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Hintergrund



Badische Aktion BROT FÜR DIE WELT hatte in 2002 Spendenplus von acht Prozent

"Brot für die Welt" - Baden hilft!/ Die 45. Aktion begann am Sonntag

Freiburg/Karlsruhe (1. 12. 2003). "Brot zum Leben - alles was recht ist": Unter diesem Motto steht die diesjährige Spendenaktion von Brot für die Welt in Baden. Die Aktion wurde am Sonntag in vielen Gottesdiensten des Kirchenbezirks eröffnet. Für den Bereich der Landeskirche Baden fand die Eröffnung der Aktion am Sonntag, mit einem Familiengottesdienst in Zell (Wiesental) statt. Die Predigt hielt der Chef der Diakonie Baden, Oberkirchenrat Johannes Stockmeier.

In Freiburg "erbastelte" eine Hausfrau während der vergangenen 12 Jahre rund 15.000 Euro für die Aktion.

Die letzte badische Aktion erbrachte über drei Millionen Euro. Ein Spendenplus von etwa acht Prozent, das diesmal besonders wichtig war, denn insgesamt musste "Brot für die Welt" im vergangenen Jahr mit 49,5 Millionen Euro Spenden ein deutliche Minus verzeichnen. Die Zahlen für den Kirchenbezirk Freiburg lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

"Das Menschenrecht auf gesunde Nahrung, ausreichend sauberes Trinkwasser, Kleidung, Wohnung, Bildung und gesundheitliche Versorgung ist in vielen Teilen der Welt alles andere als realisiert. Immer noch hungern 800 Millionen Menschen. Einer Milliarde Menschen fehlt der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mehr als 40 Millionen leiden an Aids," sagte Stockmeier im Vorfeld der Eröffnung.

In jedem Jahr werden in Baden drei Projekte in den Mittelpunkt gestellt, die in Ländern arbeiten, zu denen die Evangelische Landeskirche partnerschaftliche Verbindungen pflegt. In Indien fördert sie "unberührbar" geschimpfte Frauen und Mädchen, die vernachlässigt, geschlagen und zur Prostitution gezwungen werden. In Brasilien wird eine zuverlässige Wasserversorgung für arme Landfamilien aufgebaut, die sonst keinen Zugang zu sauberem Wasser zum Trinken, Kochen und Waschen haben. In Südafrika, wo 20 Millionen Menschen HIV-positiv sind, kümmert sich "Brot für die Welt" mit Hilfe von Spendengeldern um Waisenkinder, die ihre Eltern durch AIDS verloren haben und hilft werdenden Müttern, damit sie die Krankheit nicht auf ihre Kinder übertragen.

Für jede Spende übernimmt "Brot für die Welt" die Verpflichtung, sie effektiv und verantwortungsbewusst für die Projektarbeit einzusetzen. Das Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) bestätigt die seriöse Arbeit durch die jährliche Vergabe des Spendensiegels.

Hausfrau sammelte 15.000 Euro

In vielen Pfarreien wird ebenfalls für die Aktion Brot für die Welt gesammelt. So finden auch zahlreiche Gemeindebasare und Kleinverkäufe zu Gunsten der Hilfsorganisation statt. In Freiburg zum Beispiel sammelte die 68-jährige Hausfrau Marieluise Bürck seit 12 Jahren rund 15.000 Euro, die sie durch den Verkauf von qualitativ hochwertigen Handarbeiten einnahm. Fast täglich sitze sich in ihrem "Kammerlein" und um Basteleien für Brot für die Welt zu fertigen. Für ihr Engagement wurde Mutter und Großmutter jetzt mit dem Kronenkreuz in Gold der Badischen Diakonie geehrt.

Spendenkonto: Diakonie Baden, Konto 4600, EKK Karlsruhe, BLZ 66060800, Kennwort: "Brot für die Welt"

Mehr Informationen finden Sie unter: www.diakonie-baden.de

und unter www.diakonie-wuerttemberg.de




Marieluise Bürck wird mit Kronenkreuz geehrt
Basteln für Brot für die Welt
Freiburg-Littenweiler (28. 11. 03) - Weihnachtskarten mit Stroh- und Goldsternen, Stoffpuppen, Leerbücher, Leporellos, Lavendelkränze, runde und eckige Schachteln in unterschiedlichen Größen und vieles anderes - fast an jedem Tag stellt Marieluise Bürck im neue Schmuck-, Spiel- und Bastelsachen her. Und einmal im Jahr, immer am ersten Advent, werden die schönen und qualitativ hochwertigen Handarbeiten auf dem Ebneter Weihnachtsmarkt im Schlosshof verkauft. Die Einnahmen spendet die 68-jährige immer der "Aktion Brot für die Welt". Genau 14.610,50 Euro sind so seit dem Jahr 1991 zusammengekommen. Am Sonntag wird die ehrenamtliche Mitarbeiterin der Auferstehungsgemeinde für ihr Engagement mit dem Kronenkreuz der Diakonie in Gold geehrt. An diesem Sonntag beginnt bundesweit die 45. Aktion Brot für die Welt. Sie steht unter dem Motto: "Brot zum Leben - alles was recht ist"..

