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Weihnachten bringt Hoffnung - auch in der Krise
Dekan Engelhardt: Gott gibt niemanden auf
Freiburg (gh). "Das Wunder der heiligen Nacht spricht, wie nichts sonst, nicht nur die Kinder an, sondern auch das Kind im Manne, und in der Frau". Dies sagte Dekan Markus Engelhardt in seiner Predigt im Christvespergottesdienst am Heiligen Abend in der Freiburger Christuskirche. Gottes großes Jawort, für die Menschen werde an Weihnachten "unüberbietbar konkret". Denn der "göttliche Gott" sei sich nicht zu schade ein "ganz und gar menschlicher Mensch zu werden" der die Tiefen und Dunkelheiten mit den Menschen teile.

Das sei das wunderbare "an diesem einen Menschen" der in der heiligen Nacht geboren wurde. "Er gab für niemanden die Hoffnung auf". Sünde hieße im Tiefsten, keine Hoffnung mehr zu haben und jemand anderen - aber auch sich selbst - zum hoffnungslosen Fall zu erklären.

Der Dekan ging dabei auch auf die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage ein. Die Finanzkrise habe allen bewusst gemacht, "auf wie dünnem Eis wir in unserem Wohlstand existieren", auch das "bürgerlich gesettelte Leben" sei mehr ein Tanz auf dem Vulkan, als viele ahnten. Engelhardt beklagte ein "Versagen der Eliten" und bezog sich damit auf Johannes Rau. Der verstorbene ehemalige Bundespräsident habe am Ende seiner Amtszeit den einfachen "wahren Satz" gesagt: "Vertrauen ist die Grundlage von fast allem". Doch Politikern die das Wort nicht halten, Wirtschaftslenkern, die ungeniert die eigene Tasche füllten, Parteien die Machfragen über Sachfragen stellten trügen dazu bei, dass die Menschen dem "öffentlichen Wort" nicht mehr glaubten. "Die Schere zwischen Arm und Reich, aber auch zwischen Durchschnitts- und Spitzenverdienern ist so weit auseinander gegangen, dass sie als Schere kaum mehr erkennbar ist", so Dekan Engelhardt.

Dabei müssten "wir alle uns selbst fragen, inwieweit wir auch durch unseren Umgang mit dem eigenen Geld zu einer verbreiteten Haltung beigetragen hätten, die (Zitat J. Rau) "vor allem den Preis kennt, aber von immer weniger den Wert".

Gott wische nicht alle Tränen ab, wenn einem gerade an Weihnachten zum Heulen elend sei, meinte Engelhardt. Die Weihnachtsgeschichte sei kein "schönes Märchen" bei dem am Ende alles gut geht. Doch der Dekan ist auch nicht hoffnungslos. Denn Gottes Ja sei zuerst dort zu finden, wo Tränen über Gewalt, Einsamkeit und Angst geweint würden. Dies heiße Gott achte jeden von uns, "besonders die traurigen Figuren". Die tiefste Dunkelheit bleibe nicht ewig dunkel.

Hinweis: Hier finden Sie die Komplette Predigt des Dekans



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Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenbezirks Freiburg