Freiburg (gh). Mit einem Tag der offenen Tür wurde am Wochenende (Samstag, 21. Mai) das neue Ernst-Lange-Haus der evangelischen Kirche in Freiburg eröffnet. Das neue Domizil von Dekanat, Schuldekanat, Erwachsenenbildung, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA), Jugendwerk, Pressebüro und der gesamten Kirchenverwaltung war im Februar aus dem alten Haus in der Goethestraße an den neuen Standort in der Habsburgerstr. 2 umgezogen. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzen die Gelegenheit, um in dem markanten Gebäude, das auch als "Evangelisches Forum" bezeichnet wird, die Mitarbeitenden und deren Arbeitsplatz kennen zu lernen.
"Beharrlichkeit und langer Atem" hätten sich ausgezahlt, sagte Dekan Markus Engelhardt in seine Ansprache zur Hauseröffnung. "Nun haben wir das Ziel endlich erreicht." Mit dem Haus wolle man sichtbar machen, was Kirche in einer Stadt sein müsse: nämlich mehr als die pure Summe von 21 Gemeinden bzw. Predigtbezirken, "die mehr oder weniger für sich selbst existieren und irgendwie und irgendwo halt noch verwaltet werden müssen". Vielmehr wolle man Stadtkirche sein, "also Kirche in der und für die Stadt."
Der südbadische Prälat Hans Pfisterer bezeichnete den Einzug in das neue Haus den als "einen Meilenstein" in der Geschichte der Evangelischen Kirche in Freiburg.
Der Name des Hauses, "Ernst-Lange-Haus", sei dabei durchaus als Programm zu verstehen. Ernst Lange habe die Realität aufgegriffen, dass Menschen in der Stadt in vielfältigen Bezügen leben, die weiter reichen als in das direkte Wohnumfeld. Den Theologen, der in München groß geworden war und später in Berlin wirkte nannte Engelhardt ein "kirchlich-theologisches Wunderkind". Er sei nicht nur Kirchenreformer gewesen, der in Berlin-Spandau die so genannte Ladenkirche als niederschwellige Form der Gemeindearbeit anregte und umsetzte; als Professor für Praktischer Theologie habe er auch deutliche "Impulse für die Predigtlehre" gesetzt "weg von dem bis dahin vorherrschenden Bild von Predigt als autoritative Rede von oben nach unten". Zudem würdigte der Dekan Lange als "visionären Ökumeniker". Der so genannte "Konziliare Prozeß für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung", ist eine späte Frucht des Langschen Denkens.
Dass die Evangelische Kirche ein "wichtiger Partner für die Stadt Freiburg" sei, betonte Bürgermeister Ulrich von Kirchbach in seinem Grußwort. "Mit diesem Haus sind sie im verheißenen Land angekommen" meinte der Sozial- und Kulturdezernent augenzwinkernd. Er spielte dabei auf die lange Suche der Freiburger Kirche nach einem geeigneten und auch finanzierbaren Objekt an. "Jetzt sind sie zwar nicht im Zentrum aber dennoch zentral". Das neue Haus liegt am Nordrand der Citiy im Stadtteil Herdern, mit eine Straßenbahnhaltestelle, direkt vor der Tür (Linie 2, Okenstraße).
"Wir freuen uns mit ihnen", sagte Pfarrer Konrad Irslinger von der katholischen Kirche in Freiburg. Er würdigte die enge ökumenische Verbundenheit vor Ort und dankte dafür besonders Dekan Engelhardt.
Brot und Salz zum Einzug und einen Scheck über 2.300 Euro überreichte der Architekt Hoffmann im Namen der beim Umbau des 15 Jahre alten Gebäudes, beteiligten Handwerker.
Mit einer Vernissage wurde eine weitere Funktion des Hauses, als Ausstellungsort, eröffnet. Gezeigt wird noch bis Anfang Juli Werke des Freiburger Künstlers Wolfgang Mehnert.
Hier finden Sie die Ansprache von Dekan Engelhardt zur offiziellen Eröffnung
des Ernst-Lange-Hauses
21. 5. 11
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