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Frauenquote in der Evangelischen Kirche
Erster Freiburger Frauenkirchentag sucht nach Möglichkeiten der Vernetzung
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Freiburg/Fulda (gh). Die Einführung einer Frauenquote in den Gremien der
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| Ellen Ueberschär, hielt den Hauptvortrag Foto: G. Hammer |
Evangelischen Kirche hat Ellen Ueberschär (Fulda), Generalsekretärin des Evangelischen Kirchentags gefordert. Beim 1. Frauenkirchentag der Evangelischen Kirche in Freiburg erinnerte die Theologin am Samstag (18. 9. 2010) daran, dass die Synode der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) bereits 1989 eine Zielvorgabe beschlossen habe, nach der innerhalb von zehn Jahren in allen Leitungs- und Beratungsgremien ein Frauenanteil von mindestens 40 Prozent erreicht werden sollte. "Inzwischen sind nicht zehn Jahre verstrichen, sondern 20. Schauen wir auf die Bischofs-Ebene können wir nur lachen.", sagte promovierte Theologin im Freiburger Paulussaal. Man könne inzwischen gut sehen, welche Wege wirksam seinen, Gleichberechtigung in Führungspositionen zu erreichen. Ueberschär: "Ohne Quote geht es nicht!"
Bei dem Thema "Frauen in Führungspositionen" läge die evangelische Kirche "gut im gesellschaftlichen Trend", erklärte 43-jährige, ehemalige EKD-Synodale. Bei den etwa 20.000 Theologinnen und Theologen in Deutschland betrage der Frauenanteil 30 Prozent, von denen fast 60 Prozent in Teilzeit arbeiteten. Dass so viele Pfarrerinnen in Teilzeit arbeiten, zeige, dass sie, wie viele andere Frauen auch, versuchten, "Familie und Beruf" unter einen Hut zu bringen. Die geschehe freilich auf Kosten von Leitungstätigkeit, denn "höhere Positionen werden nicht halbtags ausgeübt".
Die Quote sei also die allererste Voraussetzung für eine formale Parität der Geschlechter, so die Kirchentagsgeneralsekretärin, die auch Mitglied der Grünen-Akademie der Heinrich Böll-Stiftung ist. Jedoch sei die Quote nur eine Voraussetzung. "Das andere aber, mindestens ebenso wichtig, ist ein Wandel in den Frauenköpfen." Die Tugend, Chancen die sich bieten zu ergreifen, müssten Frauen noch "erschließen". Es sei richtig einerseits abzuwägen zwischen den eigenen Ansprüchen an die Betreuung der Kinder und an die eigene Zeiteinteilung. Andererseits genauso wichtig sei "Verantwortung im rechten Moment auch zu übernehmen".
Ellen Ueberschär sprach im Rahmen des 1. Freiburger Frauenkirchentags. Dessen Titel lautete "Keineswegs feige - sozial - spirituell - solidarisch Zukunft gestalten". In ihrem Vortrag vor rund 80 Frauen erklärte Ueberschär, dass die "frühen Christen leidenschaftlich für die Gleichheit von Männer und Frauen in Christus" eingetreten seien. Sie verwies unter anderem auf die biblische Lydia, im Neuen Testament (Apostelgeschichte 16), die als Händlerin tätig war und als Leiterin der christlichen Gemeinde Verantwortung übernommen habe. Am Samstagvormittag hatten Frauen aus Kirche und Kommune bei einer Talkrunde über Möglichkeiten zur milieuüberschreitenden Begegnung und Vernetzung unter Frauen diskutiert. Am Nachmittag wurden einzelne Themen verschiedenen Workshops vertieft. Der Frauenkirchentag wurde mit einem Gottesdienst abgeschlossen.
