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Podiumsdiskussion der Evangelischen Kirchengemeinde
Scheitert die Vorschulbildung am Geld?
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Freiburg - Kinder sollten schon im Kindergarten mehr, vor allem mehr naturwissenschaftliche Bildung erfahren. Und in ihrer Sprach- und Sprechentwicklung müssten besonders Vorschulkinder deutlicher gefördert und "mehr zum Lernen inspiriert werden". So lässt sich die Podiumsdiskussion zusammenfassen, zu der in dieser Woche (Dienstag) die Evangelische Kirchengemeinde Freiburg in den Melanchthonsaal in den Stadtteil Haslach eingeladen hatte. Das Thema lautete: "Was wären unsere Kirchen ohne Kindergärten?"
Eltern würden sich in Zukunft sehr genau überlegen in welchen Kindergarten sie ihr Kind geben, erklärte Heidrun Czaja, die Pädagogische Fachbereichsleitung für Kindertageseinrichtungen der Evangelischen Kirchengemeinde. Daher müssten sich die konfessionellen Kindergärten ein deutliches Profil zulegen, um auf Dauer überleben zu können. Etwa 120 Zuhörer und (überwiegend) Zuhörerinnen verfolgten den Diskussionsabend.
In der Diskussion auf dem Podium, die vom Geschäftsführer der Freiburger Diakonie, Ulrich Arnold, moderiert wurde, war man sich weitgehend einig.
Im Vordergrund stand der Bildungscharakter, den Kindergärten in den vergangen Jahren offenbar nicht oder zu wenig eingelöst haben (Pisa-Studie). Heute müsse "Kindergarten wie Schule sein nur anders", spitzte es Frank Jansen zu. Der Geschäftsführer des Bundesverbandes katholischer Tageseinrichtungen für Kinder beim Deutschen Caritasverband und Chefredakteur der Fachzeitschrift "Welt des Kindes" plädierte dafür Kindergärten zu Familienzentren auszubauen, um durch mehr Service- und Bedarfsorientierung mit den mit Eltern "solidarisch zu sein".
Der Rektor der Evangelischen Fachhochschule in Freiburg, Christoph Schneider-Harpprecht, meinte viele Kinder seien im Kindergarten eventuell unterfordert. Gerade Kleinkinder hätten ein enormes Lernpotential, das zu wenig genutzt werde. In der deutschen Pädagogik gäbe es "kein Verhältnis zur Leistung eines Kinder vor der Schule", sagte der Theologe. Er forderte eine stärkere Durchlässigkeit der Erzieherausbildung von der Fachschulebene hin zum Studium an der Fachhochschule. Das Land Baden-Württemberg blockiert eine Kooperation zwischen den Fachschulen und der Fachhochschule machte Schneider-Harpprecht deutlich.
Für Freiburgs Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach ist die Pluralität der Trägerschaften in der Freiburger Kindergartenlandschaft wichtig. Konfessionelle Kindergärten böten jedoch einen deutlicheren "Bezug zu existentiellen Themen" des Lebens. Das sei seines Erachtens ein Plus der kirchlichen Kindertageseinrichtungen. Auf der Forderung den zur Zeit heftig diskutierten kommunalen Zuschuss zum Betrieb eine Kindergarten, der bei 63 Prozent liegt, zu erhöhen, zeigte sich von Kirchbach unnachgiebig. Die einzelnen Träger seinen selbst gefordert durch Elternbeiträge (etwa 20 Prozent) und andere Mittel für den Betrieb eines Kindergartens aufzukommen. Mit dieser Haltung stieß der Sozialbürgermeister zunächst auf Kritik vom Podium und aus dem Publikum, doch mit einem stark emotional aufgeladenen Diskussionsbeitrag machte von Kirchbach die Situation der Kommunen deutlich. "Keine Einrichtung werde sich schlechter stellen", meinte der Bürgemeister am Ende.
