieten uns auch einen Schutz. Doch es ist wichtig, flexibel mit ihnen umgehen zu können. Z.B. in der Straßenbahn ist es nicht nötig und nicht sinnvoll uns mit unserem Innersten zu zeigen. Doch in einer Liebesbeziehung wird es schwierig, wenn wir immer hinter unserer Maske verborgen bleiben.

- Eine große oder gar die größte Maske der Männlichkeit ist es, dass Männer das starke Geschlecht sind. Mit dieser Maske wird viel Unsinn und Schaden getrieben. Unter anderem hat sie zur Folge, dass viele Männer überzeugt davon sind, dass sie selbst kein richtiger Mann sind. - Realität ist jedoch, dass bei all den Zahlen im Hinblick auf Gesundheit und Krankheit wie bei der Säuglingssterblichkeit, Kinderkrankheiten, psychosomatische Krankheiten, Selbstmord, Herzinfarkt Männer schlechter abschneiden in dem Sinn dass sie häufiger davon betroffen sind und last not least 7 Jahre früher sterben als Frauen

- Der Schatten dieser Maske der vermeintlichen Stärke ist das Verbot schwach zu sein. Denn es steht per Rollendefinition fest, dass Männer nicht schwach sind. Männer sind keine Opfer ihrer von anderen Menschen oder von Umständen. Das führt zum Leugnen der Tatsachen, dass Männer wesentlich häufiger Opfer von Gewalttaten sind als Frauen, dass 20-25 % der Opfer von sexuellem Missbrauch Männer sind, das Männer sicher wesentlich häufiger als Frauen Opfer der Zwänge unserer Leistungsgesellschaft sind mit Krankheit und Tod. Eigentlich ist es eine menschliche Eigenschaft für Männer und für Frauen sowohl Stärken als auch Schwächen zu haben.

- Hier, heute vertrete ich die Männlichkeit - im Gegensatz zum Theaterspiel - denn die Qualität der Männer ist ja das Rationale, die Vernunft, die Logik und das Wissen. Das ist das Wesentliche die Sachlichkeit - im Kontrast zur weiblichen Emotionalität.

- Es gilt als männlich keine Gefühle zu haben. Doch stünde es nicht an, sich auf zu machen zu den eigenen Gefühlen, es wieder zu lernen sie zu spüren, auch den seelischen Schmerz zu zu lassen und zu spüren, bevor der Herzinfarkt uns auslöscht?

- Manche Männer haben einen Lebensstil, der dem von Vampiren entspricht. Sie lehnen für sich Gefühle ab, überlassen die emotionale Arbeit den Frauen und saugen zugleich Frauen als ihren einzigen emotionalen Bezugsanker in ihrer Emotionalität aus.

- Manche Männer verwechseln Liebe und Arbeit. Sie leisten viel, arbeiten viel im Glauben, damit ihrer Frau, ihren Kindern ihre Liebe zu zeigen. Doch Frauen und Kinder brauchen die im Miteinander persönlich ausgedrückte Liebe, sie brauchen und sehnen sich nach einer Begegnung vom Herzen. Männer sind eingeengt auf klagloses Funktionieren. Doch das führt letztlich zu innerer Leere, menschlicher Verarmung und bietet wenig Möglichkeit zur persönlichen Selbstentfaltung.

- Männer verstecken sich hinter Arbeit, Leistung, Geldverdienst. Damit haben sie das Gefühl "Ich bin jemand", "ich stelle etwas dar". Vielleicht steht hinter dieser männlichen Grundhaltung aber auch der innere Glaube oder die kindliche Erfahrung, nur für eine Leistung geliebt zu werden und nicht um unserer Selbst geliebt zu werden.

- Männer leben mit dem Druck der sexuellen Maske. Sie stehen unter dem Druck überall und jederzeit sexuell potent zu sein - und sie tun und reden so, als ob sie dies auch erfüllen. Doch es wird immer deutlicher wie auch als Folge dieses Druckes sexuelle Lustlosigkeit einkehrt, dass viel Männer unter vorzeitigem Samenerguss oder unter Erektionsschwierigkeiten leiden. Eher unbekannt ist, dass nach amerikanischen Zahlen 10% aller Männer nie mit einem anderen Menschen Sexualkontakt haben.

- Männer sind Krieger, sie setzen ihr eigenes Leben ein für das Vaterland - sie sind bereit im Krieg zu sterben. Doch viele von uns wissen um die Not ihrer Väter und Großväter, die im Krieg gestorben sind, verwundet wurden und denen der Krieg die Sprache verschlagen hat, die Sprache über all die Gräuel, die sie im Krieg erleben mussten. Sie stehen unter dem Druck ein Held sein zu müssen - anstatt einfach sich selbst zu sein.

- Männer sind bereit, den frühen Tod der Männlichkeit zu sterben - durch die Arbeit und Leistung bedingt, durch die übergangenen Schwächen und Krankheiten bedingt, durch den Krieg bedingt - das frühe Sterben der Männer das oftmals übersehen wird. Ein Tod der oftmals die Frage offen lässt, wer dieser Mann - unabhängig von seine Leistungen - im Inneren eigentlich war. Und wie er gewesen wäre und wie er hätte werden können, wenn sein Inneres nicht von nüchterner Sachlichkeit, von Arbeit, Pflicht und Leistung überdeckt und überlagert gewesen wäre.

- Die Frage bleibt offen - wer bist Du wirklich, Mann - wer bist Du in Deinem Inneren, wenn alle Hüllen weg fallen, wenn Du bereit bist, dich seelisch nackt und bloß zu zeigen - wer bist Du, hinter Deinen Masken.

Christof Bösch bei seinem Impulsreferat











Maskenbau und Maskenszenen: Roland Brunner, Theater Apfelbaum (Karlsruhe)


Plakatmotiv des Männertags 2002 von Günter Hammer



Weitere Informationen zur Männerbildung und katholischen Männerarbeit finden Sie beim Männerreferat im Erzbischöflichen Seelsorgeamt in Freiburg.

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Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenbezirks Freiburg