Freiburg / Breisgau-Hochschwarzwald (gh). Die persönlichen Grenzen erweitern, neue Leute in anderen Ländern kennen lernen und nach der Schulzeit das Gefühl erleben von
 |
| Friedel Goetz, Barbara Linz und Tobias Maier absolvieren einen Friedensdienst im Ausland. (Foto: G. Hammer) |
Menschen gebraucht zu werden, dies ist ihre Motivation. Tobias Maier (18) aus Freiburg und Friedel Goetz (19) aus Vogtsburg-Bickensohl sind am Sonntag zu einem internationalen Freiwilligendienst gestartet. Nach Italien. Barbara Linz (18) aus Kirchzarten wird Ende August nach Paraguay ausreisen. Alle drei haben ihr Abitur gebaut und werden in kommenden zwölf Monaten in sozialen Einrichtungen einen sogenannten Ökumenischen Friedensdienst absolvieren. Organisiert wird der Auslandsdienst von der Arbeitsstelle Frieden beim Amt für Kinder- und Jugendarbeit der Evangelischen Landeskirche in Baden (Karlsruhe).
Tobias Maier war mit den Eltern schon häufig in Italien in Ferien. Jetzt wird er eine andere Seite des beliebten Urlaubslands erleben. Auf Sizilien wird er beim "Servizio Cristiano" in Riesi, einer 12.000-Einwohnerstadt, auf den Olivenfeldern und im Gemüseanbau arbeiten. Der "Servizio Cristiano" ist eine Einrichtung der Evangelischen Waldenserkirche, zu ihm gehören auch Schulen, ein Kindergarten, eine Familienberatungsstelle und Gästehäuser. Für Tobias der in Freiburg das Deutsch-Französischen Gymnasium besuchte, gibt es hier die Chance etlichen internationalen Freiwilligen zu begegnen, denn das Zusammenleben und die Gemeinschaft gehören zum Programm des Servizio von Anfang an. "Mir sind die interkulturellen Begegnungen wichtig und ich will mir hier auch Gedanken machen, wie es weiter gehen kann bei mir", sagt er zuversichtlich.
Auch Friedel Goetz wird bei den Waldensern auf Sizilien arbeiten, allerdings in Palermo, der Insel-Metropole mit einer Million Einwohnern. Hier wird der ehemalige Schüler des Martin-Schongauer-Gymnasiums in Breisach im Centro Diaconale "La Noce" tätig sein. Dieses Diakoniezentrum hat einen Schwerpunkt in der Betreuung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen. So wird Friedel Goetz neben hauswirtschaftlichen Aufgaben und der Schulbusbegleitung auch pädagogisch arbeiten. Die Voraussetzungen dazu bringt er mit. Der Sohn einer Pfarrrerin und eines Pfarrers hat im Rahmen der kirchlichen Gemeindearbeit schon bei Gruppenleiterkursen mitgemacht und leitete Jungschargruppen und Freizeiten. Für ihn ist klar: "Bildung ist ein wichtiger Grundstein zur Versöhnung". Bewusst will er seinen Teil dazu beitragen, dass 2La Noce" als Bildungseinreichtung existieren kann.
Die weiteste Entfernung von zu Hause wird Barbara Linz aus Kirchzarten hinter sich bringen müssen, um an ihren Einsatzort zu kommen. In Südamerika, vierzig Kilometer von Paraguys Hauptstadt Asunción entfernt wird die 18-Jährige in "La Cantera" mitarbeiten. Das ist eine "Siedlung für Arme" wie sie erzählt, die vor etwa zwölf Jahren von einem deutschen Ehepaar gegründet wurde. Seit einiger Zeit steht sie schon im eMail-Kontakt mit dem Hilfsprojekt. So weiß die ehemalige Schülerin des Kollegs St. Sebastian in Stegen auch, dass sie zunächst bei Schulkindern in der englischen Sprache Nachhilfe geben wird. "Ansonsten helfe ich wo ich gebraucht werde", sagt die junge Frau.
Die Badische Landeskirche unterstützt die jungen Freiwilligen mit länderspezifischen Seminaren und Sprachkursen vor Ort. Aus ganz Baden sind es 25 junge Frauen und Männer die in diesen Wochen ein Ökumenisches Friedensjahr beginnen. Die drei Freiburger haben bereits einen Förderkreis aufgebaut, der den Aufenthalt in den sozialen Einrichtungen finanziert. Denn an den Einsatzorten wird nur Unterkunft, Verpflegung und Betreuung gestellt. Regelmäßig werden Freiwilligen ihre Geldgeber (Verwandte, Freunde, Gemeindeglieder) über ihre Erfahrungen und Eindrücke per Brief informieren.
Weitere Informationen auch unter www.friederle.de
Juli 2008
|