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Der Anruf, der Hilfe bringt
Seit 25 Jahren ökumenischer Hausnotruf-Dienst in Freiburg
Freiburg (gh). Sie können „mit den Ohren sehen“. Wenn in einer Wohnung, die mit einem Hausnotrufgerät ausgestattet ist, Hilfe gebraucht wird, „sehen“ die alarmierten Rufbearbeiter beim Hausnotruf-Dienst in Freiburg die prekäre Lage am anderen Ende der Telefonleitung vor dem geistigen Auge. Rasch wird dann Hilfe eingeleitet. Drei- bis
Besuch in der Hausnotruf-Dienst-Zentrale. Die beiden Dekane, Markus Engelhardt (re) und Claudius Stoffel informieren sich über die Arbeit. Foto: g hammer
vierhundert Anrufe gehen täglich in der modernen Hightech-Notrufzentrale am Rande der Altstadt ein. Zum Glück sind weitaus die meisten davon so genannte Kontrollanrufe: Menschen, die ein Hausnotrufgerät haben, kontrollieren die Funktionsfähigkeit des Geräts. Manche kommen aus Versehen an die Notruftaste, doch nicht wenige allein lebende, einsame Personen drücken den roten Knopf, „um einmal am Tag eine menschliche Stimme zu hören“, wie Gerd Land sagt. Der Leiter des größten Hausnotruf-Dienstes in Süddeutschland, mit rund 9.000 angeschlossen meist älteren Personen weiß, dass es aber auch bei täglich etwa 30 bis 40 Fällen um akute Notlagen geht.

„Unser Potential an erfahrenen Mitarbeitern ist unschätzbar, wenn Hilfe organisiert werden muss.“, sagt Lang. Und weil in dieser Tätigkeit Erfahrung viel zählt, werden nur ausgebildete Leute an der Telefonanlage zugelassen. Unzähligen Menschen konnte so in den vergangenen 25 Jahren, seit Bestehen des HNR, wirkungsvoll und rechtzeitig geholfen werden. Denn die Notrufzentrale ist im Vierschichtbetrieb täglich rund um die Uhr besetzt.

Die Geschichte der Hausnotruf-Dienst GmbH kann mit Recht als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. Heute ist der ökumenisch getragene Dienst in Freiburg der größte kirchliche Anbieter in Deutschland mit rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die koordinieren vom Breisgau aus die Notrufanschlüsse selbst auf der spanischen Ferieninsel Teneriffa und an der Costa Blanca bei deutschen Senioren. Außerdem arbeitet der Freiburger Hausnotruf-Dienst auch mit rund 200 Kooperationspartnern in ganz Süddeutschland zusammen. Kirchliche Sozialstationen und Seniorenwohnanlagen mit betreuten Wohnungen greifen gerne auf den Service von Caritas und Diakonie zurück. Denn Notrufgeräte werden kompetent installiert, vermitteln persönliche Nähe und geben den Anrufern Sicherheit.

Vor zweieinhalb Jahrzehnten ging es mit drei Leuten los. Die Notrufe wurden noch auf Thermopapier dokumentiert, das ratternd von einer Rolle unter dem Schreibtisch hervorkroch. Seit dem Umzug in neue Räume am Rotteckring ist die Zentrale mit einer Anlage ausgestattet, vergleichbar mit der des Münchner Flughafens. Und der nächste technische Entwicklungsschritt ist auch bereits getan. In Offenburg wird eine zweite Zentrale eingerichtet, die lediglich für den Notfall da ist und aus dem Stand heraus den Betrieb übernehmen kann. Schließlich sind die ersten mobilen Notrufgeräte, Mobiltelefone, die nur über einen einzigen roten Alarmknopf verfügen, auch bereits bei den ersten Kunden im Einsatz. Bald soll es auch die Möglichkeit geben, dass Handys im extremen Notfall über das GPS-System geordet werden können.

Das Prinzip des Hausnotrufs ist denkbar einfach. Läuft ein Notruf in der Zentrale ein, erscheinen auf einem Monitor sofort die Daten des Teilnehmers. Kann mit dem Anrufer gesprochen werden, klärt der Notrufbearbeiter die nötigen Maßnahmen. Dabei wird geklärt, ob unter Umständen ein Nachbar oder eine andere Vertrauensperson benachrichtigt werden soll. Eine Liste dieser Vertrauten, die auch einen Schlüssel zur Wohnung haben, ist in der Zentrale ebenfalls hinterlegt. Besteht kein Sprechkontakt, werden die nächstgelegenen Rettungsdienste alarmiert.

In Freiburg bietet der Hausnotruf-Dienst zusätzlich zum telefonischen Dienst einen persönlichen Bereitschaftsdienst, der in Notfall ausrückt und auch über den Zugang zu den Wohnungen verfügt. Alleine im Jahr 2008 hatten die Frauen und Männer 1.500 Einsätze im Stadtgebiet. Vor allem in Seniorenwohnanlagen, aber auch in normalen Häusern fühlen sich die Hausnotrufkunden sicherer, wenn sie wissen, Hilfe ist rasch vor Ort.

Regelmäßig werden die Hausnotrufmitarbeiter geschult. Nicht nur in Erster Hilfe, auch das deutliche und verständliche Sprechen muss geübt sein. Für Unbeteiligte hört sich das extra langsame und artikulierte Reden merkwürdig an. Doch ist die klare Sprache der Rufbearbeiterinnen und Rufbearbeiter eine Voraussetzung, damit sie sich ein Bild von der Lage machen können. Dann können sie nicht nur hören sonder „sehen“, was gebraucht wird. Rasch fliegen dann die Finger über Telefontastatur und Hilfe ist schnell vermittelt.

Weitere Infos

Hausnotruf-Dienst GmbH, Freiburg
Tel: 0761 29622-0
Eisenbahnstraße 52, 79098 Freiburg

www.hausnotrufdienst.de
info@hausnotrufdienst.de

Träger:
Evang. Sozialstation Freiburg e.V.(Mitglied des Diakonischen Werks)
Kath. Sozialstation Freiburg GmbH

Gebühren:
einmalige Anschlussgebühr: 48 Euro
monatlich: 18,36 Euro als Grundleistung
Das Hausnotrufgerät ist von den Pflegekassen als Hilfsmittel anerkannt.
Bei einer Einstufung durch die Pflegekasse, kann diese auf Antrag bis zu 18,36 Euro übernehmen.

Kontakt:
Gerd Lang, 0761 29622-55

Die Jubiläumsfeier "25 Jahre Hausnotruf-Dienst" für geladene Gäste und die Mitarbeiterschaft findet am Freitag, 30. Oktober 2009 statt.



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Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenbezirks Freiburg