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Dekan Engelhardt eingeführt; Gemeinsamer Start mit Kollegin im Gemeindepfarramt
"In der Kirche tummeln sich lauter Engel mit Schönheitsfehlern" |
Freiburg (gh). Mit einem festlichen Gottesdienst wurde am Sonntagnachmittag in der Freiburger Christuskirche der neuen Dekan des Evangelischen Kirchenbezirks Freiburg-Stadt, Markus Engelhardt (46), in seinen Dienst eingeführt. Landesbischof Ulrich Fischer segnete den Theologen und überreichte in der vollen Kirche die Ernennungsurkunde.
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| Pfarrerin Leicht, Landesbischof Fischer und Dekan Engelhardt, kurz nach dem Einführungsgottesdienst vor der Christuskirche. Foto: G. Hammer |
Als erste Amtshandlung führte dann der neue Dekan Pfarrerin Irene Leicht in ihren Dienst an der Christuskirche ein. Engelhardt wird neben dem Dekansamt gemeinsam mit der promovierten Theologin den Gemeindepfarrdienst in der Christuskirche wahrnehmen.
"Gegen die leise, bezwingende Macht der Liebe kommt der Lärm rigoroser Moral nicht an", sagte Markus Engelhardt, in seiner Predigt im Einführungsgottesdienst. Vor dem Hintergrund der biblischen Geschichte von der Ehebrecherin (Johannes 8) die man vor Jesus gezerrt hatte, damit der ein Urteil über sie abgibt, markierte Engelhardt eine "Zeitlose Grundkonstellation". "Hier die Libertinage, die Angst vor dem ungelebten Leben, dort die Repräsentanten sozialer Ordnung, beunruhigt vom Verlust der Werte, beseelt davon eine bedrohte Welt zu bewahren". Diese Spannung zwischen Lebensängsten und Lebenslust könnten besonders in Zweierbeziehungen "Wunden reißen, die ein Leben lang nicht mehr zuheilen", sagte Engelhardt.
Und Engelhardt sieht diesen Konflikt nicht nur in der "großen Welt" wo "Politik und Religion nicht sauber unterschieden werden" sondern auch in der eigenen Kirche, wenn es um die "Aufgeladene Frage nach wahrem oder falschem Kirchesein" gehe.
In diesem Zusammenhang habe der Satz Jesus , "Wer von euch ohne Sünde ist, der soll als erster werfen" "etwas unglaublich Entlastendes". Jesus gewähre der Ehebrecherin keine billige Gnade doch mit der Aufforderung "Geh und sündige hinfort nicht mehr", nehme er die Frau ernster als "sie sich selbst nahm", und gibt ihr dadurch ihre "Würde zurück" was sie in einem "tiefen Sinn schön macht".
Die Kirche sei ein "Tummelplatz von lauter Engeln mit Schönheitsfehlern", sagte Engelhardt am Ende der Predigt der Gemeinde, darunter auch zahlreiche ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Dekan sprach auch den so genannten "Freiburger Weg" an, der "viel Hoffnung und Elan, bei manchen aber auch Bitterkeit geweckt" habe. Die neue Organisations- und Verwaltungsstruktur der Freiburger Kirche in der Dreisamstadt sei "schon jetzt in die badische Kirchengeschichte eingegangen ist". Er forderte dazu "einander anzuschauen", denn wenn dies gelänge würde der "Freiburger Weg" mit einem "Starken Stück leben gefüllt".
Auch kirchenmusikalisch war der Einführungsgottesdienst ein Ereignis. Unter der Leitung von Kantor Jörg Endebrock füllte die Kantorei das Kirchengebäude bis zum Rand mit ihrem starken Klang und erwies sich als glänzend aufgelegt. An der Orgel begleitete Landes- und Bezirkskantor Carsten Klomp die Liturgie und den Chor in brillianter und sensibler Art, setzte den Gottesdienst in einen feierlichen und herausgehobenen Rahmen.
Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon sprach nach dem Gottesdienst in der Christuskirche das Grußwort für die Stadt. Er betonte die gute Zusammenarbeit der Kirchen in Freiburg mit der Kommune. Auch der römisch-katholische Stadtdekan Claudio Stoffel, der selbst erst im Januar in sein Amt eingeführt worden war, begrüßte seinen "Amtsbruder". Der rief dazu auf die Ökumene in Freiburg weiter zu entwickeln und regte ein regemäßiges "ökumenisches Stadtgebet im Münster und in andern Kirchen" an.
Für die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen und Gemeinden(ACK) sprach die derzeitige Vorsitzende Barbara Henze. Für die Pfarrer- und Diakonenschaft begrüßte Pfarrer Karl-Heinz Rincklin den neuen Dekan.
Markus Engelhardt war Ende März von der Stadtsynode gewählt worden. Er ist Nachfolger von Traugott Schächtele, der das Amt neun Jahre lang inne hatte. Zuletzt war Engelhardt Pfarrer der Petrus- und Paulusgemeinde in Konstanz. Der Dekan leitet gemeinsam mit dem Bezirksausschuss und der Stadtsynode den Kirchenbezirk und ist Dienstvorgesetzter der Pfarrrerinnen und Pfarrer sowie der Diakoninnen und Diakone.
