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"Aufatmen" für Menschen in Wohnungsnot ermöglichen
Urlaub von existentiellen Belastungen
Freiburg (gh). Wohnungs- und Obdachlosigkeit bedeutet Stress. Viele Menschen, die auf der Straße oder in unsicheren Wohnverhältnissen leben müssen, sind von diesen Belastungen innerlich und äußerlich gezeichnet. Und häufig verstärken Schulden und individuelles Suchtverhalten diese Lebensweise. Eine Auszeit oder gar ein (Kurz-) Urlaub, um mal „raus zu kommen“ scheint da kaum möglich.

Damit Menschen in Wohnungsnot auch einmal die Chance auf ein paar Tage „Urlaub“ haben, startet das Ferdinand-Weiß-Haus (FWH) des Diakonischen Werks, jetzt eine Initiative. Gesucht werden Bürger, Firmen und Einrichtungen, die bereit sind Wohnungslosen eine dreitägige Sommerfreizeit zu ermöglichen. "Diese drei Tage Sommerfreizeit sind nicht weniger als ein tiefes Aufatmen und eine kurze Erholung von den existentiellen Nöten der Wohnungslosigkeit“, sagt Klaus Fournell vom FWH. Der Sozialpädagoge weiß um den Stellenwert dieses Angebots, denn für die Teilnehmer sei es eine Gelegenheit sich mal in anderen Zusammenhängen neu zu erleben und neue Fähigkeiten zu entdecken. „Im gemeinschaftlichen Erleben finden sie ein Stück Normalität, was einen Höhepunkt des Jahres markiert.“

Pro Teilnehmer werden 130 Euro gebraucht. Im vergangenen Jahr fuhr die Gruppe beispielsweise nach Berlin. In festen Betten schlafen, gemeinsam frühstücken und dann noch zusammen zum Fußball in Olympiastation, für viele wohnungslose Menschen sei ein kleiner Traum durch die Freizeit in Erfüllung gegangen. Ob auch im kommenden Jahr eine Freizeit zustande kommt und wohin es dann gehen könnte ist indes zur Zeit noch offen.

Das Ferdinand-Weiß-Haus ist eine Tagesstätte, in der bis zu 80 wohnungslose Menschen pro Tag eine Anlaufstelle finden.

Mit einer kleinen Kampagne wird nun um Spender geworben. Unter anderem soll in der nächsten Ausgabe der Straßenzeitung „Frei(e) Bürger“ ein Informations-Faltblatt eingelegt werden. Weitere Informationen per Mail fwh-freizeit@gmx.de oder direkt vor Ort im Ferdinand-Weiß-Haus in der Ferdinand-Weiß-Straße 9a im Stadtteil Stühlinger.

Spendenkonto: Diakonieverein Freiburg, Kto. Nr. 10 00 49 93, BLZ 680 501 01, Sparkasse Nördlicher-Breisgau, Stichwort: Spende FWH Freizeit

26.11.2010




Wohnungslose: Solidarität von Kirche und Straßenzeitung
20 Jahre Ferdinand-Weiß-Haus - Stadt kürzt Zuschüsse
Freiburg (gh). Wenn die Menschen sehen, dass es zwischen der Weihnachtsgeschichte mit der Wohnsuche in Bethlehem und der Wohnungslosigkeit von Menschen in unseren Städten einen inneren Zusammenhang gibt, der den Kern des christlichen Glaubens
Im Rahmen der 20-Jahr-Feier gab auch der "Bettlerchor", seine erste öffentliche Probe ab. Der Chor aus Freiburger Bettlern, Wohnungslosen, Hartz IV-Empfängern und Schauspielern der bei einem neuen Projekt des Theaters Freiburg (Bettleroper) im Januar im Kleinen Haus Premiere hat.
berühre, begännen manche sie an ihrem Unglauben zu zweifeln. Dies sagte Dekan Markus Engelhardt bei zwanzigjährigen Jubiläum des Ferdinand-Weiß-Hauses, einer Einrichtung für Wohnungslose am Wochenende (Freitag, 19. Dez. ) in Freiburg. Denn die Herbergssuche, wie sie im Evangelium beschrieben ist, sei ein „Urbild für Unbehaustheit und Nichtsesshaftigkeit“. Mitten hinein in dieses häufig schäbige Leben sei das göttliche Kind geboren worden. Es sei daher eine selbstverständliche Aufgabe der Kirche Menschen in Wohnungslosigkeit beizustehen.

Im Ferdinand-Weiß-Haus (FWH), das vom Diakonischen Werk Freiburg betrieben wird hat es nach Auskunft von Sozialarbeiter Klaus Fournell im Jahr 2007 fast 19 000 „Kontakte“ mit Wohnungslosen gegeben, darunter waren etwa 15 Prozent Frauen. In Freiburg seien rund 700 Menschen von Wohnungslosigkeit in verschiedensten Formen betroffen. Das FWH ist ein Tageseinrichtung in der Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben Unterstützung, Beratung und ärztliche und andere Hilfen erhalten.

Dekan Markus Engelhardt, stellte den Zusammenhang vom Obdachlosigkeit und der Weihnachtsgeschichte als aktuelles Geschehen dar. Fotos: G. Hammer
Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) sprach bei der kleinen Feier in der ehemaligen Baubaracke den Dank der Stadt aus, für die „Arbeit, die die Freiburger Diakonie in den letzen zwanzig Jahr gemacht hat“. Er betonte, dass sich die Haltung gegenüber wohnungslosen Menschen in den geändert habe und die Solidarität, auch im Stadtteil Stühlinger in dem das FWH steht, gestiegen sei. Für den vorgesehenen Umzug in den geplanten neuen Gewerbehof an gleicher Stelle, sagte Salomon die Unterstützung der Stadt zu.

„Wenn alles klappt, können wir in zwölf Monaten in die neuen Räume innerhalb es Gewerbehofkomplexes einziehen“, sagte Jochen Pfisterer gegenüber epd. Der Geschäftsführer des Diakonischen Werks Freiburg freute sich über einen Scheck, den die Reaktion des Blatts „Freie Bürger“ für die Einrichtung der neuen Räume überreichte. Die Initiative zu der Straßenzeitung, das regelmäßig von Wohnsitzlosen in Freiburg verkauft wird, hatte im FWH seinen Ausgang genommen. Regelmäßig finden hier Redaktionssitzungen der Blattmacher statt.



Siehe auch Bericht über die 15-Jahres Feier im Jahr 2003



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Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenbezirks Freiburg