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Zeit und offene Ohren zur Verfügung
Pfarrer Riebeling wird aus der Klinik verabschiedet
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Freiburg (gh). Früher ging er fast täglich von Zimmer zu Zimmer auf "seinen" Stationen. Heutzutage wird er über das Funkgerät gerufen oder immer häufiger auch per eMail angefordert. Pfarrer Konrad Riebeling war 29 Jahre lang Krankenhausseelsorger an der
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Konrad Riebeling vor dem Neurozentrum, für in dem er die Patienten seelsorglich begleitete.
Foto: g hammer |
Universitätsklinik. Am Sonntag, (11. Dezember) wurde er in einem Gottesdienst in der Kapelle der Psychiatrie, Hauptstr. 5 (Eingang Ambulanz) von Dekan Markus Engelhardt in den Ruhestand verabschiedet. Im Anschluss an den Abschiedsgottesdienst hatte es einen Empfang gegeben.
Vieles hat sich verändert während der vergangenen fast drei Jahrzehnte in seinen Schwerpunktkliniken, dem Neurozentrum an der Breisacherstraße und der Psychiatrie in der Hauptstraße, die zum Klinkpfarramt IV gehören. Auch die Patienten. "Das Bedürfnis nach Begleitung und Stütze ist bei vielen Patientinnen und Patienten nach meinem Eindruck eher noch stärker geworden", resümiert Riebeling. Nicht nur das schnelle Tempo der Behandlungszeiten und -abläufe spiele dabei eine große Rolle. Besonders in den Krisenzeiten einer Krankheit würden Probleme, die viele Patienten auch in gesunden Tagen mit sich tragen, gerade in der Zeit des Klinikaufenthaltes bewusster. "Da kommt die Frage hoch: was gibt Halt?".
Der noch 64-Jährige ist dann einer der Zeit hat. Wie seine Kolleginnen in der Seelsorgearbeit auch kann er als Nichtmediziner sich sehr persönlich und gezielt um Einzelne kümmern und sie während des ganzen Aufenthalts, wenn es gewünscht ist, besuchen und begleiten. "Wir haben offene Ohren für unsere Patienten", sagt der Theologe, der auch psychotherapeutische Fortbildungen durchlaufen hat. Dabei macht er die Erfahrung, dass nicht nur die Belastungen durch Krankheit"" thematisiert werden , "es ist auch häufig Verborgenes und es sind die individuellen Sehnsüchte" über die die Patienten mit dem Geistlichen reden. Dies sei eine gute Möglichkeit, im Gespräch gewissermaßen einen Raum gemeinsam zu betreten und über das zu sprechen, "was einen Menschen im Innersten bewegt".
Sinnfragen und die Frage nach Gott blieben da nicht aus. Und manche Patienten eröffnen das Gespräch mit der Formulierung "Was ich schon immer mal einen Pfarrer fragen wollte". Pfarrer Riebeling konnte im Laufe der Jahre dabei immer wieder beobachten, dass Religion und gelebter Glaube eine große Ressource gerade in Krisenzeiten sein können. "Das ist wie ein Schutz, mit dem man durch schwere Zeiten gehen kann".
Eine wichtige Rolle spielt für den Seelsorger dabei auch die Musik. Häufig war mit seiner Gitarre auf Stationen unterwegs und hat für die Patienten gespielt und gesungen. In der Psychiatrischen Klink lud er auch zu Singkreisen ein. Vor einiger Zeit hat er auch mit seinen vier Kolleginnen und Kollegen ein Seelsorge-Konzept speziell für das Freiburger Uni-Klinikum entwickelt. Er war Vorsitzender des leitenden Ausschusses für den "Freundeskreis der evangelischen Krankenhausseelsorge" und hat über viele Jahre hinweg auch immer wieder Fortbildungen für Ehrenamtliche in der Seelsorge durchgeführt. Besonders dankbar ist er im Rückblick auch für den guten Kontakt zu den Pflegenden, die den Seelsorger immer wieder unterstützt haben.
Wenn er nun bald "aus der Klinik entlassen ist" will er erst ein bisschen Abstand gewinnen, auch von den Lasten, die sich bei der Seelsorgearbeit ansammeln. Doch ganz wird er dieses kirchliche Arbeitsfeld nicht lassen. Ab kommenden Jahr will er dann stundenweise für den Gesprächs- und Seelsorgedienst im c-punkt, dem ökumenischen Kirchenladen in Alten Münsterbauhütte, zur Verfügung stehen.
8. 12. 11
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