"Wir haben die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Kindern und Eltern in den letzten Jahren viel zu sehr draußen gelassen", meinte Heinrich Schmitt, Referatsleiter Tageseinrichtungen für Kinder beim Caritasverband der Erzdiözese Freiburg. Er forderte mehr Investitionen im Kindergartenbereich. Denn "was wir jetzt an den Kindergärten sparen, müssen wir später im Bereich der Jugendhilfe bezahlen", so Schmitt. Er beklagte, dass sich die Träger von Kindergärten vor allem in den 80er Jahren und bis in die 90er Jahre hinein "nicht gekümmert" hätten. Ebenso bedauerte er, dass die Reformbestrebungen zu einem Bildungsplan in der Vergangenheit stets im Sande verlaufen seinen.
Deutlich wurde am Ende: Die Kindertageseinrichtungen, Erzieherinnen und Träger in Kirchengemeinden leiden unter der miserablen Situation der öffentlichen Haushalte. Die Kindergärten seinen zwar wichtiges Element im kirchlichen Gemeindeleben, meinte Diakoniegeschäftsführer Ulrich Arnold, am Ende des Abends, doch zum Sozialbürgermeister gewandt fügte er hinzu: "...aber nicht um jeden Preis."
gh, 17. 7. 2003
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Nur Männer wagten sich aufs Podium

Zirka 120 Zuschauer verfolgten die Diskussion

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Einladung zur Podiumsdiskussion
Kirchen ohne Kindergärten?
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Freiburg - Kindergärten gehören schon lange zur Kirche, sind in vielen Pfarreien Teil des Gemeindelebens. In Freiburg gibt es derzeit rund 60 Kindergärten und Kindertagesstätten in Trägerschaft einer evangelischen oder katholischen Einrichtung. Mehr als 3900 Kinder werden regelmäßig von qualifizierten Erzieherinnen betreut. Doch was so selbstverständlich scheint, steht auf dem Prüfstand. "Welche Verantwortung kommt den kirchlichen Trägern zu, wenn sie Kindergärten betreiben?", fragt man sich im Evangelischen Kirchengemeindeamt Freiburg, das als Service-Stelle die Buchhaltung und Personalverwaltung der meisten evangelischen Kindergärten durchführt. "Ist die kirchliche Trägerschaft von Kindergärten überhaupt noch zeitgemäß, sinnvoll und noch zumutbar", lautet eine immer wieder zu hörende Frage. Denn sowohl die Kirche als auch die Gesellschaft insgesamt durchlaufe "konkrete Veränderungs- und Konzentrierungsprozesse", - solle die Kirche da noch Kindergärten unterhalten? Und wenn ja, welche Erwartungen bestehen bei den Beteiligten - Eltern, Kommunen, Pfarreien, Kindern und Mitarbeitern... Welche Konsequenzen seien dann für die künftige Arbeit zu ziehen, überlegt man sich in der Evangelischen Kirche in Freiburg.
Um über diese und weitere Fragen ins Gespräch zu kommen lädt die Evangelische Kirchengemeinde Freiburg ein zu einem
Podiumsgespräch am Dienstag, 15. Juli, um 20 Uhr,
in den Saal der Melanchthongemeinde (Freiburg-Haslach), Markgafenstraße. Das Thema es Abends lautet:
"Was wären unsere Kirchen ohne Kindergärten?"
Nach einer Einführung von Heidrun Czaja, der Pädagogischen Fachbereichsleitung für Kindertageseinrichtungen der Evangelischen Kirchengemeinde Freiburg, moderiert der Geschäftsführer der Diakonie Freiburg, Ulrich Arnold, das Podium. Am Gespräch beteiligt sind: Professor Christoph Schneider-Harpprecht, Rektor der Evangelischen Fachhochschule; Frank Jansen, Geschäftsführer des Bundesverbandes katholischer Tageseinrichtungen für Kinder beim Deutschen Caritasverband und Chefredakteur der Fachzeitschrift "Welt des Kindes"; Ulrich von Kirchbach, Sozialbürgermeister der Stadt Freiburg und Heinrich Schmitt, Referatsleiter Tageseinrichtungen für Kinder beim Caritasverband der Erzdiözese Freiburg e.V..
