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| Pfisterer als Diakoniegeschäftsführer eingeführt |
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| Jochen Pfisterer ist neuer Geschäftsführer des DW in Freiburg (Fotos: gh) |
Freiburg (gh). In einem feierlichen Gottesdienst wurde am Wochenende (Freitag, 9. 3. 07) der neue Geschäftsführer des Diakonischen Werks Freiburg, Jochen Pfisterer, in seinen Dienst eingeführt. Im modernen ökumenischen Kirchenzentrum der Maria-Magdalena-Kirchen in Freiburgs jungem Stadtteil Rieselfeld sprach Jürgen Rollin von der Badischen Diakonie die Segensworte über Pfisterer. Der ehemalige Dekan des Freiburger Kirchenbezirks, Traugott Schächtele, sagte in seiner Predigt, die "Diakonie sei ein Programm der gegenseitigen Entlastung". Doch der Theologe mahnte auch, "Gott entlässt niemanden aus dem ihm zukommenden Anteil der Lebensgestaltung". Zahlreiche Grußwortredner, unter ihnen Freiburgs Sozial-bürgermeister Ulrich von Kirchbach und aus dem Elsass Bernard Rodenstein, würdigten die Bedeutung der Diakonie und ihrer Einrichtungen in Freiburg.
Pfisterer ist von Haus aus Sozialpädagoge mit Zusatzqualifikation und im Diakonischen Werk seit sechzehn Jahren tätig. Er war Referatsleiter und im vergangenen Jahr kommissarischer Geschäftsführer. Das Diakonische Werk hat rund 80 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
12. 3. 07
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Die Diakonie bietet in Breisach eine Beratung für schwangere Frauen an / Wer will, kann dabei durchaus anonym bleiben
Gemeinsam einen Ausweg finden
Badische Zeitung vom Samstag, 19. August 2006
Von BZ-Mitarbeiterin Christine Aniol
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BREISACH. Die Diakonie berät und betreut in Breisach bereits seit 6 Jahren in allen Lebenslagen. Diplomsozialarbeiter Bernhard Beier-Spiegler will nun die Schwangerschaftsberatung mehr ins Bewusstsein der Bürger rücken, die in der Münsterstadt seit 9 Monaten angeboten wird.
"Viele wissen gar nicht, dass es hier in der Kupfertorstraße überhaupt eine Beratungsstelle der Diakonie gibt" , so Beier-Spiegler. Doch es sei wichtig, dass die Menschen darüber informiert sind, wo sie in ihrer Nähe kompetente Beratung, Hilfe sowie Unterstützung bekommen können. "Besonders auch die Schwangerschaftskonfliktberatung ist vor Ort wichtig" , fügt der Berater hinzu.
Dass in Breisach ein Mann berate, senke für viele Partner die Hemmschwelle, mit zum Beratungsgespräch zu kommen, betont Nadia Abi-Haidar. "Wer über das Thema Schwangerschaft aber lieber mit einer Frau sprechen möchte, für den kommt auch eine Kollegin aus dem Landkreis" , sagt die stellvertretende Geschäftsführerin der Diakonie des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald. "Jede Frau, die abtreiben möchte, muss sich beraten lassen, weil Abtreibung zwar straffrei, aber eine Gesetzeswidrigkeit ist" , erklärt Beier-Spiegler. In den meisten Fällen kämen aber Frauen oder Paare in die Sprechstunden, die sich für ein Kind entschieden hätten. "Nach meinen Erfahrungen sind dies übrigens nicht zunehmend Teenager" , betont er.
Nach Einschätzung des Beraters spielen beim Kinderwunsch vor allem finanzielle Überlegungen und die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt eine Rolle. "Zum Einen wird der Dschungel an Hilfsangeboten immer undurchsichtiger, zum Anderen sorgen die ständigen Gesetzesänderungen für viel Verwirrung" , findet Abi-Haidar.
Viel Papierkram müsse bewältigt werden. Beispielsweise müssten Anträge innerhalb bestimmter Fristen ausgefüllt werden, was oft Probleme bereite.
In der Beratung können die Frauen oder Paare anonym bleiben und alle Gedanken äußern, sie müssen hier nicht ihre Form bewahren" , sagt Beier-Spiegler. In erster Linie gehe es darum, gemeinsam Möglichkeiten und Wege zu finden. "Ich versuche so zu beraten, dass die Leute, die zu mir kommen, auch den Mut haben, neue Wege zu gehen und Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten" , so der Diplomsozialarbeiter.
Beratungstermine können telefonisch oder per E-Mail vereinbart werden beim Diakonischen Werk Breisach, Kupfertorstraße 44, 07667/942286, Handy 0175/2484443, E-Mail: bernhard.beier-spiegler@dwnetzwerk.de. Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag 9 bis 12 und 15 bis 17 Uhr, Freitag von 9 bis 12 Uhr.
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Aus dem Schattendasein ins Scheinwerferlicht
Novum in der Theaterlandschaft:
Dürrenmatt-Inszenierung als Ein-Euro-Job /
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Am 22. Juni ist Premiere von "Der Besuch der alten Dame" in Badenweiler
Müllheim / Badenweiler (9.6.2006). Im Kurhaus Badenweiler wird am 22. Juni und 29. Juni um 20 Uhr "Der Besuch der alten Dame" von Friedrich Dürrenmatt aufgeführt. Das Stück, inszeniert von Robert Eisele, hat am 22. Juni Premiere. Schon jetzt ist bei den Proben die Anspannung vor der ersten öffentlichen Aufführung zu spüren. In den letzten Tagen werden noch einmal alle Kräfte mobilisiert. Die 30 Darsteller sind keine ausgebildeten Schauspieler. Nur der Regisseur ist Profi. Sie sind Arbeitslose aus Müllheim mit ganz unterschiedlichen sozialen und beruflichen Hintergründen. Das Theaterprojekt ist ihr Ein-Euro-Job.
Bei diesem Projekt leuchtet sofort ein, dass es sich um einen "Zusatzjob" handelt, der keine regulären Arbeitsplätze vernichtet. Das Theaterprojekt ist eigens für diesen einen Zweck ins Leben gerufen worden. Für Regisseur Eisele (40) ist es allerdings mehr als ein "job". Er will den Besuchern der Vorstellungen eine Inszenierung bieten, die den Eintritt wert ist. Eisele: "Da soll was rüber kommen. Schließlich haben die Leute dafür bezahlt."
Oft habe er sich während der Probenzeit gefragt, ob es wirklich was wird mit dem Stück. Da sei es eine Frage, ob ein Stück den richtigen Rhythmus bekomme, ob es mit den Schauspielern klappt, ob das Stück eine Form erhalte, die würdig sei, auf die Bühne zu kommen.
Hatte eine Szene zunächst gut geklappt, kann es passieren, dass manche ihren Text Tage später wieder vergessen haben. Das ist manchmal "zäh und mühsam" für den Regisseur, der neben dem schauspielerischen auch einen pädagogischen Anspruch an seine Arbeit hat. Bei allen Aufführungen,die er gemacht hat, habe er aber immer erlebt, dass bei den Schauspielern in den letzten Tagen vor der Aufführung "alles wieder kommt" was eingeübt und während der Proben besprochen wurde. Zum Schluss hin entstehe in den Köpfen ein Gesamtbild des Stückes. Da sei er ganz zuversichtlich.
Auf die Idee zu dem Theaterprojekt ist die Diakonie Breisgau Hochschwarzwald durch den Film "Rhytm is it" gekommen. Dann sei er angesprochen worden, ob er sich eine Mitarbeit vorstellen kann. Den Besuch der alten Dame hat Eisele ausgesucht, weil er ein anspruchsvolles Stück machen wollte, ein Stück das passt, ein Stück mit zeitkritischen und sozialkritischen Aspekten. Kulissen, Kostüme, Musik, Ton, Licht und Maske werden selbst hergestellt.
"Es ist bewundernswert, wie die Leute sich auf das Theaterspielen einlassen, sich drauf einlassen, Sachen zu machen, die sie noch nie gemacht haben und auch bereit sind bis an ihre Grenzen zu gehen." Das mutet Eisele, der selbst auch Schauspieler ist, den Leuten auch zu. Vor jeder Probe macht er mit ihnen Wahrnehmungstraining, Körperübungen, Improvisation und modernem Tanz, wo man übt auf die anderen spontan und flexibel zu reagieren.
Bei den Proben berücksichtigt Eisele die vorherrschende Atmosphäre und die Tagesform der einzelnen Darsteller an. In der ersten Zeit habe er viel mit den Schauspielern über die Ziele der Figuren in den einzelnen Szenen gesprochen, über ihre Argumentation und sie dann die Sprechtexte selbst improvisieren lassen. Anschließend ging es um Ausdruck und Gefühl. Immer mehr geht es ins Detail bis schließlich der Originaltext des Stückes auswendig gelernt werden muss. Das ginge dann aber fast von selbst.
"Manche können das gleich beim ersten Anlauf", sei er überrascht gewesen. Andere haben "wahnsinnige Angst" aus sich heraus zu gehen. Wenn sie es geschafft haben und die anderen sie loben, bekommen sie plötzlich Angst vor ihrer eigenen Courage, hat der festgestellt. Emotional und sozial sei das Theaterspielen sehr anstrengend und herausfordernd für alle Beteiligten. Alle sehen das Projekt realistisch: Keiner macht sich vor durch dieses Projekt als neues Sternchen am Theaterhimmel entdeckt zu werden. Für alle wir die Suche nach einem Arbeitsplatz hinterher weiter gehen.
Doch alle nehmen etwas mit aus den sechs Monaten harter Arbeit an sich selbst und im Umgang miteinander. Ich kann etwas, wenn ich nur will. Es lohnt sich, sich Ziele zu setzen. Ich kann meine Grenzen überwinden. Ich habe Fähigkeiten, von denen ich selbst noch nichts wusste, Fähigkeiten, die ich trainieren kann. Eisele: "Die Leute machen hier die Erfahrung wie es ist, wenn aus einem Vorhaben etwas entsteht. Man hat es intensiv durchlebt, an sich gearbeitet und sieht am 22. Juni das Ergebnis."
Mehr Infos und Eintrittskarten (8 bis 12 Euro) für die Vorstellungen am 22.6. und 29.6. jeweils 20 Uhr unter info@dwnetzwerk.de oder direkt im Kurhaus Badenweiler.
13.06.06
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Neue Ansätze in der Arbeit einer Kindertagesstätte (Kita)
"Kita" mit ausgeworfenem Familiennetzwerk
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Freiburg (gh). "Kita Violett", das ist die Kindertagesstätte der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Freiburgs Hochhausstadtteil Weingarten. Noch im Herbst wird die Einrichtung durch neue Räume erweitert, die auf ungewöhnliche Weise finanziert werden und in denen für eine Kindertagesstätte ungewöhnliche Arbeit getan wird.
