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Letzte Oberin im Freiburger Diakonissenhaus geht in Ruhestand
Oberin Reichert-Pfundstein hat die Diakonische Gemeinschaft gegründet
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Freiburg (gh.) Mit dem Verabschiedung von Oberin Hannelore Reichert-Pfundstein (63) in den Ruhestand, ist am Sonntag (5. 4. 09), im Freiburger Diakonissenmutterhaus „das zentrales Kapitel“ zu Ende gegangen. Denn das Mutterhaus, im dem nur noch zehn
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| Oberin Reichert-Pfundstein geht in Ruhestand |
Schwestern im so genannten Feierabend leben, sucht künftig keine neue Oberin mehr, sagte Mutterhausvorstand Pfarrer Urs Keller bei einem Festgottesdienst in seiner Predigt. Die Freiburger Diakonissen hatten 1898 im Stadtteil Herden das Freiburger Diakonissenkrankenhaus gegründet, das in den 1970er Jahren als Diakoniekrankenhaus in den Stadtteil Landwasser umzog und vom Mutterhaus rechtlich unabhängig wurde. Dass man sich im Mutterhaus nun entschlossen habe keine neue Oberin suchen, entspringe der "Kraft zur Wahrhaftigkeit", meinte Keller.
Seit der Gründung des Mutterhauses, also 111 Jahre lang, wurde die Gemeinschaft von einer Oberin zusammen mit dem dreiköpfigen Vorstand geleitet. Oberin Reichert-Pfundstein, die jetzt nach 14 Jahren Tätigkeit ihren Dienst beendet, war eine der ersten zivilen Oberinnen in deutschen Mutterhäusern, sie war keine Diakonisse mit der typischen Tracht und Haube, sondern zunächst als Gemeindediakonin und Krankenhausseelsorgerin tätig. Man berief sie, als Verheirate mit Familie, 1995 dennoch zur Oberin, nachdem man in allen deutschen Mutterhäusern vergeblich nach einer geeigneten Diakonisse gesucht hatte.
Der ehemalige Vorstandvorsitzende Pfarrer Günter Richter sagte in einem Grußwort, diese Wahl sei ein Glücksfalls gewesen. Denn die neue Oberin habe das Haus nach außen geöffnet und das geistliche Leben in dem Mutterhaus in „liebevoller Weise“
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Das in den seibziger Jahrn neu gebaute Diakonissen Mutterhaus in Freiburg.
Fotos: g hammer |
geprägt. So hätten zu Beginn ihrer Amtszeit noch 43 Diakonissen und diakonische Schwestern in dem Mutterhausgebäude in der Burgunderstraße gewohnt. Weil aber die Schwestern bereits vor über 30 Jahren beschlossen hatten keine neuen Diakonissen mehr auszubilden, gab es keinen Nachwuchs und die alte Diakonissenschaft wurde immer kleiner. Oberin Reichert-Pfundstein sei es hier gelungen, das Haus auch für Außenstehende zu öffnen und als Einrichtung für betreutes Wohnen mit einem Pflegebereich für heute 33 Bewohnerinnen und einem Bewohner zu leiten. Künftig wird im Mutterhaus eine pflegerisch ausgebildete Hausleitung angestellt.
Als ein weiterer Verdienst von Oberin Reichert-Pfundstein wurde die Gründung der „Diakonischen Gemeinschaft“ gewürdigt. Diese Gemeinschaft, in der sich berufstätige Frauen zusammen geschlossen haben, will in Anlehnung an die Spiritualität des Mutterhauses das geistliche Leben mit einander pflegen und sich dabei gegenseitig fördern. Idee der Gruppe ist, dass es künftig möglich sein wird „neue Diakonissen“ zu berufen, die unabhängig von einem Mutterhaus aber dennoch in verbindlicher Gemeinschaft leben. Die neuen Impulse für die evangelische Schwesterngemeinschaft brachte Oberin Reichert-Pfundstein vor allem auch vom Kaiserswerther Verband mit. In diesem Netzwerk von über 70 Mutterhäusern in ganz Deutschland gehörte die Freiburger Oberin dem Präsidium an.
Seit der Gründung des Mutterhauses waren Freiburger Diakonissen vor allem im Krankenhaus tätig, aber auch in zahlreichen Gemeinden Südbadens als Gemeindeschwester unterwegs. In den 1920er Jahren gehörten mehr als 230 Frauen zur Gemeinschaft. Sie wurden teilweise in einer eigenen Krankenpflegeschule, die es heute noch gibt, ausgebildet. Seit etwa 15 Jahren sind alle Schwestern im Ruhestand, im so genannten Feierabend. Das Mutterhaus wird deshalb auch als Feierabendhaus bezeichnet.
9. 4. 09 |
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