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Erfolgreicher Handel
Wirtschaftsunternehmen und Wohlfahrtsverbände kamen ins Geschäft
Freiburg (gh). "Gute Geschäfte" wurden an diesem Wochenende im "Historischen Kaufhaus" in Freiburg getätigt. Vertreter von gemeinnützigen Organisationen einerseits und Wirtschaftunternehmen andererseits trafen sich, handelten mit ihren Dienstleistungen und Waren und schlossen Verträge über die künftige Zusammenarbeit ab. Und obwohl die Regeln dieser "Marktplatz-Methode" verlangen, dass über Geldbeträge bei diesem Handel nicht gesprochen werden darf, verkündeten die Veranstalter nach eineinhalb Stunden Handelstätigkeit, dass die Summe der abgeschlossenen Verträge etwa 43.000 Euro beträgt. Entwickelt wurde die Veranstaltung die auch den Namen "Gute Geschäfte" trägt, von der Bertelsmann-Stiftung nach einem niederländischen Vorbild. In Freiburg wurde der Abend initiiert von Diakonie und Caritas in Baden sowie von Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer (AEU) und der Bund Katholischer Unternehmer (BKU).

Viel zu bieten hatten soziale Einrichtungen und Wirtschaftunternehmen, die im Historischen Kaufhaus ins Geschäft kamen.
Das "Historische Kaufhaus", direkt am Münsterplatz gelegen, das im 16. Jahrhundert als Handelsplatz für Kaufleute erbaut worden war und heutzutage als gute Stube Stadt gilt, erlebte eine Art Renaissance. Denn in den altehrwürdigen Räumen tummelten sich Händler mit besonderen Interessen: Unternehmer, Handwerker und Banker neben Geschäftsführern von regionalen Wohlfahrtsverbänden und Abteilungsleiter von Diakonie und Caritas. Vertreten waren 34 Unternehmen und 40 gemeinnützige, soziale Organisationen. Es ging darum einen Partner zu finden um gemeinsam Projekte zu entwickeln und per Vertrag die Zusammenarbeit zu besiegeln. Erstmals in Südbaden wurde diese neue und andere Form der Kooperation zwischen Wirtschaft und Gemeinwohlorganisationen ermöglicht. Wer im dann am frühen Abend im rasch einsetzenden Handelstrubel im Kaisersaal der Kaufhauses nicht zur recht kam oder zunächst keinen Partner fand, für den standen vier "Makler" bereit. Sie brachten mache Unternehmen und Wohlfahrtsorganisationen zusammen, die noch nie etwas über den jeweils andern gehört hatten.

So kam beispielsweise die Evangelische Stadtmission in Freiburg mit dem Ausbildungszentrum der Deutschen Telekom (ebenfalls in Freiburg) ins Geschäft. Die Auszubildenden entwerfen für den Secondhandladen der Stadtmission eine Internet-Plattform über die künftig Gebrauchtwaren wie Möbel, antiquarische Bücher und Antiquitäten im Netz gehandelt werden können. Als Gegenleistung veranstaltet die Stadtmission, die eine eigene psychologische Beratungsstelle unterhält, an fünf Tagen Seminare und Kurse zur Suchprävention für Auszubildende der Telekom. Die Beteiligten schätzen, dass die Maßnahmen einen Gesamtwert von etwas 5.500 Euro hat, erklärte Stadtmissionar Norbert Aufrecht.

Waren die Verhandlungen erfolgreich wurde beim "Notar" der Vertrag besiegelt. Fotos: G. Hammer
Oder ein anders Beispiel: Die Volkbank Freiburg wird für ihre Auszubildenden (Azubi) bald Sozial- und Kommunikations-Trainings anbieten. Dazu werden die Azubis Praktika in Einrichtungen der Behindertenhilfe des Diakonischen Werks (DW) Breisgau-Hochschwarzwald (Kirchzarten) absolvieren. Neben dem reinen Kennen lernen der Häuser ist dabei auch ein individuell zusammen gestelltes Lernprogramm für jeden einzelnen der jungen Leute vorgesehen. DW-Geschäftsführer Albrecht Schwerer freute sich über den Abschluss dieses Vertrags. "Damit positionieren wir uns als Wohlfahrtsverband in neuer Weise gegenüber den Unternehmen der Wirtschaft", sagte er. Über einen längeren Zeitraum hinweg habe es innerhalb der Mitarbeiterschaft lebhafte Diskussionen über die Idee von "Gute Geschäfte" gegeben. Schließlich habe man sich zur Teilnahme entschlossen. Und der Erfolg gibt der diakonischen Einrichtung recht: Neben dem Vertrag mit der Volksbank konnten vier weitere Projektvereinbarungen getroffen werden. So wird die Diakonie ein Outdoor-Training zur Teambildung für ein Elektrohandwerkgeschäft anbieten, umgekehrt werden schwierige Schüler eines Schülerhorts in dem Handwerksbetrieb Praktika absolvieren und in den Berufsalltag eingeführt.

12. 9. 08



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Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenbezirks Freiburg