Denn die "Kita Violett", die zum örtlichen Diakonieverein gehört, ist mehr als ein qualifiziertes pädagogisches Angebot für 76 Kinder, von zwei Jahren bis Schuleintritt, aus fast 20 Nationen. Seit fünf Jahren hat sich in und um die Kindertagesstätte ein Familiennetzwerk gespannt, das von den Erzieherinnen entwickelt wurde. Anspruch des Familiennetzwerks ist es "die große Spannweite sozialer Unterschiede und Lebenslagen" der Kinder und deren Familien zu integrieren; die Kinder stärken und fördern auch über den Rahmen der normalen Kindergartenarbeit hinhaus.
In das Flachdachgebäude am Rande einer Grünzone kommen denn auch Logopäden, Heilpädagogen, Psychologen und Kinderärzte, um hier die Kinder vor Ort zu behandeln und zu unterrichtn . Es gibt aber nicht nur Deutschkurse für Migrationskinder, sondern auch für die Mütter - und es kommen weitere regelmäßige Bildungsangebote auch für die Eltern hinzu. Auch die Polizei sitzt mit im Boot, ebenso der Kinderschutzbund und der Fachdienst Integration ist dabei und für die wissenschaftliche Begleitung sorgt die Pädagogische Hochschule. Eine Familiendisco wird organisiert, ein Elterncafé, die Räume können am Wochenende sogar für private Feiern gemietet werden. Seit es das Familiennetzwerk in der Kindertageseinrichtung gibt, seien die Chancen für Entwicklung der Kinder erhöht worden und es habe "unübersehbar" eine Entwicklung stattgefunden, erläuterte die Kita-Leiterin Christine Hartmann
Wegen dieses außergewöhnlich weiten Konzepts platzt die Kita seit einiger Zeit aus allen Nähten. Jetzt soll der Bau aufgestockt werden. Ungewöhnlich dabei ist die Finanzierung: Ein Großteil der Mittel wird bei Bauherren gesammelt, die in einem völlig anderen Freiburger Stadtteil (Wiehre) ein Baugruppen-Projekt umsetzten. Gerhard Frey, ein Mitglied der Baugruppe, die sich nach der Kita nennt ("Baugruppe Kita Violett") und Mitglied des Freiburger Stadtrat (Grüne) garantiert dem Träger der Kita, dem Diakonieverein der Bonhoeffergemeinde, dass die erforderlichen 155.000 Euro zusammen kommen. Ergänzt um 80.000 Euro der Stadt Freiburg und 40.000 Euro Eigenmittel des Trägers reicht das um 200 Quadratmeter neue Fläche auf dem Dach der Kindertagesstätte aufzubauen. Neben neuen Gruppen- und Schlafräumen für die Kinder ist auch eine Küche, Dusche und Bad und eine Galerie vorgesehen. Auch eine Dachterrasse und ein überdachter Balkon ist geplant.
Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) lobte (vergangene Woche) dieses bürgerschaftliche Engagement. In den verschiedenen Stadtteilen solle man "nicht nebeneinander herleben, sondern einer hilft dem anderen", meinte der OB. Die Kita Violett sei ein "kleiner Leuchtturm" und habe schon in der Vergangenheit bedeutende "Schrittmacherdienste" geleistet. Baubeginn ist noch vor den Sommerferien.
8. 5. 06
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Evangelische Sozialstation unter neuer Leitung
Ausbau der ehrenamtlichen Besuchsdienste
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Freiburg (gh). Johannes Sackmann ist neuer Geschäftsführer der Evangelischen Sozialstation Freiburg. Der 50-jährige Krankenpfleger und Diplom-Sozialarbeiter war seit 15 Jahren Pflegedienstleiter dieser Einrichtung der Diakonie in Freiburg . Er tritt die Nachfolge von Ulrich Arnold an, dessen Amtsgeschäfte er bereits seit vergangen November kommissarisch geführt hat. Neben der Geschäftsführung der Sozialstation übernimmt Sackmann auch die Leitung des ökumenisch getragen Hausnotrufdienstes.
Neue Pflegedienstleiterin wird Margit Lieser, die neben ihrer Tätigkeit als Krankenschwester der Sozialstation künftig auch Aufgaben in der zentralen Pflegedienstleitung übernimmt.
Evangelische Sozialstation gehört mit ihren fast 90 Fachkräften in Pflege und Beratung und 150 Honorarkräften in der Nachbarschaftshilfe zu den größten Anbietern häuslicher Versorgung in Freiburg. Sie ist mit drei Pflegeteams für die häusliche Kranken- und Altenflege in allen Stadtteilen im Einsatz. Zum Leistungsspektrum der Sozialstation gehören darüber hinaus soziale Beratung, Familienpflege und der Hausnotrufdienst.
Der neue Geschäftsführer will besonders die Betreuung für Menschen, die an Alzheimer-Demenz leiden verstärken. So sollen zum derzeitigen häuslichen Betreuungsdienst zur Entlastung von pflegenden Angehörigen und zur Kooperation mit der ambulanten Wohngemeinschaft für Demenzkranke im Stadtteil Vauban weitere Angebote hinzu kommen, erklärte Sackmann.
Intensiviert werden solle auch die Zusammenarbeit mit den kirchlichen Krankenhäusern und der Universitätsklinik für die so genannte "Pflege im Anschluss" (PIA). Dieser Service ist für Patienten, die nach einem stationären Klinikaufenthalt zu Hause weiterhin ambulant pflegerisch versorgt werden müssen. Dabei wird der Übergang in die häusliche Umgebung gemeinsam mit der Pflege im Krankenhaus organisiert damit der Patient ohne Unterbrechung versorgt ist.
Mit der Einbindung ehrenamtlicher Dienste von Trägervereinen und Pfarrgemeinden erprobt Johannes Sackmann seit einiger Zeit auch ein attraktives und zeitgemäßes Angebot kirchlicher Sozialarbeit in Freiburg. So werde man in Zusammenarbeit mit kirchengemeindlichen Besuchsdienstkreisen die begleitende Besuchsarbeit weiter ausbauen, erklärte der neue Geschäftsführer.
20. 3. 06
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Mitgliederversammlung der Diakonie Baden tagt heute in der Badnerlandhalle
Baden-Württemberg braucht neue Personalmodelle fürs Soziale
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Karlsruhe (11.11.2005) Die Diakonie Baden unterstütze die Landespolitik in ihrem Bemühen, neue Modelle mit einem Mix aus Ehren- und Hauptamtlichen zum Bei-spiel im Bereich der Pflege zu entwickeln. Zukünftig seien auch Ehrenamtsmo-delle für ältere Menschen notwendig und eine Weiterentwicklung des Freiwilligen sozialen Jahres. Dies forderte heute (11.11.2005) Oberkirchenrat Johannes Stockmeier, Hauptgeschäftsführer des Diakonischen Werkes auf der Mitgliederversammlung des Diakonischen Werkes Baden e.V. Die Versammlung der inzwischen mehr als 900 Mitglieder mit mehr als 1.500 Angeboten und 30.000 haupt-amtlich Mitarbeitenden tritt nur alle drei Jahre zusammen.
Als besondere Herausforderung für die diakonische Arbeit sieht Stockmeier die wach-sende Armut in Deutschland. Der Diakoniechef forderte Korrekturen der Arbeitsmarkt-politik. Stockmeier: "Es führt kein Weg daran vorbei, sich jetzt auf die Eckpunkte über einen zweiten Arbeitsmarkt zu verständigen. Wer meint, dem ausweichen zu können, verweigert auf absehbare Zeit viel zu vielen Frauen und Männern und Familien eine Perspektive, die außer dem Arbeitslosengeld II nichts, aber auch gar nichts anzubieten hat." Weder das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland noch die Diakonie in Baden hätten sich bei den Veränderungen abwartend zurückgelehnt. Stockmeier: "Im Gegenteil: Im Rahmen der Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwand (Zusatzjobs) sind nach einer repräsentativen Umfrage vom September 2005 über 55.000 Personen im Bereich der Diakonie beschäftigt. Diese Zahl zeigt, dass hier etwas Sinnvolles in Bewegung geraten ist".
Als "Bewährungsprobe" für die Diakonie bezeichnete Stockmeier vor allem den Umgang mit der Zukunft der Behindertenhilfe. Die Kostenträger beteuerten auf der einen Seite, dass es um die behutsame Anpassung von Standards in der Behindertenhilfe gehen müsse. Auf der anderen Seite solle die Fallzahlensteigerung mit einer Deckelung kostenneutral ins bestehende System integriert werden. "Damit das klar gesagt ist: Bei Letzterem machen wir nicht mit", so Stockmeier heute in der Badnerlandhalle in Karlsruhe-Neureuth. "Das Verwaltungsstrukturreformgesetz ist angetreten mit dem Anspruch, Verwaltungskosten zu senken. Ich befürchte, dass gestiegene Verwaltungskosten durch Leistungsabsenkungen kompensiert werden sollen."
Auch die Diakonie Baden wolle sich notwendigen Veränderungen stellen. So sei das derzeitige Tarifsystem immer schwerer über die Leistungsentgelte refinanzierbar. Stockmeier: "Ein unflexibles Festhalten daran ist keine Lösung, wenn es in Folge dieser Erstarrungen zu Sparmaßnahmen mit Entlassungen von Arbeitskräften und Verminderung von Personal kommt, oder wenn in diesem System ältere Mitarbeitende keine Arbeit finden, weil sie als zu teuer gelten. Eine Dynamisierung der zu verabschiedenden Arbeitsvertragsrichtlinien kommt so gesehen auch den Mitarbeitenden in der Diakonie entgegen." Im Diakonischen Werk Baden selbst seien in den letzten Jahren neue Arbeitsstrukturen entstanden, die ein zielgerichteteres Arbeiten möglich machen.
