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Im Auftrag der EKD
Freiburger Ruhestandspfarrer predigt in der Türkei
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Freiburg (gh). „Wir müssen den Dialog mit dem Islam führen und wir müssen wissen, was bei den andern vor sich geht.“ Dies sagt Joachim Kusch, Pfarrer im Ruhestand vor seinem Abflug in die Türkei. Der ehemaliger Pfarrer der Freiburger Ludwigskirche und Gefängnisseelsorger in Freiburg, wird Ende kommender Woche (Freitag, 21. 9. 07)) wieder nach Alanya fliegen, um dort die Betreuung der deutschsprachigen Gemeinde bis Mitte 2008 weiter zu führen. Schon während der vergangenen zehn Monate hatte Pfarrer Kusch an der türkischen Riviera den Pfarrdienst für die deutsche Gemeinde übernommen.
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| Ehepaar Kusch in ihrer Freiburger Wohnung, vor dem Hintergrund eins alten Stadtplans von Paris. Foto: G. Hammer |
Sein Anliegen ist das Gespräch mit dem Islam und der Aufbau der evangelischen Gemeinde an der türkischen Südküste. Er und seine Frau, Johanna Kusch, waren von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für diesen Dienst in der deutschsprachigen Gemeinde angefragt worden. Denn schon einmal waren die beiden seit beginn des Ruhestands im EKD-Auftrag unterwegs, drei Jahre lang (bis 2005) in Nizza an der Côte d’Azur in einer französischen Gemeinde. Jetzt aber feiert Kusch Gottesdienste und predigt in der Türkei, hält Beerdigungen und führt Seelsorgegespräche. Es ginge ihm darum den Kontakt unter den Christen in der Gegend zu halten, beschreibt er seine Aufgabe, in der rund 10.000 Deutsche dauerhaft leben.
„Ein bisschen fühle ich mich schon wie der Apostel Paulus, der einst bei seiner ersten Reise an dieser Küste ankam, durch das Land gezogen ist und die Gemeinde gesammelt hat“, sagt Kusch schmunzelnd. Er betont, dass die Begegnung mit dem Islam auch heißt, „das eigene Urteil schärfen und reflektieren“. Und so bemerkt er während seines Aufenthaltes in den vergangenen Wochen in der Freiburger Heimat, dass „viele Pfarrkollegen immer noch zu wenig vom Islam wissen“.
Den Theologen Kusch beeindruckt in der Türkei neben der Freundlichkeit der Menschen und deren „menschlicher Wärme“ besonders die Frage der „Achtung vor Gott“, die er unter Moslems erlebt. Denn wer diese Achtung nicht habe „hat auch den Respekt vor den Menschen nicht“.
Organisiert ist die evangelische Gemeinde in Alanya in einem gemeinsamen Verein, zu dem auch die katholische Gemeinde in Antalya gehört. Einen eigenen rechtlichen Status als Kirche gibt es in der Türkei nicht. „Das Ungesicherte finde ich interessant, wenn man sich darauf einlässt“, sagt der heute 70-jährige Ruhestandspfarrer, der in der touristisch geprägten 400.000-Einwohner Stadt einen christlich-islamischen Arbeitskreis mitgegründet hat. „Vieles scheitert allerdings an Sprachproblemen“, gibt der Pfarrer zu bedenken. Er wünscht sich, dass es in der Türkei bald möglich ist Kirchen zu bauen und Gemeindearbeit zu organisieren. |
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