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Kirchen sollen sich stärker zu Wort melden
Freiburg (epd). Der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, hat an die Kirchen appelliert, sich in Europa stärker zu Wort zu melden. Die Kirchen könnten nicht nur Diener der Politik sein, sagte Williams in seiner Predigt beim Internationalen Kongress der Alt-Katholiken in Freiburg. Die Kirche solle sich in die europaweiten Debatten über Macht, Identität, Autonomie und Migration einmischen.

Erzbischof Rowan Williams vor seiner Predigt in der St. Martins-Kirche in Freiburg
Die Kirchen strebten nach "Wohlergehen, Gerechtigkeit, Stabilität und Redlichkeit in der Gesellschaft", sagte das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche. Williams zeigte sich überzeugt davon, dass die Gesellschaft fähig sei, das "Wort der Gnade" zu hören und dadurch verändert zu werden. So lange die Kirchen eine Stimme in der Kultur haben, könnten sie die Menschen an die Quelle ihrer Vitalität und Kreativität erinnern.

In einem Vortrag hatte Williams das "schockierende Niveau der Ungleichheit innerhalb und zwischen verschiedenen Gesellschaften" in der Welt kritisiert. Die Menschen in der westlichen Welt verhielten sich so, als ob das Gute für einen Teil der Welt nichts zu tun habe mit dem Guten für die Menschheit als Ganzem und das Leiden eines Teils der Welt nichts mit dem Rest der Welt.

Es fand ein Empfang statt, an dem unter anderem der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) und der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch teilnahmen.

Der alle vier Jahre stattfindende Kongress steht in diesem Jahr unter dem Motto "Hoffnung, die in uns lebt - Alt-Katholiken und Anglikaner in Europa" und dauert noch bis zum 11. August 2006.

Das Leitwort sei aus Anlass des 75-jährigen Bestehens einer Vereinbarung zwischen Alt-Katholiken und Anglikanern gewählt worden. In diesem am 2. Juli 1931 in Bonn verfassten "Bonn agreement" sicherten sich die beiden Kirchen gegenseitig volle Kirchengemeinschaft zu.

Weltweit zählen die Alt-Katholiken knapp 500.000 Mitglieder, in Deutschland derzeit 25.000 mit steigender Tendenz. Die Alt-Katholische Kirche versteht sich als liberal und unabhängig von der römisch-katholischen Kirche. Seit zehn Jahren gebe es etwa Priesterinnen, den Geistlichen ist es freigestellt, ob sie heiraten oder ehelos leben wollen. Ihr Kennzeichen sei eine synodale Kirchenstruktur, in der die Gläubigen bei allen wichtigen Fragen Mitentscheidungsrecht haben und in der Bischöfe und Pfarrer gewählt werden, teilte die Alt-Katholische Kirche mit.(1794/09.08.2006)


Bischof Huber mahnt zu Frieden in Nahost -
Anglikanischer Erzbischof beim Kongress der Alt-Katholiken

Freiburg (epd). Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, hat die Konfliktparteien im Nahen Osten zum Frieden ermahnt. Der Rückgriff auf das Mittel der Gewalt mache die Situation dort nicht sicherer, sondern unsicherer, sagte der Berliner Bischof in Freiburg im Breisgau. Huber äußerte sich beim 29. Internationalen Kongress der Alt-Katholiken.

Bischof Wolfgang (li.) Huber und Erzbischof Rowan Williams und dessen Sekretär (re.) auf ihrem Weg durch die Freiburger Innenstadt zum Festakt im Historischen Kaufhaus.
Gemeinsam mit dem anglikanischen Erzbischof Rowan Williams trete er für den Schutz aller Menschen ein, die in den Konflikt hineingezogen würden, besonders den der Kinder. "Wir als Christen in Europa sollten die Anwälte dieser Menschen sein", so Huber.

Der Erzbischof von Canterbury, Williams, appellierte an die Kirchen, sich in Europa stärker zu Wort zu melden. Die Kirche solle sich in die europaweiten Debatten über Macht, Identität, Autonomie und Migration einmischen, sagte das Oberhaupt der Anglikaner in seiner Predigt.