Pressemitteilung des Diakonischen Werks Baden
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Diakonie Breisgau-Hochschwarzwald
Hilfen für Zwangsprostituierte
Informatinsabend zu Menschenhandel und Zwangsprostitution |
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Freiburg/Südbaden (gh). Schon geraume Zeit beobachtet man in diakonischen Einrichtungen und bei der Evangelischen Frauenarbeit mit Sorge die steigende Anzahl der Opfer von Zwangsprostitution und Menschenhandel. Der organisierte Handel mit Mädchen und Frauen aus den GUS-Staaten, aber auch aus asiatischen Ländern und aus Afrika, scheint besonders entlang der Oberrhein-Grenze einen Schwerpunkt zu haben. Eine grobe Schätzung besagt, dass jährlich etwa 100.000 bis 500.000 Mädchen und Frauen in westeuropäische Länder eingeschleust werden. Systematische Hilfen im badischen Raum für die in Not und Abhängigkeiten geratenen Frauen gibt es bisher jedoch nur vereinzelt. Vermehrt werden aber bei Razzien von der Polizei Fälle von Menschenhandel aufgedeckt, ohne dass bislang adäquate Hilfe für die Opfer angeboten werden kann. Einrichtungen wie die Bahnhofsmissionen, Frauenhäuser oder Migrationsberatungsstellen hätten so immer wieder mit Zwangsprostituierten oder Heiratsmigrantinnen zu tun, doch seien die Hilfsangebote beschränkt, meint die Freiburger Sozialarbeiterin Beate Huschka. Diesem Missstand wollen das Diakonische Werk Breisgau-Hochschwarzwald (Kirchzarten) und die Evangelische Frauenarbeit Baden entgegen wirken. Bei einem Informationsabend im Oktober stellte das Diakonische Werk Breisgau-Hochschwarzwald ein neues Konzept vor in das auch die Region rund um Freiburg einbezogen ist. Es soll aber auch die Kooperation mit Organisationen, die sich in der Schweiz und im Elsass um Zwangsprostituierte kümmern, intensiviert werden. Rund vierzig Interessierte, meist Frauen, waren gekommen, um sich über die Initiative informieren zu lassen.
Im Einzelnen: In Weil und Kehl sollen Fachberatungsstellen geschaffen werden und von Kirchzarten aus sollen Wohnmöglichkeiten und Arbeitsmaßnahmen für betroffene Frauen gefunden werden. "Am wichtigsten sind aber die Sprachkurse", die angeboten werden sollen, meint die Sozialarbeiterin. Sie plant außerdem einen ehrenamtlichen Helferkreis aufzubauen. Denn eine Begleitung der jungen Frauen, die mit fadenscheinigen Versprechungen in ihren Heimatländern angelockt wurden und hier häufig unter sehr erniedrigenden Lebensverhältnissen leiden, sei notwendig.
Finanziert wird das Projekt zunächst von der Frauenarbeit der Badischen Landeskirche. Von der "Aktion Mensch" erhofft man sich weitere Fördergelder, so Diakoniegeschäftsführer Albrecht Schwerer. Das Projekt sei erst ganz am Anfang und auf Unterstützung von Gruppen angewiesen, die bereits in diesem Feld arbeiten. Obwohl das statistische Material wenig ergibig sei, müsse aufgrund von zahlreichen Erfahrungen davon ausgegangen werden, dass ein Bedarf für dieses Angebot vorhanden sei. Das Diakonische Werk wolle sich mit diesen Anforderungen auseinandersetzten, betonte Schwerer.
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Kooperation für eine reibungslose Versorgung im Anschluss an den Aufenthalt im Klinikum
"Regionaler PflegeVerbund" mit kirchlichen Trägern am Universitätsklinikum Freiburg
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Freiburg. Ein Universitätsklinikum versorgt als Akutkrankenhaus der Maximalversorgung einen hohen Anteil an schwerkranken Patienten. Viele dieser Patienten sind auch nach dem Aufenthalt im Klinikum in ihrem Alltag auf weitere Unterstützung oder Pflege angewiesen. Damit hilfs- und pflegebedürftige Menschen sicher in die eigenen vier Wände zurückkehren können, haben sich drei starke Partner in der Versorgung von kranken und alten Menschen zusammengetan. Das Universitätsklinikum Freiburg, der Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg und die Diakonie Baden haben sich miteinander vernetzt, um Patienten, die im Anschluss an ihren stationären Aufenthalt im Klinikum Hilfe oder Pflege benötigen, eine gute Versorgung in der häuslichen Umgebung zu vermitteln.
Der „Regionale PflegeVerbund“ baut dabei auf vorhandenen Strukturen auf: Die 16 katholischen und evangelischen Sozial- und Diakonie-stationen decken die beiden Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen mit ihrem Angebot der ambulanten Pflege komplett ab. Um Reibungsverluste an der Schnittstelle zwischen dem Klinikum und den Pflegediensten zu vermeiden, wurden aber auf beiden Seiten neue Strukturen geschaffen. In der Zentralen Pflegeüberleitung am Klinikum und der Koordinierungsstelle seitens der Sozial- und Diakoniestationen, PiA-Land Pflege im Anschluss, sorgen qualifizierte Fachpflegekräfte gemeinsam für eine strukturierte Überleitung und eine lückenlose Versorgung pflegebedürftiger Patienten. Eine zentrale Aufgabe der Koordinierungsstellen ist die Weitergabe aller für die Pflege relevanten Informationen, damit die Betreuung in den eigenen vier Wänden von Anfang an reibungslos funktioniert.
Die neue Struktur bedeutet für hilfebedürftige Patienten eine Entlastung in der ohnehin belastenden Ausnahmesituation einer akutstationären Behandlung. Ziel ist es, eine auf die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Patienten abgestimmte Anschlussversorgung zu organisieren und auf diese Weise die besten Bedingungen für die weitere Genesung zu schaffen. Dies schafft auch die Voraussetzung dafür, dass Patienten nicht länger als notwendig im Krankenhaus bleiben müssen und so lange wie möglich in ihrem eigenen Heim statt im Pflegeheim leben können.
Der „Regionale PflegeVerbund“ am Universitätsklinikum Freiburg ist in seiner Art einzigartig. Neben der neu eingerichteten Zentralen Pflegeüberleitung im Klinikum und der Pflege im Anschluss (PiA), wurden hier in der Zusammenarbeit der Kooperationspartner auch Instrumente geschaffen, die der Qualitätssicherung dienen: Gemeinsame Fortbildungen für die Pflegenden, ein abgestimmter Überleitungsbogen, der alle relevanten Informationen festhält, definierte Ansprechpartner sowie Standards, die gemeinsam von den Partnern festgelegt und deren Einhaltung gemeinsam sichergestellt werden, sorgen für eine optimale Versorgung auch über den Akutaufenthalt im Klinikum hinaus.
Die Pflegeüberleitung mit Hilfe des Regionalen PflegeVerbundes ist ein Angebot an die Patienten des Universitätsklinikums Freiburg. Jeder einzelne Patient kann sich dennoch frei für einen Pflegedienst seiner Wahl entscheiden, auch außerhalb des „PflegeVerbundes.“ Durch die Beratung und Organisation der Pflegeüberleitung entstehen für die Patienten keine Kosten.
Pressemitteilung der Uni-Klinik vom 18. 8. 05
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Erwerbslosigkeit und Diakonie
Die hohe Kunst des Fallmanagements
Bisher einzig in Baden-Württemberg: Die Diakonie im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald beseitigt mit Arbeitslosen deren "Vermittlungshemmnisse" in den ersten Arbeitsmarkt
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Freiburg / Kirchzarten (4.8.2005). Die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg ist gerade wieder gestiegen. Sie liegt jetzt bei sieben Prozent. Um die Arbeitslosenzahlen zu senken, hat die Bundesagentur für Arbeit die sogenannten Fallmanager erfunden. Sie haben sechs Monate Zeit, um mit einem Arbeitslosen zusammen dessen "Vermittlungshemmnisse" zu beseitigen. Dazu gehören Suchtprobleme, Probleme durch Migration, Überschuldung und anderes. Doch so einfach ist die Sache nicht. In Kirchzarten sitzt das bisher einzige Diakonische Werk in Baden-Württemberg, das sich, zusammen mit zwei weiteren Partnern aus der Wohlfahrtspflege, ans Fallmanagement herangetraut hat. Angelika Schmidt fragte dazu Albrecht Schwerer, Leiter des Diakonischen Werkes Breisgau-Hochschwarzwald in Kirchzarten:
Herr Schwerer, Sie machen haben das Fallmanagement für den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald übernommen. Welche guten Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
Schwerer: Die Arbeitslosen empfinden es als sehr positiv, dass jemand echtes Interesse an ihnen hat und daran, was sie bisher gemacht haben, was sie machen wollen und was ihre und Chancen sind. Sie sind deshalb sehr motiviert und haben ihre Hoffnung nicht aufgegeben. Die Frage bleibt nur, wie man ihnen eine Chance geben kann.
Wie funktioniert das Fallmanagement?
Schwerer: Der Arbeitslose bekommt von seinem Arbeitsvermittlier in der Arbeitsagentur die Aufforderung, sich zur Beseitigung seiner Vermittlungshemmnisse zu uns ins Fallmanagement zu begeben. Er bekommt dazu eine Eingliederungsvereinbarung, in der schriftlich festgehalten ist, welche Vermittlungshemmnisse wie beseitigt werden sollen. Ein Hemmnis ist zum Bespeil, wenn ein ehemaliger Unternehmer, der mit seiner Firma in die Insolvenz geraten ist, Hilfe von einem Schuldnerberater braucht. Wenn dadurch dann auch die Familie in die Brüche gegangen ist, muss auch das familiäre Umfeld neu strukturiert werden. Es kann aber auch sein, dass gesundheitliche Gründe ein Vermittlungshemmnis darstellen oder eine Suchterkrankung. Generell geht es um Hemmnisse, die einer Integration in den ersten Arbeitsmarkt entgegenstehen.
Der Fallmanager ist zuständig für 150 Personen,die für sechs Monate zu ihm überwiesen werden. Er hat also im Monat durchschnittlich einen Kontakt im Monat zu einer Person. Die Kunst besteht darin, eine Beziehung zu der Person aufzubauen, sodass man relativ schnell klären kann, worin er den Arbeitslosen fördern kann. Dazu ist die Atmosphäre wichtig, in der das geschieht. Es ist ein Unterschied, ob ich in einer Schlange anstehen muss, bis ich zum Fallmanager komme oder ob dieser außerhalb der Arbeitsagentur angesiedelt ist und mich mit einer Tasse Kaffee empfängt. Von der Atmosphäre hängt ab, ob Menschen sich öffnen können und zum Xten Mal einen neuen Anlauf nehmen können, um wieder in den Arbeitsmarkt hinein zu kommen. Wenn aber ein Arbeitsloser auf einen ehrlichen Partner trifft, dann ist er auch bereit, etwas zu tun. Wenn eine schriftliche Vereinbarung so einen Kontakt allerdings einengt auf sechs Monate, dann ist das nicht unbedingt förderlich.
Bei welchen Vermittlungshemmnissen können Sie innerhalb von sechs Monaten nicht helfen?
