Freiburg. Am 25. Juli 2007 unterzeichnen der Rektor der Evangelischen Fachhochschule Freiburg, Prof. Dr. Reiner Marquard, und der Rektor der Pädagogischen Hochschule Freiburg, Prof. Dr. Wolfgang Schwark, einen Vertrag, der die Zusammenarbeit beider Hochschulen zum Aufbau eines gemeinsamen Bachelor-Studiengangs "Pädagogik der frühen Kindheit" verbindlich regelt. Die baden-württembergische Landesregierung hat diesen Ausbau des Studienprogramms im Zusammenhang mit dem Ausbauprogramm "Hochschule 2012" ausdrücklich gutgeheißen.
Mit dem Kooperationsvertrag und dem gemeinsamen Studienangebot ab dem Wintersemester 2007/08 bündeln die beiden Hochschulen Kompetenzen und Ressourcen im Bereich der Bildung und Erziehung in der Kindheit. Die EFH Freiburg bietet bereits seit drei Jahren einen Bachelor-Studiengang "Pädagogik der frühen Kindheit" an. Dieser Studiengang wurde zunächst schwerpunktmäßig für Erzieherinnen berufsbegleitend gestaltet, seit zwei Jahren ist es ein grundständiges und sehr gut nachgefragtes Studienangebot. Aus diesem Studiengang konnten Anfang Juli die ersten AbsolventInnen in Deutschland mit einer akademischen Ausbildung im Bereich der Frühpädagogik verabschiedet werden.
Der Aufbau der Elementarpädagogik an der PH Freiburg wurde angeregt durch die Initiative der Landesregierung, Ausbildungsangebote auf akademischer Ebene für Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen aufzubauen. Bereits in der Vergangenheit brachten Dozentinnen und Dozenten der PH fachdidaktische und fachwissenschaftliche Kompetenzen in den bestehenden Studiengang der EFH ein, so dass zunehmend engere Kooperationsbeziehungen entstanden sind.
Ziel des gemeinsamen Studiengangs ist eine Qualifizierung von Fachkräften im Bereich der Kindertageseinrichtungen, die explizit als Bildungsstätten und als Lern- und Lebensorte für Kinder und deren Eltern verstanden werden. Dabei geht es inhaltlich nicht um eine Vorverlagerung schulischer Lernthemen oder Bildungsbereiche, sondern darum, pädagogische Angebote zur Förderung der Selbstbildung und Selbstentwicklung von Kindern möglichst individuell auf wissenschaftlicher Grundlage zu verwirklichen. Neben der Arbeit mit den Kindern sind Qualifikationsziele eine gelingende Zusammenarbeit mit Eltern sowie Elternberatung, die Vernetzung im Sozialraum sowie die Kooperation mit anderen Institutionen wie dem Jugendamt.
Die AbsolventInnen sollen prinzipiell auch befähigt werden, Leitungsfunktionen zu übernehmen. Sie sollen weiterhin explizit die Fähigkeit zu wissenschaftlichem Arbeiten erwerben. Die Ausbildung erfolgt in sehr enger Verbindung zu Praxis und mit Trägern; hier kann auf bestehende Kooperationsstrukturen der Evangelischen Fachhochschule zurückgegriffen werden. Mit einigen Kindertageseinrichtungen in Freiburg und Umgebung sind beispielsweise Vereinbarungen dahingehend abgeschlossen worden, dass diese als sogenannte "Konsultationskitas" zur Verfügung stehen.
Ein weiteres Kennzeichen des Studiengangsangebots ist die Internationalität: Studierende müssen eine zusätzliche Fremdsprache erwerben, sie sollen mindestens eines der längeren Blockpraktika im Ausland absolvieren und es werden auch Auslandssemester mit Partner-hochschulen ausdrücklich gefördert.
Das gemeinsame Studienangebot beider Hochschulen umfasst 70 Studienplätze pro Semester; Zulassungsvoraussetzung sind Fachhochschulreife oder Abitur sowie ein mindestens 6-monatiges Praktikum in einer Kindertageseinrichtung oder einer vergleichbaren Institution. In einem Auswahlverfahren werden zum Teil auch Bewerbungsgespräche geführt.
Die Zusammenarbeit von Evangelischer Fachhochschule und Pädagogischer Hochschule ist langfristig und perspektivisch ausgerichtet: Der bisherige Studiengang soll inhaltlich weiter entwickelt werden, parallel dazu soll ein berufsbegleitender Studiengang aufgebaut werden. Konsequenterweise kooperieren beide Hochschulen auch im Aufbau eines Masterstudienangebots im Bereich Pädagogik der frühen Kindheit.
Erklärtes Ziel ist es zudem, die Durchlässigkeit im Rahmen des lebenslangen Lernens für die Fachkräfte im Bereich der Vorschulpädagogik zu erweitern. So sollen in Kooperation mit Fachschulen gemeinsame Bildungsstrukturen aufgebaut werden. Die Kooperation zwischen PH Freiburg und EFH Freiburg ist richtungsweisend nicht nur für Baden-Württemberg, sondern für ganz Deutschland.
20. 7. 07 Pressemitteilung der efh Freiburg
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