Bischof Huber erinnerte daran, dass die EKD sowohl zum Bistum der Altkatholiken wie auch zur Kirche von England gute Beziehungen unterhalte. Damit trügen die evangelische, anglikanische und alt-katholische Kirche in einer Art von "geistlichem Dreieck" zur Vertiefung der Gemeinschaft der Kirchen in Europa bei.

Erzbischof Williams und Bischof Huber gegrüßen sich freundschaftllich.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sprach sich für eine Stärkung der Ökumene aus. Als "Wertegemeinschaft" hätten die Christen gemeinsame Aufgaben in der Welt. Insgesamt sei die Autorität der Kirchen gewachsen.

Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch sagte, Westeuropa brauche missionarische Impulse. Dies sei Aufgabe aller Kirchen. "An uns liegt es, die Universalität der Kirchen zu leben", so der katholische Bischof.

Der alle vier Jahre stattfindende Kongress steht unter dem Motto "Hoffnung, die in uns lebt - Alt-Katholiken und Anglikaner in Europa" und dauert noch bis Freitag. Das Leitwort erinnert an das 75-jährige Bestehen einer Vereinbarung zwischen Alt-Katholiken und Anglikanern. In dem am 2. Juli 1931 in Bonn verabschiedeten Dokument sicherten sich beiden Kirchen gegenseitig volle Kirchengemeinschaft zu. In Deutschland zählt die Alt-Katholische Kirche rund 25.000 Mitglieder. (09334/9.8.2006)

Das aktuelle Stichwort : Alt-Katholische Kirche

Frankfurt a.M./Freiburg (epd). Unter dem Leitwort "Hoffnung, die in uns lebt. Alt-Katholiken und Anglikaner in Europa" steht der 29. Alt-Katholiken-Kongress, der derzeit in Freiburg stattfindet. Im Mittelpunkt des Kongresses steht die Erinnerung an die "Bonner Vereinbarung", mit der die volle Kirchengemeinschaft zwischen den Alt-Katholiken und den Anglikanern vor 75 Jahren begründet wurde. An dem Treffen nehmen Bischöfe aus 23 Ländern und rund 400 Gäste teil. Weltweit zählen die Alt-Katholiken knapp 500.000 Mitglieder.

Die Leiterin des alt-katholischen Seminars in Bonn Diakonin Henriette Crüwell hielt die Lesung des Festgottesdienstes am Mittwoch. Sie wird bald zur Priesterin der Alt-Katholischen Kirche geweiht.

Alle Fotos: Günter Hammer

Die Alt-Katholische Kirche versteht sich als katholische Reformkirche. Sie wurde aus Protest gegen die am 18. Juli 1870 während des Ersten Vatikanischen Konzils in Rom verkündeten Dogmen von der Unfehlbarkeit des Papstes und des "Jurisdiktionsprimats" gegründet. Danach hat der Papst die höchste Rechtsgewalt in der Kirche. Hochrangige Katholiken, die den Dogmen nicht zustimmen konnten und deswegen exkommuniziert wurden, riefen 1871 in München eine "Notkirche" ins Leben, die sich später "alt-katholisch" nannte.

1994 öffnete die Alt-Katholische Kirche in Deutschland das Priester- und Bischofsamt für Frauen. Ein Pflicht-Zölibat gibt es nicht. Die Kirche ist Gründungsmitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Dem Bistum der Alt-Katholischen Kirche in Deutschland gehören etwa 25.000 Mitglieder an. Bischof ist Joachim Vobbe mit Sitz in Bonn.

Zwischen dem Bistum und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wurde 1985 eine "Vereinbarung über eine gegenseitige Einladung zur Teilnahme an der Feier der Eucharistie" getroffen. Damit ist keine Abendmahlsgemeinschaft verbunden, wie sie seit 1931 zwischen Alt-Katholiken und Anglikanern besteht. (Lesen Sie hierzu einen Leserbrief hier klicken)

Für diesen Schritt, der den Pfarrern der einen Kirche die vollen Rechte in der anderen verleiht, müssten die Kirchen in allen wesentlichen Fragen des Glaubens und Kirchenverständnisses übereinstimmen. (09319/9.8.2006)



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Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenbezirks Freiburg

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