Schwerer: Es gibt Menschen, die brauchen einige Monate, bis sie sich öffnen. Das hängt auch damit zusammen, wie viel Frust jemand während seiner Arbeitslosigkeit schon erlebt hat. Viele werden darüber krank. So etwas kann man nicht in zwei Beratungsgesprächen aufarbeiten. Wenn jemand wirklich will und die Chance sehen kann, die er durch den Fallmanager hat, dann läßt sich viel machen. Natürlich ist dann auch entscheidend, in wie weit die sogenannten sekundären Hilfen, wie es im Sozialgesetzbuch II heißt, auch wirklich vorhanden sind: Psychosozialen Hilfen, Suchtberatung, Schuldnerberatung. Wenn das Fallmanagement nur sechs Monate dauert, die Wartezeit bei der Schuldnerberatung auf einen Termin aber bereits vier Monate dauert, dann sind dem Fallmanagement deutliche Grenzen gesetzt. Die größte Grenze ist aber der Arbeitsmarkt selbst. Wenn es keine Stellen gibt kann natürlich das Fallmanagement auch nichts bewirken
Wenn ein Arbeitsloser nach sechs Monaten Fallmanagement wieder in die Arbeitsagentur kommt und sagen muss, dass es nicht geklappt hat, was passiert dann?
Schwerer: Es wird dokumentiert und abgeheftet. Wir schließen im Juli die ersten Fallmanagements ab. Eine Verlängerung scheint nicht möglich zu sein. Der Arbeitsvermittler ist zuständig, dass fortgesetzt wird, was in der Eingliederungsvereinbarung festgehalten ist. Wie das gehen soll, werden wir im Landkreis noch sehen.
Wollen Sie weiterhin Fallmanagement für den Landkreis machen?
Schwerer: Ja. Wir haben uns um das Fallmanagement beworben und den Zuschlag für elf Monate bekommen. Die Arbeitsgemeinschaft im Landkreis (bestehend aus der Agentur für Arbeit und dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) hat sich jetzt entschlossen, das Fallmanagement in veränderter Form selbst fortzuführen und stärker mit der Arbeitsvermittlung zu kombinieren. Ein spezialisiertes Fallmanagement soll allerdings wieder ausgeschrieben werden. Wir hoffen, dass es da nicht nur nach dem Preis geht. Als Freie Wohlfahrtspflege, die ihre Mitarbeitenden nach Tarif bezahlt, können wir mit Billiganbietern nicht mithalten. Es ist jedoch noch nicht erwiesen, ob diese Anbieter dem fachlichen Anspruch an das Fallmanagement wirklich genügen.
Was würde dafür sprechen, dass Sie weiterhin das Fallmanagement im Breisgau-Hochschwarzwald machen?
Schwerer: Grundsätzlich ist die Diakonie kein Dienstleister. Wir sind gemeinwohlorientiert. Wenn wir eine Dienstleistung übernehmen, dann tun wir das nicht in erster Linie, um Geld zu verdienen, sondern um uns aktiv in die sozialen Gestaltung unserer Gesellschaft einzubringen. Es ist zum Beispiel noch offen, welchen Standards ein gutes Fallmanagement eigentlich entsprechen soll. Unser Ehrgeiz ist, fachlich fundierte Vorstellungen einzubringen, wie Fallmanagement unter den gegebenen Bedingungen sei kann und sein sollte. Wir engagieren uns auch in der sozialpolitischen Diskussion, dass diese Standards im Interesse der Menschen eingeführt werden. Das heißt: Wer an die Diakonie eine Dienstleistung vergibt, der muss auch damit rechnen, dass wir Stellung beziehen und das bestehende System konstruktiv kritisch begleiten.
Welche Standards wären nötig für Fallmanagement, und wer müßte die erarbeiten?
Schwerer: Die Standards sollten von der Arbeitsgemeinschaft erarbeitet werden in Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden. Wir vertreten die Interessen der Betroffenen und verfügen über die erforderliche Erfahrung. Die ehemaligen Sozialhilfeempfänger zum Beispiel, die nun Arbeitslosengeld II bekommen, können sich nur schwer artikulieren und werden von uns vertreten. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Migranten ein anderes Fallmanagement brauchen als Alleinerziehende oder junge Erwachsene, die in einem Haushalt aufgewachsen sind, der auf Sozialhilfe angewiesen ist. Je zielgerichteter man Angebote entwickelt, desto effektiver ist der Einsatz der Mittel. Wir fürchten, dass die Politik auf diese fachliche Qualität des Fallmanagements keine Rücksicht nimmt.
Wie kann es weiter gehen?
Schwerer: Wir haben es mit Menschen zu tun, die durch gesellschaftliche Probleme oder durch individuelle Probleme in Arbeitslosigkeit geraten sind. Es wäre schön, wenn es Patentrezepte gäbe. Aber die gibt es leider nicht. Deshalb hoffe ich, dass man wenigstens hinhört, welche praktikablen Lösungen es vor Ort gibt und die engagierten Menschen in den Verwaltungen vor Ort und den Wohlfahrtsverbänden unterstützt, indem man ihnen den Freiraum gibt, um individuelle Lösungen für die Menschen zu finden. Und die gibt es. Davon sind wir überzeugt. Diese Erfahrungen machen wir täglich. Die Menschen, mit denen wir zu tun haben, die haben die Nase voll von Arbeitslosigkeit. Sie wollen sich nicht aus ihrer Wohnung vertreiben lassen. Sie wollen keine Allmosen. Sie wollen was arbeiten und Leistung bringen. Die Leute sind motiviert. Jetzt liegt es an der Politik, die Möglichkeiten zu schaffen, dass man dies auch fördern kann.
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Bei Diakonie Hotline zu Hartz IV 650 Personen beraten
Mehr Beratungsmöglichkeiten schaffen
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Stuttgart/Karlsruhe/Freiburg (9.6.2005). Die Umsetzung der Sozialreformen um Hartz IV weist große Mängel auf. Betroffene fühlen sich kaum sachkundig beraten. Bei Fragen wissen sie nicht, wo sie schnelle und korrekte Hilfe bekommen können. Die Mitarbeitenden in den zuständigen Ämtern sind kaum erreichbar. Die Bescheide sind oft nicht nachvollziehbar. Die meisten Probleme gibt es bei der Berechnung des Zuschusses für Wohnung einschließlich Nebenkosten. Viele haben inzwischen die Aufforderung bekommen, sich eine neue Wohnung zu suchen. Bei der Anrechnung der Vermögen bestehen die größten Ängste. Viele befürchten, dass sie nicht mehr genügend Geld für ihre Altersversorgung haben werden. So die ersten Ergebnisse der zweitägigen Hotline der Diakonie Baden und Württemberg zu Hartz IV.
Am 13. Juli kommt es in Freiburg zu einem Informations- und Gesprächsabend in der Evangelischen Fachhochschule. Der Kirchliche Runde Tisch Erwerbslosigkeit lädt auf 20 Uhr ein mit Betroffenen, Experten und Politikern ins Gespräch zu kommen. Dekan Schächtele wird den Abend eröffnen.
In den zwei Tagen haben knapp 1.700 Personen versucht, die Hotline zu erreichen. Da es sich um komplexe Probleme und Fragestellungen handelte, die längere Gespräche erforderten, konnten nur 650 Personen beraten werden, obwohl vier bis sechs Berater ständig im Einsatz waren.
Vor allem Ältere und Alleinerziehende haben bei der Hotline der Diakonie angerufen. Die meisten Ratsuchenden waren Frauen. Viele haben für ihre Männer angerufen. Die schlimmste Erfahrung fast aller Anrufenden ist, dass sie sich mit ihren Problemen allein gelassen fühlen. "Es gibt niemanden, der mich bisher fachkundig beraten hat", so eine Anruferin. Bei schwierigen Fällen werden sie oft zwischen den Zuständigkeiten verschiedener Ämter zerrieben, obwohl gerade dies ja durch die neuen Zuständigkeitsregelungen für die Ämter vermieden werden sollte. "Dass die Menschen so alleingelassen werden mit ihren Problemen, hat mich entsetzt", so ein Berater am Telefon.
Die größten Probleme gibt es mit Wohnungen. Viele haben die Aufforderung bekommen, sich eine neue Wohnung zu suchen oder einen Untermieter aufzunehmen. Manche haben berichtet, dass sie jetzt schon nicht mehr die ganze Wohnkosten ersetzt bekommen, obwohl in der Regel eine halbjährige Übergangsfrist zugestanden wird. Vor allem bei der Festlegung der Mietobergrenze gibt es willkürliche Entscheidungen. So wird nach Auskunft eines Anrufers in einer Gemeinde der Mietspiegel von 1991 herangezogen und nicht der von 2002. Das führt dazu, dass der Anrufer zum Umzug aufgefordert wurde, obwohl nach dem Mietspiegel vom Jahr 2002 die Wohnung im Limit liegt. Bei den Nebenkosten wird in den Bescheiden nicht deutlich, warum manche Kosten nicht anerkannt werden. "Insgesamt werden die Bescheide oft nicht verstanden - sie sind wenig transparent und für den Betroffenen nicht nachvollziehbar", so ein Diakonieberater.
Weiteres wichtiges Thema ist die Anrechnung des Vermögens. Hier herrscht große Unsicherheit und vor allem die Angst, dass das Geld für die eigene Altersvorsorge nicht mehr reicht. Bei den Bedarfsgemeinschaften ist die Frage des Krankenversiche-rungsschutzes oft ungelöst. Immer wieder fallen Arbeitslose aus der Krankenversiche-rung heraus, da sie wegen des Einkommens ihres Partners keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II haben und damit auch nicht mehr krankenversichert sind. Hier sind nach Meinung der Diakonie dringend Änderungen im Gesetz notwendig.
Das schwierigste Problem ist aber für viele ALG II - Bezieher, dass sie bei den Ämtern zu wenig über ihre Rechte aufgeklärt werden und dass sie bei Rückfragen oft keine kompetente Auskunft bekommen. Bei schwierigen Fragen haben sie keine Möglichkeit, sich direkt mit ihren Sachbearbeiter in Verbindung zu setzen. Sie landen in einem Callcenter und werden auf einen Rückruf vertröstet. So bekam eine alleinerziehende Mutter die Nachricht, dass sie ab sofort nicht mehr krankenversichert ist. Vergeblich hat sie versucht, zu ihrer zuständigen Sachbearbeiterin Kontakt aufzunehmen. Erst durch eine Beratungsstelle der Diakonie ist dies gelungen. Viele warten inzwischen auch monatelang auf ihre Bescheide und damit auf ihr Geld. Für Menschen, die im Regelfall keine Rücklagen haben, ist dadurch schnell die Existenz und zuerst meist die Wohnung bedroht. Dies ist nach Meinung der Diakonie ein unhaltbarer Zustand. Die Ämter müssen ihre Beratungs- und Informationspflicht ernster nehmen und vor allem für Hilfesuchenden erreichbar sein.