18. 9. 2010 |
1. Freiburger Frauenkirchentag
"Keineswegs feige"
sozial - spirituell - solidarisch Zukunft gestalten
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Freiburg (gh). Frauen unterschiedlichen Alters, Herkunft und Ausbildung zusammenbringen, Netzwerke stärken, Milieugrenzen sprengen und so neue Perspektiven ermöglichen - all das soll der erste Freiburger Frauenkirchentag, am Samstag, 18. September 2010, im Paulussaal (9.30 Uhr bis 17 Uhr) ins Rollen bringen und anstoßen.

Die Frauen aus der Kirche sind dabei "Keineswegs feige", so der Titel des Tages. In Workshops werden brisante Themen aufgegriffen wie "Prostitution: Ausgrenzung, Integration, Solidarität?" auf oder "Deeskalationsstrategien und Antigewalttraining". Bei der ersten Veranstaltung dieser Art in Freiburg stehen für zwölf aktuelle Themenfelder kompetente Referentinnen am Nachmittag (ab 13.30 Uhr) zur Verfügung. Den Hauptvortrag hält um 10.45 die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Dr. Ellen Ueberschär. Veranstalterinnen sind die Frauenarbeit der Evangelischen Landeskirche in Baden und das Diakonische Werk Freiburg.
Wichtig ist den Organisatorinnen dabei die Einsicht, dass "die geistig-spirituelle und die diakonisch-gesellschaftliche Dimension des christlichen Glaubens zusammengehören und ihr eigenes Engagement als Ehren- und Hauptamtliche eng verbunden sind", wie es in der Einladung heißt. Weitere Arbeitskreistitel lauten so beispielsweise "Den eigenen Weg mit Krankheiten finden eine neue Sicht auf das Leben lernen" oder "Geld tut Frauen richtig gut. Vom Umgang mit den 3 G´s: Geldgefühle, Geldumgang und Geldgewissen" und "Frau und Beruf. Neue Modelle der Vereinbarkeit von Familie und Beruf."
Wie Frauen sozial, spirituell und solidarisch Zukunft gestalten können darauf geht die Theologin und ehemalige Ost-Berlinerin Ellen Ueberschär in ihrem Hauptvortrag ein. Zuvor (10 Uhr) werden unter anderem die Freiburger Frauenbeauftragte, Ursula Knöpfle mit Annette Bohland von der GLS-Bank und Caroline Käding, der Direktorin des Kunstvereins sowie mit Stadträtin und Landtagskandidatin Gabi Rolland und Pfarrerin Anke Ruth-Klumbies bei einem Podiumsgespräch das Thema des Tages aus ihrer Sicht entfalten. Moderiert wird die Runde von Annegret Brauch, der Leiterin der Frauenarbeit in der Evangelischen Kirche in Baden. Mit Musik des "Buschorchesters" startet der Tag ab 9.30 Uhr
Über die Mittagszeit, vom 12 Uhr bis 13.30 Uhr, kann "frau" beim Markt der Möglichkeiten eine Vielfalt von Initiativen und Aktivitäten der Frauenarbeit kennen lernen. Der erste Freiburger Frauenkirchentag schließt dann um 16 Uhr mit einem Gottesdienst. Eine Kinderbetreuung wird angeboten. Die Anmeldung per Mail an: frauenarbeit@ekiba.de sollte bis zum 15. 9. 2010 erfolgen, die Kosten betragen inklusive Verpflegung 15 Euro (ohne eigenes Einkommen frei). Mehr Infos gibt es auch unter http://www.ekiba.de/192.php
Die Idee zu dieser Veranstaltung entstand aus der vielfältigen und guten Kooperation von Evangelischer Frauenarbeit in Baden und Diakonischem Werk in Freiburg. Sie umfasst gemeinsame Projekte gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel, Engagement für wohnungslose Frauen, Mütter-Kurberatung, schnelle Hilfe nach der Geburt, gemeinsame Gottesdienste.
Hier finden Sie den Einladungsflyer mit dem kompletten Programm
ANMELDEN FORMLOS PER eMAIL HIER
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