Begonnen hat es bereits 1976/77 berichtet Marieluise Bürck. Damals organisierten verschiedene Gemeindegruppen einen Adventsverkauf zugunsten von "Brot für die Welt", im Gemeindehaus der Auferstehungsgemeinde in der Kapplerstraße. Viele Frauen aus der Gemeinde hatten mitgebastelt, erinnert sie sich heute. "Später hat sich mein Anteil immer mehr vergrößert" erzählt die Hausfrau. Inzwischen sind viele Arbeitsabläufe der Basteleien rationalisiert und manche Handarbeiten werden in kleinen Serienproduktionen hergestellt. Vierhundert Weihnachtskarten, hundert Engelein, zahlreiche gestickte Lavendelsäckchen und vieles mehr kommt aus der "Bürckschen Prokuktion". Doch jedes Stück ist einmalig, die Dinge sind mit viel Geduld, Erfahrung und Liebe zum Detail gemacht. Um beispielsweise die netten Schächtelchen zu basteln hat sich Marieluise Bürck ein Maßholz besorgt, um "die Kanten genau im rechten Winkel" zu haben. Mit Elefantenhaut, innen und gemusterten Papieren, außen bezogen, entsteht daraus einer der Verkaufsschlager auf dem Weihnachtsmarkt in Ebnet.

Zahlreiche Helferinnen verkaufen auf dem Ebneter Adventsmarkt die Handarbeiten von Frau Bürck. Die Standorganisation liegt dabei schon seit Jahren in den Händen von Maria Müller. Am Stand werden dann auch noch selbst gemachte Marmelade und Weihnachtsgebäck von verschiedenen Ebneter Frauen angeboten. Auf zwei schlichten jedoch schön geschmückten Biertischen wir alles präsentiert. Viele Leute kämen ganz gezielt, sagt Marieluise Bürck. "Die stehen manchmal in Dreierreihen vor unserem Tisch", berichtet die Bastlerin freudestrahlend, "weil sie wissen, dass die Einnahmen für Brot für die Welt ist,"fügt sie bescheiden hinzu. Dass die Gelder an die Hilfsorganisation gehen ist Bürck ein Anliegen. "Es gibt so viel Leid und Elend auf der Welt und uns geht es so gut", meint die Mutter und Großmutter. "Wenn ich mit meinen Gaben etwas zusammenkriegen kann, um zu helfen, dann macht mir das große Freude", sagt Frau Bürck und man merkt ihr die Freude an.

Basteln sei ihre Leidenschaft, berichtet die engagierte Helferin. Das ganz Jahr über sei sie auch einmal wöchtentlich im Wicherhaus der Evangelischen Stadtmission in einem Seniorenkreis tätig. Von dort holt sie sich auch neue Ideen und probiert manches Neue aus. Früher hatte sie auch bei den Haus- und Straßensammlungen der Diakonie geholfen und bis auf den heutigen Tag trägt sie die Gemeindenachrichten der Auferstehungsgemeinde aus.

Diese "Initiative halte ich für ermutigend und beispielhaft" erklärte Pfarrer Rudolf Atsma, von der Auferstehungsgemeinde. Ihm war es ein Anliegen, dass Marieluise Bürcks Engagement entsprechend öffentlich gewürdigt wird. Morgen, am Sonntag. wird der zuständige Abteilungsleiter für die Brot für die Welt-Sammlung beim Diakonischen Werk Baden, Pfarrer Volker Erbacher (Karlsruhe), im Gottesdienst ab 10 Uhr (Kapplerstraße) Frau Bürck das Kronenkreuz verleihen.

Beim diesjährigen Adventsverkauf wird die 15.000-Euro-Marke des Gesamterlöses mit Sicherheit überschritten. Vielleicht ist auch ein neuer Tagesrekord möglich. "Es hängt natürlich ein bisschen vom Wetter ab", weiß Marieluise Bürck. Wenn der Markt am Sonntagabend, mit oder ohne Rekord, zu Ende geht steht jetzt schon eines fest: "Auf ein Neues bis zum Weihnachtsmarkt im nächsten Jahr."

Günter Hammer

Von geschmackvollen Weihnachtskarten im Wert von 25 Cent bis zu dieser aufwändig gefertigten Puppe, die für 65 Euro zu haben ist, bastelt Marieluise Bürck schon seit Jahrzehnten zu Gunsten der Aktion Brot für die Welt. Am Sonntag wird sie für ihr Engagement mit dem Kronenkreuz in Gold der Diakonie geehrt.

Foto: Günter Hammer

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Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenbezirks Freiburg