Nicht alle Fragen konnten am Telefon geklärt werden. Jeder fünfte Anrufer wurde an eine Beratungsstelle vor Ort weiter vermittelt. Die Hotline der Diakonie war ein Angebot im Rahmen der diesjährigen "Woche der Diakonie", die bis zum 12. Juni dauert und ganz im Zeichen der zunehmenden Verarmung in unserem Land steht. Die Diakonie will die Ergebnisse der Hotline in die sozialpolitische Diskussion einbringen. Denn sowohl das Gesetz selbst als auch die Umsetzung weist viele Mängel auf.
"Bei vielen Anrufern spürte man eine große Hilf- und Perspektivlosigkeit. Resigniert sagten viele Ältere, die jetzt ALG II bekommen: Habe ich das verdient nach dreißig Jahren Arbeitsleben und Einzahlen in die Sozialkasse," berichtet Ingrid Reutemann von der Diakonie Baden. "In Baden-Württemberg besteht die Gefahr der sozialen Verelendung," so Jurist Hermann Schwaiger von der Diakonie Baden, der ebenfalls an der Hotline saß. So mancher habe am Telefon geseufzt: "Da kann ich ja gleich als Wohnungsloser auf die Strasse gehen."
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Aktion Opferwoche der Diakonie:
Musik gibt Halt |
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Freiburg (pk, 29. 5. 05). Die Opferwoche der Diakonie vom 5.-12. Juni steht in diesem Jahr unter dem Motto "Zusammenhalten". Das Diakonische Werk Freiburg beabsichtigt Jahr mit den eingehenden Spendengeldern auf regionaler Ebene das integrative Projekt "Musik gibt Halt" zu fördern. Im Rahmen des Arbeitskreises Behinderte in der Christusgemeinde Freiburg hat sich eine Musikband aus Menschen mit und ohne Behinderungen gegründet, die mittlerweile zu verschiedenen kulturellen und sozialen Anlässen eingeladen wird und dort ihr lebendiges musikalisches Repertoire präsentiert. Zur Projektdurchführung werden dringend noch zusätzliche Percussionsinstrumente benötigt. Außerdem werden die Fördermittel zur Finanzierung von zwei Honorarkräften eingesetzt, die das Projekt musikalisch und pädagogisch begleiten.
Das persönliche und instrumentelle Potential der Gruppe soll therapeutisch für die erfahrungsorientierte Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsene mit einer geistigen oder Mehrfachbehinderung eingesetzt werden. Ziel ist es, in einer spielerischen Atmosphäre die individuelle Ausdrucksfähigkeit und persönliche Kreativität der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen anzuregen sowie ihre motorischen und kognitiven Fähigkeiten zu fördern.
Einzelne Bandmitglieder wollen gerne ihr Können und ihre Begeisterung an die Teilnehmer/innen weitergeben. Familien mit chronisch kranken bzw. behinderten Kindern und Jugendlichen, sind dadurch oftmals auch wirtschaftlich und sozial sehr belastet. Obwohl die betroffenen Kinder und Jugendlichen meist ein altersgemäß starkes Bedürfnis nach moderner Musik haben, können sie aus finanziellen Gründen normalerweise jedoch nur davon träumen, selbst zu musizieren. Mit dem Projekt "Musik gibt Halt" bekommen sie einmal die Chance, selbst zu "rappen" und zu trommeln, ihre Lieblingssongs nachzuspielen und eigene Stücke zu improvisieren. Prozessorientiert sollen innerhalb von zwei Jahren kleine musikalische Erfolge erlebbar, eventuell sogar Tonaufnahmen und Live-Auftritte erarbeitet werden.
In Zeiten einschneidender gesellschaftlicher Umbrüche ein Zeichen setzen für Hoffnung, Mut und Zuversicht, das will die Opferwoche der Diakonie Baden. Mit den Spenden der diesjährigen Haus-, Strassen und- Gemeindesammlung werden insbesondere soziale Initiativen und Projekte gefördert, die Menschen davor bewahren, noch weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt zu werden. Die Diakonie engagiert sich traditionell in vielen sozialen Arbeitsfeldern, in denen staatliche Fürsorgeleistungen in Zeiten leerer Kassen zunehmend eingeschränkt werden. Um die Sozialdienste in der Kinder- und Jugendhilfe, Alten-, Behinderten-, Nachbarschafts- und Familienpflege, Wohnungslosenhilfe, Migrant/innenarbeit sowie Arbeitslosenbetreuung und Beschäftigungsförderung weiterhin erbringen zu können, zählt die Diakonie auch auf die ehrenamtliche und finanzielle Unterstützung durch engagierte Gemeindemitglieder, Bürger/innen, und Unternehmen.
Bankverbindung: Sparkasse Freiburg, Konto: 2020071, Stichwort: Aktion Opferwoche.
Informationen und Auskünfte zur Arbeit des Diakonischen Werkes Freiburg erhalten Sie unter www.diakonie-freiburg.de oder auch gerne persönlich bei Luisa Lindenthal, Referatsleiterin, Tel: 36891-190. Auf der Internetseite www.diakonie-baden.de finden Sie weitere Informationen und Veranstaltungshinweise zur Aktion Opferwoche.
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Neues Aufnahmehaus in Freiburg
Hilfe für wohnungslose Frauen
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Pfarrerin Anke Ruth-Klumbies, die im neuen Aufnahmehaus den Segen sprach, versucht vom Balkon aus einen Ballon mit guten Wünschen steigen zu lassen.
(Foto: Günter Hammer)
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Freiburg (gh 25. 4. 05). Ein Aufnahmehaus für wohnungslose Frauen wurde am Wochenende in Freiburg offiziell eröffnet und eingeweiht. In sechs Einzelzimmern im ersten und zweiten Stock, bietet das viergeschossige schmale Wohnhaus im Freiburger Stadtteil Stühlinger Platz für Frauen, die ohne Unterkunft auf der Straße leben oder von verschiedensten Formen verdeckter Wohnungslosigkeit betroffen sind. Die Anlaufstelle wird in den oberen Stockwerken des Hauses ergänzt um fünf weitere kleine Appartements für begleitetes Wohnen. Träger der neuen Einrichtung ist der Diakonieverein beim Diakonischen Werk Freiburg. Der Altbau, der zuvor im Besitz der Stadt Freiburg war, war nach fünfmonatigem Umbau mit großem Aufwand saniert worden.
Ein "singuläres Aufnahmehaus" dieser Art sei einmalig in Baden, erklärte Luisa Lindenthal, Referatsleiterin beim Diakonischen Werk Freiburg. Schon mit dem Bezug vor einem Monat sei das Haus voll belegt worden, so Angelika Hügele von der Diakonie. Die Altersspanne der Bewohnerinnen, die häufig Gewalterfahrungenmachen mussten, oder an psychischen Erkrankungen leiden, liege zur Zeit zwischen 20 und 35 Jahren. Auch Alkoholmissbrauch oder Überschuldung sind Ursachen, dass sich die persönlichen sozialen Bindungen auflösen was zu Wohnungslosigkeit führen könne. Seit Jahren gäbe es - auch in Freiburg - steigende Zahlen im Bereich der Wohnungslosigkeit von Frauen, stellt die Sozialarbeiterin fest.
In dem stadtnahen Haus könnten die Frauen zunächst drei Monate und nach einer eventuell notwendigen Verlängerung bis zu sechs Monaten in sicheren Verhältnissen bleiben. Das ambulante Angebot habe die Funktion eine"Abklärstelle" für die betroffenen, um weitere Maßnahmen einleiten zu könne, so Luisa Lindenthal. Männer haben keinen Zutritt zu den Räumen. Rund 30 Prozent aller Wohnungslosen seien Frauen, erklärte die Fachfrau. Betreut werden die Bewohnerinnen von einer Sozialarbeiterin mit halben Deputat und einer Hausmeisterin mit 40-Prozentstelle. Der Umbau der rund 250.000 Euro gekostet hat wurde aus Mittel des Landes, des Landeswohlfahrtsverbandes, der Stadt Freiburg und aus Eigenmitteln der Diakonie finanziert.
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Diakonie Baden finanziert mit Spendengelder Reis und Boote für Südindien
Stockmeier besuchte Krisenregion und initiiert neue Hilfsprojekte /
Bisher 735.000 Euro eingegangen /
Notfallseelsorge der Landeskirche wird aktiv für einheimische Opfer
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Karlsruhe / Südostindien (14.3.2005). Mit rund 50.000 Euro Spendengeldern der Diakonie Baden werden jetzt in Südostindien zehn neue Fischerboote und ein Grundernährungsprogramm finanziert. Das sagte Oberkirchenrat Johannes Stockmeier, Chef der Diakonie Baden heute vor Journalisten in Karlsruhe. Bisher sind insgesamt mehr als 735.000 Euro Spendengelder für die Opfer der Tsunamikatastrophe in Südostindien beim Diakonischen Werk Baden eingegangen von denen 600.000 an die Diakonie Katastrophenhilfe weitegeleitet wurden. Gespendet haben 2.000 Einzelspender und 500 Gruppen und Kirchengemeinden in Baden. Ein Teil der Spenden steht für die Seelsorge an Angehörigen der Opfer in Baden zur Verfügung.
"Die Fischversorgung in Südostindien liegt durch die Flutkatastrophe am Boden", so Stockmeier, der gerade von einem zweiwöchigen Besuch in Indien zurückgekehrt ist. Er hatte sich dort davon überzeugt, dass die Spendengelder der Diakonie Baden über die Church of South India (CSI) gut verwaltet und sinnvoll eingesetzt werden. Die Diakonie Baden finanziert deshalb zehn Fischerboote. Die Fischer sollen eine Genossenschaft gründen, die je 50 Prozent der Einnahmen aus einem Fang erhält, die Fischer selbst bekommen die andere Hälfte. Die Genossenschaft zahlt aus diesen Einnahmen die Anschaffungskosten der Boote nach und nach an die Kirche zurück, sodass die wieder freiwerdenden Spendengelder in anderen Bereichen eingesetzt werden können. Auch die Grundversorgung der Menschen mit Reis sei noch nicht ausreichend, da die Böden versalzen sind, berichtete Stockmeier. Deshalb finanziere die Diakonie Baden ein "Reisprogramm", durch das vor allem die Kinder und Jugendlichen dreimal am Tag Essen bekommen könnten und nicht nur- wie derzeit- zweimal. Weitere Spendengelder kommen über die CSI den "Kastenlosen", den traumatisierten Witwen und Jugendlichen und dem Wiederaufbau von Versammlungs- und Gemeinschaftshäusern zugute. Stockmeier: "Die kastenlosen Menschen werden aus den Hilfscamps wieder rausgeworfen, weil die anderen nichts mit ihnen zu tun haben wollen". Die indische Kirche kümmert sich darum, dass sie bei den Hilfsmaßnahmen nicht vergessen werden. Stockmeier: "Der CSI können wir unsere Spenden guten Gewissens anvertrauen. Sie sorgen für ein hohes Maß an Verteilungsgerechtigkeit- vor allem auch in dem schwer zugänglichen Süden des Landes," so Stockmeier. Für Kinder und Jugendliche sei es wichtig, ihre Traumata ausarbeiten zu können. Das geschehe in Jugendtreffs, wo sie miteinander und mit kompetenten Fachleuten sprechen könnten. "Ich habe Jugendliche getroffen, die Panik bekommen, wenn sie nur ein Glas Wasser sehen und denen das Donnern der herannahenden Flutwelle nicht mehr aus dem Kopf geht," sagte Stockmeier. "Die Versuchung ist groß, den Menschen dort direkt Geld da zu lassen. Aber dann würde man als Wohltäter auftreten, was für die Menschen auch sehr entwürdigend sein kann."
