Freiburg - Auch nach der Abschaffung des Bußtages als arbeitsfreier Feiertag im Jahr 1995 wird der Buß- und Bettag am morgigen Mittwoch auch im Kirchenbezirk Freiburg mit vielen Gottesdiensten begangen. Erstmals wird im Kirchenbezirk das Freiburger Hoffnungsbuch vorgestellt.
1995 beschloss das Parlament, den Buß- und Bettag zugunsten der Finanzierung der Pflegeversicherung als arbeitsfreien Feiertag abzuschaffen. "Acht Jahre nach der Abschaffung wissen wir, dass die Maßnahme die Finanzierung der Pflegeversicherung nicht auf sichere Grundlagen stellen konnte", meint dazu Landesbischof Ulrich Fischer (Karlsruhe). Dem Gemeinwesen sei aber ein wichtiger Tag der Buße, eine Gelegenheit zur öffentlichen Besinnung genommen worden. Eine Gesellschaft könne keine Abläufe des Lebens privatisieren, ohne dabei Schaden zu nehmen, so Fischer weiter. Deswegen sei der Bußtag von wichtiger Bedeutung für das persönliche Glaubensleben und das öffentliche Leben.
In fast allen Pfarreien des Kirchenbezirks wird der Buß- und Bettag mit einem Gottesdienst gefeiert.
Hoffnungsbuch wird vorgestellt
Im Kirchenbezirk Freiburg wird an diesem Tag erstmals ein "Freiburger Hoffnungsbuch" der Öffentlichkeit und den Gemeinden vorgestellt. In Freiburg (Ludwigskirche), Hinterzarten (Evang. Kirche) und March (Martin-Luther-Kirche, Hugstetten) wird jeweils aus dem neuen Buch gelesen und die Idee des Buches erläutert. Im Zusammenhang mit der "Dekade zur Überwindung von Gewalt" die im Jahr 2000 vom Ökumenischen Rat der Kirchen (Genf) ausgerufen wurde, hatte man im Breisgau dieses besondere Buchprojekt gestartet. Unterstützung gab die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und Gemeinden in Freiburg. In dem großformatigen Werk (rund 70 Seiten) sind jetzt zahlreiche Beiträge gesammelt, die in unterschiedlichster Form das Thema "Überwindung von Gewalt" aufgreifen. So berichtet ein Kindergarten mit Kindern aus über 20 verschiedenen Nationen von einer gemeinsamen Adventsfeier im vergangen Jahr. Ein alter Mann erzählt davon wie er im Krieg eine Exekution verhindert hat. Eine Mitarbeiterin der Bahnhofsmission beschreibt wie gemeinsames Teilen der zur Verfügung gestellten Speisen ohne Gewalt funktioniert. Auch der Aufruf der Evangelischen Pfarrerschaft Freiburgs gegen die geplante NPD-Demonstration im Herbst 2002 ist dokumentiert. Es findet sich auch Lyrik und Musikalisches von Menschen aus Freiburg in dem Band.
Das Buch, das zunächst nur in einer Auflage von vier Exemplaren hergestellt ist, wird von nun an in die einzelnen Pfarreien wandern. Dort soll es den Gemeindegliedern als Beitrag der Dekade zur Überwindung von Gewalt vorgestellt werden. Weitere Hoffnungsgeschichten aus der Mitte der Gemeinden könnten dann dem vorhandenen Buch hinzugefügt werden. Dazu hat man extra keine Klebebindung gewählt sondern eine offene Bindeweise. Spätestens zum Buß- und Bettag im kommenden Jahr sollen die neuen Text in das Freiburger Hoffnungsbuch eingearbeitet sein, damit das Freiburger Hoffnungsbuch von Jahr zu Jahr an Hoffnungsgeschichten wächst.
Die Text aus dem Hoffnungsbuch werden in den nächsten Tagen schrittweise auch auf der Internet-Seite www.freiburger-hoffnungsbuch.de eingestellt.
gh
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