Im Anschluss an die Podiumsrunde besteht bei einem Imbiss Gelegenheit zu Begegnung und Gespräch. Veranstalter ist die Kirchengemeinde Freiburg zu der 18 Pfarreien gehören.
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Freie Träger in Finanznot - Stadt Freiburg erhöht Zuschüsse nicht
Mehr Elterngeld für Kindergartenplatz?
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Freiburg - Eine Erhöhung der Elternbeiträge für Kindergartenplätze in der Stadt Freiburg wollen die freien Träger der Kindergärten, Kindertagesstätten und Kinderinitiativen nicht mehr auszuschließen. Bei einem Pressegespräche heute erklärten Vertreter der freien Wohlfahrtspflege (Paritätischer Wohlwahrtsverband, AWO und Evangelische Kirche) , dass die von der Stadt Freiburg angebotene Erhöhung der Gruppenpauschale um 1,5 Prozent bei weitem nicht ausreiche.
"Die Erhöhung zu verweigern ist wie eine Kürzung", sagte Sabine Behrend, von der Evangelische Kirche in Freiburg. Der Sprecher der Freien Kindergartenträger, AWO-Kreisgeschäftsführer Jack Huttmann erklärte die städtische Gruppenpauschale müsste jetzt um 15 Prozent erhöht werden. Die Pauschalen, die das Land Badens-Württemberg und die Stadt gewährten seien seit 1999 fast nicht erhöht worden. Die Steigerungen der Personalkosten, der Nebenkosten und der aktuelle Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst würde die Situation jetzt verschärfen. Die Mittel, die die Kindergartenträger für 2003 zur Verfügung haben, reichten nur bis September, Oktober. Seit einem Jahr sei man in Verhandlung mit der Stadt, so Huttman. Vor kurzem hatten die Vertreter von 31 freien Trägern, die zusammen 93 Einrichtungen betreiben ihre Strategie besprochen..
Schon jetzt würden die Träger etwa ein Viertel der Kosten selbst aufbringen, so Behrend. Doch weil das Geld fehle erwäge man auch die Schließung von einzelnen Kindergartengruppen oder die Verkürzung der Öffnungszeiten "Wir drohen nicht und wir jammern nicht" sagte der AWO-Geschäftsführer. Und die Leiterin des Kirchengemeindeamts ergänzte: "Wenn die Erhöhung nicht kommt, können wir die eingeführten Qualitätsstandards nicht halten".
Zur Zeit müsste für einen Regelplatz im Kindergarten durchschnittlich 63 Euro gezahlt werden. Ein Ganztagesplatz kostet etwa 100 Euro. Die Auslastung in den Kindergärten sei hoch und die inhaltlichen Standards (Größe, Personalschlüssel, Ausstattung) die der Landeswohlfahrtsverband vorgäbe, werde jetzt schon häufig nur knapp erreicht, erklärte die Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Sabine Werner. Gleichzeitig würden mehr Plätze vor allen in den neuen Stadtteilen gebraucht. Im Rieselfeld und Vauban entstehen gerade neue Einrichtungen. Diesen neuen Kindertagesstätten kämen denn auch jene von der Stadt Freiburg herausgestellte Erhöhung der Haushaltmittel in diesem Bereich zugute. "Die Stadt stellt ihre Haushaltspolitik falsch dar", meinte Jack Huttmann. Wenn im kommenden Jahr das neue Kindergartengesetz in Kraft trete werde werde die Situation noch brisanter, so Huttmann. Denn dann werde sich das Land aus der Förderung ganz zurück ziehen und die Stadt müsste nach einem neuen Schlüssel fast zwei Drittel der Kindergartenplätze bezuschussen.
gh, Okt. 2002
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Kein Geld - keine Spielplätze in Kindergärten?
Die Stadt Freiburg erhöht ihre Zuschüsse nicht mehr
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Feeback an Günter Hammer
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