Notfallseelsorge organisiert Angehörentreffen
Zu der Hilfe vor Ort gehört die Unterstützung der Angehörigen, die bei der Katastrophe Menschen verloren haben. Noch immer werden 90 Menschen aus Baden-Württemberg vermisst, erst 30 Tote konnten identifiziert werden. Gleich nach der Katastrophe hatten sich die Notfallseelsorgebeauftragten großen Kirchen mit dem Deutschen Roten Kreuz zusammengetan und Angehörigentreffen organisiert. Am vergangenen Samstag fand das Treffen für Baden-Württemberg in Stuttgart statt. "Über 100 Angehörige haben teilgenommen", erzählt Kirchenrat Wolfgang Burkhardt, zuständig für die Notfallseelsorge in der Evangelischen Landeskirche in Baden. Weitere Treffen sollen folgen, aufgeteilt in Regionen, darunter ein Treffen im Großraum Karlsruhe. Dabei gehe es neben organisatorischen Fragen wie Versicherungen natürlich vorrangig darum, die Ereignisse verarbeiten zu können. "Noch immer leben viele in Ungewissheit", so Burkhardt. Andere mussten zusehen, wie ihre Angehörigen in den Tod gerissen wurden. "Da geht es auch um Fragen von Schuld und Vergebung", berichtet Burkhardt von einzelnen Gesprächen, da brauche es erfahrene Seelsorger. Die Diakonie Baden wird mit Beträgen aus den Spendengeldern auch die Angehörigenseelsorge unterstützen, um langfristige Hilfe zu sichern.
Pressemitteilung des Diakonischen Werks Baden
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Diakonisches Werk Baden:
Täglich mehr als 400 Badener Spenden |
Karlsruhe (12.1.2005). Mehr als 400 Menschen spenden täglich an die Diakonie Baden für die Opfer der Katastrophe in Südostasien. Insgesamt sind es bisher mehr als 340.000 Euro. Noch nicht dazu gerechnet sind die zahlreichen Kollekten 630 evangelischer Pfarrgemeinden an Weihnachten und Neujahr zugunsten der Tsunami-Katastrophe.
In regelmäßigen Abständen werden die eingehenden Spenden zweckgebunden an die Diakonie Katastrophenhilfe in Stuttgart überwiesen. Die Katastrophenhilfe hatte sofort am 26. Dezember mit Hilfsmaßnahmen begonnen. Das Geld wird für Sofortmaßnahmen und anschließenden Wiederaufbau verwendet.
Bei der Abrechnung der Spenden nimmt es immer wieder viel Zeit in Anspruch, Adressen der Spender zu ermitteln, wenn diese nicht im Verwendungszweck des Überweisungsträgers vermerkt wurden.
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Alle Hände voll zu tun haben Beate Mäurer und ihre Kolleginnen in der Buchhaltung des Diakonischen Werkes Baden. Von links: Spendenfachmann Volker Erbacher, Beate Mäurer, Oberkirchenrat Johannes Stockmeier. Foto: Diakonie |
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Evangelische Jugendhilfe Freiburg-Zährigen
Neue Schule trägt den Namen von Carl Mez
Grundschule für Kinder in Krisen
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FREIBURG (gh) - Straßen im Südbadischen wurde schon nach ihm benannt. Doch Carl Mez, der sozialpolitisch engagierte und fromme Fabrikant aus Freiburg hätte sich über diese neuerliche Namensgebung besonders gefreut: Seit heute (24. 11. 04) gibt es in Freiburg die Carl-Mez-Schule. Ein Schulname, den es in Deutschland so noch nicht gibt. Die Evangelische Jugendhilfe Zähringen, hat ihre "Schule für Erziehungshilfe", die es als anerkannte Hauptschule seit sechs Jahren schon gibt, nach dem Industriellen aus dem 19. Jahrhundert benannt und gleichzeitig um einen eigenen, staatlich anerkannten Grundschulzweig erweitert. Mit der Erweiterung ihres schulischen Angebotes will die pädagogisch-diakonische Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit konfliktträchtigen Lebenslagen den präventiven Ansatz in ihrer Jugendhilfearbeit verstärken. Zugleich solle damit in der bildungspolitischen Diskussion Lösungswege aufzeigt, sagte Elke Eppinger, Geschäftsführerin der Evangelischen Jugendhilfe. "Wir dürfen nicht erst reagieren, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist" so die Geschäftsführerin. Mit der Namensgebung erinnert sich die Evangelische Jugendhilfe an ihre Wurzeln, die auf eine Stiftung des Seidenfabrikanten Mez zurück reichen.
Bei der Feier der Namensgebung in Freiburg-Zähringen, machte Schulamtsdirektor, Hermann Maier, im Blick auf die Schülerinnen und Schüer der Carl-Mez-Schule deutlich, dass die Pädagogen, Psychologen und Sozialpädagogen ihre "Aufmerksamkeit auf diejenigen legen, die in der Regel wenig Aufmerksamkeit erhalten". Und Freiburg Sozial-Bürgermeister Ulrich von Kirchbach würdigte das klare Konzept der Schule, das auch "die Verantwortsübernahme durch Eltern ermöglicht". Der Freiburger Dekan Traugott Schächtele betonte, dass es schon immer "ein evangelisches Anliegen" gewesen sei Kindern und Jugendlichen Bildung zu vermitteln. Seines Wis-sen sei die neue Grund- und Hauptschule die einzige evangelische Schule dieser Art weit und breit.
Die neue Grundschule
Acht Schülerinnen und Schüler besuchen die Grundschulweig mit angegliederter Ta-gesgruppe der neuen Carl-Mez-Schule. Die Sechs- bis Neunjährigen zeigten häufig Verhaltensweisen, welche auf schwierige psychische und soziale Lebenslagen hin-weisen. Manche Kinder hätten auch ein negatives Selbstbild beobachtet Reiner Kiefer, der pädagogische Leiter der Jugendhilfe. Den Schulschwierigkeiten und an-deren Auffälligkeiten, wolle die neue Grundschule begegnen. Ziel sei es, so Reiner Kiefer, den Kindern Vertrauen in die Schule, Bildung und die eigene Leistungsfähig-keit zu vermitteln und so eine Integration oder Reintegration in eine öffentliche Schule zu ermöglichen.
Dies fordere einen gleichzeitigen Ansatz von Schul-, Sozial- und Heilpädagogik. Eine Grundschullehrerin, eine Sozialpädagogin und eine Psychologin seien für die Schüler da. Zu Beginn, in den ersten vier Wochen des neuen und ersten Grundschuljahres, konnte selbst die relativ kleine Achtergruppe nicht gemeinsam unterrichtet werden, berichtet Reiner Kiefer. Man habe deshalb mit Zweiergruppierungen begonnen, um die Kinder langsam an die Schulsituation heranzuführen. Ein Pausenglocke gäbe es nicht, man orientiere sich an der Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit der Kinder. Es gälte, den Kindern eine Atmosphäre von Wertschätzung und Ermutigung zu bie-ten, in der sie sich ernst genommen fühlen und in der sie Selbstvertrauen zu sich und ihren Möglichkeiten entwickeln können. "Lieber wollen wir ein halbe Schulstunde po-sitiv abschließen, als drei Unterrichtsstunden im Desaster", sagt Reiner Kiefer. Zeit zum Toben bleibe allemal. Auch die Begleitung und der kontinuierliche Kontakt zu den Eltern seinen für den Erfolg der Maßnahmen wichtig, so Kiefer.
Die Evangelische Jugendhilfe
In der Evangelischen Jugendhilfe Freiburg-Zähringen leben und lernen zur Zeit 67 Kinder und Jugendliche. Es gibt vier altersgegliederte Tages- und zwei Wohngrup-pen im Burgackerweg in Freiburg-Zähringen. Daneben leben einige Jungen und Mädchen in separaten Außenwohngruppen in den Stadtteilen Herdern und Wiehre. Die wenigsten der betreuten Kinder und Jugendlichen besuchen die öffentlichen Schulen in Freiburg.
Die Carl-Mez-Schule ist ein wichtiger Bestandteil des pädagogischen Angebots der Einrichtung und gebe wichtige Impulse für die tägliche Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen. Dabei spiele der Begriff der Bildung im Sinne einer umfassenden Per-sönlichkeitsbildung eine wesentliche Rolle. Neben der Lehre von schulfachlichem Wissen werde der Vermittlung von persönlichen und sozialen Kompetenzen eine wichtige Bedeutung beigemessen, erklärt Reiner Kiefer. Insgesamt beschäftigt die Evangelische Jugendhilfe fast fünfzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Der Namensgeber
Carl Mez (1808 bis 1877) beschäftigte am Ende seines Lebens, zusammen mit sei-nem Bruder Gustav, in seiner Seidenspinnerei in der Freiburger Kartäuserstraße und an anderen Standorten zeitweise weit über 1200 Menschen. Er führte in seinen Fa-briken viele soziale Versorgungs- und Schutzleistungen für Arbeiter und Angestelle erstmals in Deutschland ein. So war auch die sonst übliche Kinderarbeit in seinem Unternehmen verboten.
Mez, der den badischen Revolutionär Friedrich Hecker zum Freund hatte, war an der badischen Revolution beteiligt, gehörte der Badischen Volkvertretung und 1848 dem Pauluskirchenparlament an.