Pfarrerin Irene Leicht war bisher in der Evangelischen Erwachsenenbildung (EEB) tätig. Neben ihrem Gemeindepfarramt in der Christuskirche wird sie zusammen mit einem Kollegen weiterhin in der EEB tätig sein.
Sie finden hier die Predigt von Dekan Engelhardt und das Wort von Landesbischof Fischer zur Einführung.
1. 7. 07
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Kirchenbezirk Freiburg und Predigtbezirk Christuskirche
Neuer Dekan und neue Gemeindepfarrerin werden eingeführt
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Freiburg (gh). Mit einem feierlichen Gottesdienst wird Markus Engelhardt (46), neuer Dekan des Evangelischen Kirchenbezirks Freiburg, am Sonntag, 1. Juli, von Landesbischof Dr. Ulrich Fischer in seinen Dienst eingeführt. Der Festgottesdienst in der Christuskirche beginnt um 17 Uhr. Anschließend wird zu einem Empfang, bei guten Wetter rund um die Kirche, bei schlechtem Wetter im Gemeindesaal (Maienstraße 2 hinter der Kirche), eingeladen. Musikalisch begleitet wird der Gottesdienst von der Kantorei der Christuskirche unter der Leitung von Kantor Jörg Endebrock (Werke von Rutter und Faorré) und an der Orgel von Landeskantor Professor Carsten Klomp.
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| Markus Engelhardt wir neuer Dekan in Freiburg und Gemeindepfarrer an der Christuskirche |
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| Dr. Irene Leicht wird neue Gemeindepfarrerin der Christuskirche. Außerdem bleibt sie Erwachsenenbildnerin. |
Engelhardt wird neben der Aufgabe als Dekan des Kirchenbezirks auch eine Hälfte der Gemeindepfarrstelle an der Christuskirche übernehmen. Die andere Hälfte hat künftig Pfarrerin Irene Leicht inne. Sie wird ebenfalls in dem Festgottesdienst als Gemeindepfarrerin eingeführt. Diese Einführung wird dann die erste Amtshandlung des neuen Dekans sein.
Markus Engelhardt war Ende März von der Stadtsynode mit deutlicher Mehrheit gewählt worden. Er wird damit Nachfolger von Traugott Schächtele, der das Amt neun Jahre lang inne hatte. Zuletzt war Engelhardt gemeinsam mit einer Kollegin Pfarrer der Petrus- und Paulusgemeinde in Konstanz. In der Stadt am Bodensee war er auch bereits fünf Jahre lang Dekanstellvertreter. Der Dekan leitet gemeinsam mit dem Bezirksausschuss und der Stadtsynode sowie dem Schuldekan den Kirchenbezirk und ist Dienstvorgesetzter der Pfarrrerinnen und Pfarrer sowie der Diakoninnen und Diakone.
Irene Leicht ist zusammen mit einem Kollegen Pfarrerin (mit halber Stelle) in der Freiburger Erwachsenenbildung (EEB). Die promovierte Theologin hatte im letzten Jahr auch die Vakanzvertretungen der Freiburger Petrus- und Paulusgemeinde sowie der Christusgemeinde übernommen. Sie wird nun neben der Arbeit in der Erwachsenenbildung auch Gemeindepfarrerin im Predigtbezirk der Christuskirche sein.
Markus Engelhardt, dessen Geburtsort Freiburg ist und der dann in Neckargemünd und Heidelberg zur Schule ging, hatte in der ältesten Universitätsstadt Deutschlands sowie in Bern, Erlangen und Tübingen Theologie studiert. Als Schwerpunkte seiner bisherigen Arbeit als Gemeindepfarrer nennt er "Theologie für die Gemeinde" und neue Gottesdienstformen (beispielsweise die so genannte Thomasmesse sowie Themengottesdienste) sowie Ökumene und die Arbeit im Pfarrkonvent. "Gott und die Menschen ins Gespräch zu bringen", dies könne "gerade für eine Großstadt ein Leitwort kirchlicher Arbeit sein", hatte bei seiner Wahl erklärt. Dabei müsse nicht alles was machbar ist auch getan werden, vielmehr sei "stellvertretendes Kirchesein" wichtig.
Pfarrerin Leicht ist von Hause aus katholische Theologin. Im Jahr 2002 trat sie der Evangelischen Landeskirche bei, weil sie "als Pfarrerin arbeiten wollte in Verkündigung, Seelsorge und Liturgie". Die Verbindung von "Bildung und Frömmigkeit", die Melanchthon schon zur Zeit der Reformation betont hatte, sei für sie von Bedeutung. Und sie hofft, dass "ich meine Freude am (auch experimentellen) Gottesdienstfeiern einbringen kann."
Das neue Theologen-Team von Gemeindepfarrerin und -pfarrer ist eingebunden in die Dienstgemeinschaft der Pfarrinnen und Pfarrer sowie Diakoninnen der Pfarrgemeinde Ost. Mit Beginn dieses Jahres hatte sich die Kirchengemeinde eine völlig neue innere Verwaltungs- und Organisationsstruktur gegeben. Diese Struktur soll noch bis zum Jahr 2010 erprobt werden. Zu der Neustrukturierung gehört auch, dass der neue Dekan keine ganze Stelle in diesem Amt hat, wie dies in den letzten fast zwei Jahrzehnten der Fall war.
21. 06. 07
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