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Ellenbogengesellschaft soll mit der Diakonie rechnen
Oberkirchenrat Urs Keller heute von Landesbischof Dr. Fischer in sein Amt als Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes Baden eingeführt
Karlsruhe / Freiburg (as/mc) Die heutige Ellenbogengesellschaft müsse mit einer Diakonie rechnen, die sich für Menschen einsetzt, die „unterschätzt und verkannt“ werden- so wie oftmals kranke oder behinderte Menschen. Das sagte Oberkirchenrat Urs Keller in seiner Predigt zu seiner Amtseinführung als Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes Baden heute in der evangelischen Stadtkirche in Karlsruhe. Landesbischof Dr. Ulrich Fischer bescheinigte Keller in seiner Einführungsansprache „Managementqualitäten, Leitungskompetenz, politisches Verhandlungsgeschick und wirtschaftlichen Sachverstand“.

Gerade unter dem heutigen Druck politischer Verhältnisse und wirtschaftlicher Gegebenheiten und angesichts kirchlicher und gesellschaftlicher Veränderungsprozesse werde jemand gebraucht, der die Diakonie und auch Diakonie und Kirche zusammenhalte, so der evangelische Landesbischof. Das sei „natürlich eine Managementaufgabe, aber vor allem eine pastorale Herausforderung“.

Diakonie könne sich nur ereignen, wenn sie „Bündnisse eingehe“ mit denjenigen die Hilfe erfahren und Hilfe brauchen und wenn sie „ungewöhnliche neue Partnerschaften“ suche, so der Theologe und Soziologe Keller. Keller: „Ohne Kreativität, problemlösendes Denken, konsequentes Handeln und komplexe organisatorische und logistische Leistungen wird es zukünftig keine Diakonie geben können.“ Vielleicht müsse die Diakonie auch manchmal „jemandem auf’s Dach steigen“, um die Situation Betroffener zur Sprache zu bringen oder um individuelle wie gesellschaftliche Missstände und Problemlagen auf die Agenda zu setzen, sagte der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Diakoniekrankenhauses Freiburg in seiner Predigt über die Geschichte des Gelähmten, der von vier Menschen angesichts einer großen, drängenden Menschenmenge durch das Dach hindurch zu Jesus hinabgelassen wird, damit der ihn heile.

Dazu gehörten Fragestellungen wie: Wie sozial, wie mitmenschlich soll und will unsere Gesellschaft sein? Wer soll und wer kann für die Leistungen aufkommen? Was sind uns die Schwachen Wert Was macht das Leben aus? Wer hat die Definitionshoheit über den Wert eines Lebens? „Oft müssen so unangenehme Fragen, wie Tatsachen außen vor bleiben“, so Keller.

Keller in seiner Predigt weiter: „Die Menge im Haus und um das Haus in Kapernaum, in das der Gelähmte hinab gelassen wird, wird wohl gestöhnt und gesagt haben wie schön es doch war, bevor die vier Menschen das Dach aufbrachen. Wie war es vorher doch bequem. Auch heute will die Party nicht gestört werden, die dem Trugbild der ewigen Gesundheit, der immerwährenden mentalen und körperlichen Fitness huldigt. Auch heute will die Party lieber nicht gestört werden, zu der die Nichtbehinderten, die Leistungsträger, die Sozialkompatiblen und Anschlussfähigen allein meinen das Ticket gelöst zu haben.“

Diakonie müsse als Kirche erkennbar sein und es müsse spürbar sein, dass Jesus Christus es sei, der die Diakonie in Bewegung setze und in Bewegung halte. Keller: „Wenn wir gemeinsam diakonisch unterwegs sind, dann kann uns gerade in unserer heutigen all umfassenden und weltumspannenden Kommunikationsgesellschaft nichts besseren passieren als wenn die Menschen wie damals in Kapernaum im Bezug auf die Taten der Diakonie sagen: So etwas haben wir noch nie gesehen.

11.5.11



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Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenbezirks Freiburg