Die Stiftung von Mez
Anlässlich seiner Silberhochzeit hatte Carl Mez 1859 eine eigene Stiftung in Freiburg begründet, aus der 1972 die Evangelische Jugendhilfe Zähringen als eigenständige kirchliche Stiftung hervorging. Seine ursprüngliche Stiftung, das "Evangelische Stift", beherbergte im Laufe der Zeit ein Waisenhaus, eine Gemeindekrankenpflegestation, eine Mägdeherberge für durchreisende Mägde, ein kleines Kinderkrankenhaus, eine "Kleinkinderschule" (Kindergarten) und ein Altersheim. Dass jetzt, 145 Jahre nach der Gründung, die Schule der Jugendhilfe Zähringen seinen Namen erhält ist wohl ganz in seinem Sinne und seiner Tradition.
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Ganz stolz waren die Erst- und Zweitklässler der neuen Carl-Mez-Schule bei ihrem Vortrag während der Feierstunde zur Namensgebung |
Wohnungslosen werden Hilfen verweigert
Ev. Obdachlosenhilfe in Deutschland verleiht zum ersten Mal "Gebeugten
Paragrafen" an Kommune / 400.000 Menschen sind wohnungslos
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Freiburg (9.11.2004). Die chronische Finanznot der öffentlichen Haushalte trifft wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen besonders hart. Dies ist das Ergebnis eines bundesweiten Monitoringprojektes, das heute bei einem Fachkongress der Evangelischen Obdachlosenhilfe in Freiburg vorgestellt wurde. Danach versuchen zahlreiche Kommunen und Kreise, gesetzlich vorgeschriebene Hilfen für wohnungslose Menschen systematisch zu verweigern oder zu unterlaufen.
Diese Maßnahmen hätten Wirkung, bestätigte Pfarrer Dr. Wolfgang Gern, Vorsitzender der Evangelischen Obdachlosenhilfe und Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes Hessen und Nassau (Frankfurt) : "Je weniger Menschen in der Lage sind, für ihre Rechte einzustehen, desto weniger können sie berechtigte Ansprüche formulieren und in der Praxis durchsetzen." Häufig würden zum Beispiel nach drei Tagen sämtliche Hilfen eingestellt und die Betroffenen so zum Weiterziehen genötigt. "Wenn notwendige Hilfen aber verweigert oder verschleppt werden, chronifizieren und verschlimmern sich Notlagen. Was einzelne Kostenträger durch die so genannten ,vertreibenden Hilfen" einsparen, wird volkswirtschaftlich zur Verlustrechnung", betonte Gern. Die leidtragenden seien in jedem Fall die Menschen, "die durch ihre Wohnungslosigkeit ohnehin schon am Rand der Gesellschaft stehen und Hilfe und Unterstützung dringend nötig haben."
Um ein öffentliches Zeichen gegen die um sich greifende Hilfeverweigerung zu setzen, hat die Evangelische Obdachlosenhilfe mit dem Gebeugten Paragrafen" einen symbolischen Preis an besonders problematische Sozialhilfeträger gestiftet: Die etwa 50 Zentimeter hohe Metallskulptur besteht aus einem Männchen, das mit Energie ein Paragrafensymbol verbiegt. Der Negativpreis wird in diesem Jahr erstmals verliehen und geht an die Region Pfalz, dort stellvertretend an die Stadt Frankenthal.
Bei dem Preisträger kommen für Ulrich Arnold, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Freiburg und stellvertretenden Vorsitzenden der Evangelischen Obdachlosenhilfe, mehrere Faktoren zusammen: ein mangelhaftes Hilfesystem, eine rechtswidrige Befristung von Hilfen sowie eine mit angeblichen Persönlichkeitsmerkmalen gekoppelte Unterscheidung von Obdachlosen, Wohnungslosen und Nichtsesshaften. Eine solche "Persönlichkeitslehre" sei diskriminierend, verkenne die realen Notlagen wohnungsloser Menschen und sei auch von keinem Bundesgesetz gedeckt.
Aus Sicht des Verbandsvorsitzenden Gern hat der "Gebeugte Paragraf" vor allem Signalcharakter. Nachhaltig werde das Eintreten für die Rechte benachteiligter Menschen aber erst dann, wenn die erforderlichen rechtsstaatlichen Instrumente bereit stünden. "Wir brauchen ein Klagerecht für anerkannte Sozialverbände", forderte Dr. Gern. "Denn es geht um den Einzelfall übergreifende Fragen der Verwaltungspraxis, und die Betroffenen sind oft nicht in der Lage, ihre Rechte einzufordern, geschweige denn, ein mehrjähriges Rechtsverfahren durchzustehen." Außerdem setzt sich die Evangelische Obdachlosenhilfe laut Gern ein für "eine überörtliche Kostenträgerschaft bei gleichzeitig regionaler Verantwortung in der Umsetzung der Wohnungshilfe." Es könne nicht angehen, dass sich "die Verstärkung von Ausgrenzung und Obdachlosigkeit für irgendeine staatliche Ebene" lohne.
Die Evangelische Obdachlosenhilfe vertritt als Fachverband im Diakonischen Werk bundesweit 350 Einrichtungen und damit 50 Prozent der Wohnungslosenhilfe in Deutschland. Bundesweit sind derzeit 400.000 Menschen obdachlos, von Wohnungsverlust bedroht oder leben in menschenunwürdigen Wohnverhältnissen.
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Der "Gebeugte Paragraph", dieser Negativ-Preis für die Kommune, die den fragwürdigsten Umgang mir Wohnungslosen "pflegt" wird dargestellt als heiteres Männchen, das ein Paragraphenzeichen vor sich herschiebt.

Pfarrer Wolfgang Gern, Vorsitzender der Evangelischen Obdachlosenhilfe, begrüßte am Dienstagmorgen die Kongressteilnehmer, auf dem Koloss Alfred stehend, mit einem modernen Psalmen von Hans-Dieter Hüsch. |
Internetangebot für trauernde Jugendliche zieht Bilanz / Erste Begegnungsfreizeit mit chatern aus ganz Deutschland
Mädchen fügen sich selbst Schmerzen zu, um mit Trauer fertig werden zu können
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Freiburg (8.7.2004). Mehr als 30.000 Jugendliche aus der ganzen Welt haben seit dem Start im August 2003 auf die homepage www.alles-ist-anders.de der Hospizgruppe Freiburg zugegriffen. Im deutschsprachigen Raum ist der chatrom der Freiburger homepage immer noch die einzige Austauschmöglichkeit für trauernde Jugendliche im Internet. Anfang August treffen sich auf Initiative der Freiburger Hospizgruppe zum ersten mal Jugendliche aus Deutschland, die sich über den chatroom kennengelernt haben.
"Die Jugendlichen kommen auf die homepage, weil sie in ihrem Unfeld niemanden haben, mit dem sie über ihre Trauer reden können," weiß Nicole Decker (32), die den Chat betreut. Viele trauernde Jugendliche fühlten sich einsam und hätten Problem in der Schule. Freunde würden nach zwei Monaten nicht mehr mit ihnen über ihre Trauer reden wollen.
"Die Jugendlichen schlafen schlecht und sind dann in der Schule müde. Es gibt immer noch nicht viele Lehrer, die damit sensibel genug umgehen. Sie sacken in der Schule ab, weil sie sich nicht konzentrieren können. Schlafforscher bestätigen das," sagt Nicole Decker, die auch zum Leitungsteam des Projektes "Alles ist anders" gehört.
Freunde hätten oft nach zwei Monaten von dem Thema die Nase voll. "Jetzt werd' mal wieder normal", heiße es dann. In diesen Fällen würden die trauernden Jugendlichen sich ganz zurückziehen, während ihre Freunde in die Disko gehen.
Zugenommen habe die Zahl trauernder Mädchen, die sich ritzen, um sich wieder zu spüren oder um inneren Druck loszuwerden. Mit einigen von ihnen ist Nicole Decker über die homepage ins Gespräch gekommen. Sie hört vor allem zu, empfiehlt weitergehende Hilfeangebote oder vermittelt sogar Kontakte zu Therapeuten, wenn die Jugendlichen es wollen.
Auch auf den bekannten englischsprachigen homepages für trauernde Jugendliche dougy.org und winstonswish.org gibt es keine chat-Angebote.
Die Freizeit der jugendlichen chater vom 31.7. bis 4.8. 2004 im Schwarzwald veranstaltet die Hospizgruppe Freiburg.
Kontakt: Nicole Decker, Tel: 0761-8814988
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Zum ersten Mal läuft eine Altersbefragung mit
Aktion Opferwoche 2004 startet am 20. Juni
Spendenergebnis gestiegen
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Karlsruhe (25.5.2004). "Was wünschen Sie sich für Ihr Alter" fragt jetzt die Diakonie Baden anlässlich der diesjährigen Aktion Opferwoche 2004. Rund 600.000 Fragebögen mit zehn Fragen rund ums Altwerden gingen in die evangelischen Kirchengemeinden in Baden. Die Aktion Opferwoche 2004 steht unter dem Motto "Hoffnung ist Diakonie" und kommt diesmal vor allem alten Menschen zugute. Die Aktion Opferwoche startet am 20. Juni 2004.
Die Befragung zum Thema Alter, die erstmals eine Aktion Opferwoche der Diakonie in Baden begleitet, soll anregen, sich mit dem Alter auseinander zu setzen. "Alt werden verursacht immer mehr Ängste, zum Beispiel durch die Diskussionen um die Renten. Außerdem hängt die Lebensqualität alter Menschen davon ab, wie Jüngere mit ihnen umgehen," begründet Spendenpfarrer Volker Erbacher, in der Diakonie Baden zuständig für die Opferwoche, die Aktion.
Die ersten Antworten auf die Fragebögen zeigten bei alten Menschen Angst, anderen zur Last zu fallen, während eher jüngere Menschen sich davor fürchten, im Alter einsam, altersverwirrt und abhängig zu werden.
Aus dem Spendengeldern der diesjährigen Aktion Opferwoche sollen 53 Projekte innerhalb der badischen Diakonie gefördert werden, davon allein 28 die mit dem Thema Alter zu tun haben; Projekte, die Brücken zwischen den Generationen bauen, Maßnahmen für pflegende Angehörige, Kontaktvermittlung für alte Menschen.
In 2003 kamen rund 834.000 Euro zusammen. Das sind 50.000 Euro mehr als im Vorjahr. Im vergangenen Jahr hatten sich 499 von 600 evangelischen Kirchengemeinden in Baden mit 955 Sammlerinnen und Sammlern an der Aktion beteiligt.
45 Prozent der eingehenden Spenden kommen innovativen Projekten zugute. 20 Prozent bleiben in der sammelnden Kirchengemeinde für eigene diakonische Aufgaben, weitere 20 Prozent erhält der Kirchenbezirk für seine Diakonie vor Ort. 10 Prozent fließen in einen Notfonds der Diakonie Baden und 5 Prozent in die Herstellung von Sammlungsmaterial und Öffentlichkeitsarbeit.
