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Neuer Name:
Ernst-Lange-Haus / Evangelisches Forum
Stadtsynode kümmert sich auch um Gebäudebestand und zieht positive Bilanz zur Strukturreform
Freiburg (gh). Das markante Gebäude am Anfang der Habsburgerstraße, in das vor kurzem verschiedene Einrichtungen der evangelischen Kirche eingezogen sind, wird nach Ernst Lange, benannt. Er gilt als einer der bedeutendsten praktischen Theologen der Nachkriegszeit mit klarer ökumenischer Prägung. Dies beschloss die Freiburger Stadtsynode bei ihrer Frühjahrstagung am Samstag (26. 3. 11) im Gemeindezentrum der Matthäuskirche. Das neue "Ernst-Lange-Haus" wird in der zweiten Zeile im Untertitel "Evangelisches Forum" bezeichnet.
Fotomontage vom Eingangsbereich in der Habsburger Str. 2 smit neuem Namenszug (Montage: Saumer)

Neben der Namensentscheidung stellte das evangelische Kirchenparlament die finanziellen Weichen für die notwendige Sanierung kirchlicher Immobilien und beschäftigte sich mit den Planungen und Projekten im laufenden "Jahr der Taufe". Auch die Auswertung bei der Umgestaltung von innerkirchlichen Organisationsstrukturen, der so genannte Freiburger Weg, war Thema der Tagung.

Drei Namensvorschläge des Ausschusses Stadtkirchenarbeit stellte Pfarrer Jochen Kunath dem leitenden Kirchengremium vor. Auf der Liste standen neben Ernst Lange auch der Agrarwissenschaftler Constantin von Dietze, der zum Freiburger Kreis gehörte und nach dem Krieg erster Rektor der hiesigen Uni sowie später Präses der EKD-Synode war, sowie die Widerstandkämpferin Elisabeth Schmitz. "Es soll ein Name sein er zu uns passt und auch in die Zukunft weißt", so Pfarrer Kunath. Eine klare Mehrheit der Synode sprach sich nach intensiver Diskussion schließlich für den Vorschlag aus "Ernst-Lange-Haus / Evangelisches Forum". Ernst Lange (1927 bis 1974) wirkte einflussreich auf die evangelische Jugend- und Erwachsenenbildung, war prägend in der Kirchenreformbewegung der 1960er und 70er Jahre und entwickelte eine neue Predigtlehre. Das nun neue "Evangelische Forum" solle kein primäres Verwaltungsgebäude sein, betonte Dekan Markus Engelhardt, sondern ein "inhaltlich ausstrahlungskräftiges Haus" vom dem aus die "Kommunikation des Evangeliums" (Ernst Lange), als eine zentrale Aufgabe der Kirche, umgesetzt werde. Neben Dekanat und Kirchenverwaltung sind im neuen Ernst-Lange-Haus auch das Jugendwerk, die Erwachsenenbildung, der Dienst in der Arbeitswelt sowie das Schuldekanat mit Medienstelle und das Pressebüro untergebracht. Die offizielle Eröffnung des neuen Evangelischen Forums wird am 21. Mai gefeiert.

Damit der Großteil der kirchlichen Gebäude bis zum Jahr 2020 fitt ist, bedarf es in die Freiburger evangelische Kirche nach wie vor großer finanzieller Anstrengungen. Jörg Frenzel vom Finanzausschuss begründete warum es notwendig sei, aus den Grund- und Regelzuweisungen schon jetzt weitere Mittel zur Umsetzung des Immobilienkonzepts einzuplanen. Denn damit große Teile des Gebäudebestands saniert werden können müssten zusätzlich in den nächsten Jahren 2,5 Millionen Euro umgeschichtet werden. Dies heiße eine Vorwegentnahme von jährlich 350.000 Euro, aus künftigen Haushalten, was auch bedeute dass alle Haushaltsposten "Opfer" bringen müssten, so Frenzel. Die Synode erklärte sich eindeutig, bei nur wenigen Enthaltungen, mit diesem eingeschlagenen Weg zur Planung künftiger Haushalte einverstanden.

Dass die lange diskutierte innerkirchlichen Struktur- und Organisationsreform, nach den Erfahrungen seit ihrer Einführung vor drei Jahren, akzeptiert wird und weitgehende Zustimmung erfährt belegt eine Untersuchung der Evangelischen Hochschule, die dem Gremium vorgestellt wurde. Bei dieser Evaluation, unter meist hoch engagierten Kirchenmitgliedern wurde deutlich, dass die Verbundenheit mit der Kirche vor Ort auch in den neuen größeren Einheiten eine Säule der Gemeindearbeit ist. Besonders betont wurden vor allem das Engagement der Ältesten in ihren kirchenleitenden Aufgaben und die positiven Entwicklungen in der Zusammenarbeit bei den Hauptamtlichen. Ein "große Herausforderung" bleibe jedoch die Kommunikation zwischen den einzelnen Gruppen.

Höchst zufrieden mit den vielfältigen Angeboten und Aktivitäten zum laufenden "Jahr der Taufe" zeigte sich Marliese Springmann, die Vorsitzende der Stadtsynode. Sie freute sich, dass in allen Pfarreien mit "vielen kreative Ideen" der Sinn und die Funktion der Taufe den Menschen vor Ort näher gebracht werde. Am Himmelfahrtstag und am 10. Juli wird in Freiburg zu verschieden Tauffesten eingeladen.

27. 3. 11



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Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenbezirks Freiburg