Zeitgleich führt das Diakonische Werk Württemberg eine Sammlungswoche mit dem gleichen Thema durch.
Mehr Infos unter: www.diakonie-baden.de
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Albrecht Schwerer im Gottesdienst eingeführt.
Diakonie arbeitet gegen finanzielle, soziale und spirituelle Armut
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Mehr als 120 Mitarbeiter, Freunde und Gäste aus Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen kamen am vergangen Freitag zur gottesdienstlichen Einführung von Albrecht Schwerer als neuer Ge-schäftsführer der Diakonischen Werke im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Die Dekan der Kirchenbezirke Müllheim und Freiburg, Franz Doleschal und Traugott Schächtele leiteten den Einführungsgottesdienst in der Bad Krozinger Christuskirche.
Nach Aussage von Prof. Paul-Gerhard Klumbies, der die Predigt hielt, besitze die Diakonie ein Kapital von unschätzbarem Wert. Sie habe haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich für die aktive Mit-gestaltung des Gemeinswesens zuständig wüssten und die ihre Arbeit auf der von Jesus Christus vorgezeichneten Leitlinie der Bedürftigkeit der Menschen täten.
In seiner Predigt über Jesu Tischgemeinschaft mit den Ausge-grenzten seiner Zeit wies Klumbies auf Analogien zur gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung hin. Nicht zuletzt infolge der spirituellen Armut weiter Kreise der heutigen Bevölkerung, die ein Zeichen der fortschreitenden Entchristlichung der bundesdeutschen Gesellschaft sei, habe sich eine "Rette-sich-wer-kann" Mentalität ausgebreitet. Die spirituellen Mängel trügen mit zu dem schwindenden Gemeinschaftsbewußtsein in Deutschland bei. Sie zeigten sich in subjektivem Man-gelempfinden: "Die Angst, zu kurz zu kommen, zählt dazu. Sich über-gangen zu fühlen, die innere Hetze, das Leben zu verpassen, die Gier nach Gütern, Raffen aus Furcht vor Verlust, das sind Symptome spiri-tueller Armut". Auch die Unfähigkeit abzugeben und zu teilen gehöre dazu, so der Diakoniewissenschaftler. "Wer die Chance sieht, etwas für sich aus dem großen Kuchen Deutschland herauszuschneiden, versucht dies", sagte Klimbies vor zahlreichen Fachleuten der Diako-nie und Caritas. Das gelte für einzelne wie für die großen Interessengruppen in unserem Land. Wenn jedoch die Ethik auf das Sprichwort: "In der Not ist sich jeder selbst der Nächste", reduziert werde, signali-siere das die Aufkündigung von Gemeinschaft. Die Unfähigkeit, sich von traditionellen Besitzständen lösen zu können, die mangelnde Frei-heit in Diskussionen über anstehende Neuverteilungen zu besitzen, seien auch ein Ausdruck von Selbstverkrampfung - und damit ein geistliches Problem.
Die Diakonie arbeite im Wissen um die dreigeteilte Ebene von Bedürftigkeit als finanzieller, sozialer und spiritueller Armut an der Sozialisierung der Vereinzelten. In einer auseinanderdriftenden Gesellschaft bedeute ihre gemeinschaftstiftende Arbeit unter dem Aspekt der Be-dürftigkeit einen Beitrag zum Zusammenhalt des Gemeinwesens ins-gesamt. Diese Leistung von politischer Bedeutung müßte ihr die Politik eigentlich refinanzieren, so Klumbies.
Im Anschluss an den Gottesdienst gab es einem Empfang im Gemeindesaal. Dabei sagte die Sozialdezernentin des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald, Eva-Maria Münzer, das Know-how der Diakonie sei für die konzeptionelle Arbeit der Kreisverwaltung "von unschätzba-rem Wert". Das Diakonische Werk bemühe sich stets neue Wege zu gehen und habe ein "Fülle unkonventioneller Modelle" entwickelt. Jürgen Rollin von Diakonischen Werk Baden meinte, dass das komplexe Handlungsfeld der Diakonie innerhalb der Kirche oft schwer zu vermitteln sei. "Diakonie ist nicht nur etwas für andere sondern greift auch innerhalb der Organisation mit einem guten Gewissen Platz", sagte Rollin.
Die ganze Predigt von P-G Klumbies
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Albrecht Schwerer ist neuer Geschäftsführer der Diakonie im Landkreis. Gemeinsam mit seiner Sekretärin, Gisela Lenz, managed er das Büro in Kirchzarten und koordiniert die Arbeit an den drei weiteren Dienststellen. |
Diakonie im Landkreis mit neuem Geschäftsführer
Einführung des neuen Geschäftsführers des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirchenbezirke im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und des Vereines Netzwerk Diakonie e.V. am 19.09.2003 in Bad Krozingen.
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Der neue Geschäftsführer des Diakonischen Werks (DW) der Evangelischen Kirchenbezirke im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Albrecht Schwerer, wird am kommenden Freitag, 19. September 2003 offiziell in einem Gottesdienst in sein Amt eingeführt. Die Feier in der Bad Krozinger Christuskirche (Schwarzwaldstraße 7) beginnt um 14.30 Uhr. Anschließend wird zu einem Empfang ins Gemeindehaus eingeladen. Der neue Geschäftsführer leitet künftig auch den Verein Netzwerk Diakonie e. V. . Schwerer ist Nachfolger von Jürgen Dangl der im Sommer in den Ruhestand verabschiedet wurde.
Mit der gottesdienstlichen Einführung erhält der neue Geschäftsführer die Segnung durch die kirchliche Gemeinde für seinen neuen Aufgaben- und Verantwortungsbereich. Mit dieser Zeremonie verdeutliche die evangelische Kirche ihren Mitarbeitern ihre Unterstützung und Begleitung, aber auch den Bezug auf "Gottes Wort und seiner Liebe". Für Albrecht Schwerer, der seit 1985 bei der Diakonie arbeitet, sei dies "persönlich eine ganz wichtige Sache", meint er, damit werde deutlich, dass die "Arbeit in der Diakonie über den Charakter eines bloßen Arbeitsverhältnisses hinausgeht" und auf die Bedingtheit menschlichen Handelns von der "Dimension Gottes" verweise.
Albrecht Schwerer ist 46 Jahre alt und seit zehn Jahren stellvertretender Geschäftsführer der Diakonie im Landkreis. Er verfüge über ein breites Spektrum von Erfahrungen in repräsentativen Bereichen der Sozialen Arbeit, meinte die Auswahlkommission zur Stellenbesetzung. So war er unter anderem auch am Aufbau eines deutsch-französischen Netzwerkes gegen Armut und Langzeitarbeitslosigkeit beteiligt. Fort- und Weiterbildungen qualifizierten ihn für die neue Stelle.
Das Geschäftsführung des DW und des Vereins "Netzwerk Diakonie" stelle eine anspruchsvolle Herausforderung dar, erläutert der neue Geschäftsführer. Mit einer Mitarbeiterschaft von fast 90 Personen in drei Dienststellen könne von einem "mittelständischem Dienstleistungsbetrieb" gesprochen werden. Dabei würden fast alle Bereiche Sozialer Arbeit abgedeckt. Diese reichten von der Insolvenz-, Schwangeren- und allgemeinen Sozialberatung, über die Sozialpsychiatrischen Dienste und mehrerer Angebote im Bereich der Behindertenhilfe, bis zu Diensten der Alten- und Krankenhilfe. Ein wesentlicher Bereich nehme die Projektarbeit ein. Dies seien die Beschäftigungsprojekte für Langzeitarbeitslose und Migrannten, sowie in den Bereichen Soziales lernen und Bürgerschaftliches Engagement, erläutert Schwerer.
Doch die Anforderungen an die Geschäftsführung eines kirchlichen Wohlfahrtsverbandes oder betriebswirtschaftlich ausgedrückt, einer "Non-Profit-Organisation", seinen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht einfach. Durch die schlechte Finanzlage der Kommunen und Landkreise, aber auch des Landes Baden-Württemberg würden aktuell fast alle Zuschüsse zurückgefahren und zum Teil ersatzlos gestrichen. Hinzu komme, so der Diakoniegeschäftsfüher, dass die finanzielle Situation der Landeskirchen durch die vorgezogene Steuerreform sich ebenso dramatisch verschlechtert habe.
Der neue Mann der Landkreisdiakonie lässt jedoch den Kopf nicht hängen. Mit innovativen Projekten möchte die Diakonie sich in der aktuellen Situation weiter als "kritische Mitgestalter des Sozialen" auf regionaler und überregionaler Ebene einbringen. Dabei sehe sie ihre Stärke zum einen in einem christlichen Weltbild und Wertehintergrund, sowie der Orientierung an den Möglichkeiten und Lebenswelten der Menschen, die die diakonischen Angebote in Anspruch nähmen. Zum anderen sieht Schwerer in seiner Organisation genügend Kompetenz auf die Krise mit neuen Formen sozialen Handelns zu reagieren. Da "Soziale Arbeit immer auch Umgang mit neuen Ideen ist, können wir auf eine hohe Fachlichkeit zurückgreifen", sagte er. Diese Kompetenz der Mitarbeiterschaft stelle für den engagierten Christen die Basis dar, "dass die Krise auch als Chance gemeistert werden kann".
Der Einführungsgottesdienst wird unter der Leitung der beiden Dekane der Kirchenbezirke Freiburg und Müllheim, Dr. Traugott Schächtele und Franz Doleschal und der Mitarbeit des Gemeindepfarrers Gerhard Jost durchgeführt. Die Predigt hält Professor Paul Klumbies, Diakoniewissenschaftler an der Evangelischen Fachhochschule für Gemeindediakonie und Religionspädagogik Freiburg. Die Begrüßung beim anschließenden Empfang hält der Vorsitzende des Diakonischen Werkes Herr Eckhard Schwarz. Oberkirchenrat Jürgen Rollin, Geschäftsführer beim Diakonischen Werk Baden (Karlsruhe) hält ein Grußwort, ebenso wie Frau Eva-Maria Münzer, Sozialdezernentin des Landkreises und Pastor Bernard Rodenstein, Präsident der Association ESPOIR aus Colmar und ehemals Präsident von Eurodiaconia, dem Diakonischen Verbund auf Europäischer Ebene.
Pressemitteilung des Diakonischen Werks Breisgau-Hochschwarzwald / gh
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Albrecht Schwerer ist neuer Geschäftsführer der Diakonie im Landkreis. Gemeinsam mit seiner Sekretärin, Gisela Lenz, managed er das Büro in Kirchzarten und koordiniert die Arbeit an den drei weiteren Dienststellen. |
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